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Kantatengottesdienst am Reformationstag

31. Oktober 2026 - 18:00 CET

„Ein feste Burg ist unser Gott“ lautet der Titel der Kantate Nr. 80, die J.S. Bach dem Reformationstag im Jahr 1730 widmete. Darin verarbeitete er das gleichnamige Lied von Martin Luther, das 1529 veröffentlicht wurde und das Heinrich Heine als „Hyme der Reformation“ bezeichnete. Nun stellt sich die Frage, wie denn eine „Hyme der Reformation“ klingen könnte? Glanzvoll schmetternd oder doch eher in sich gekehrt und tief vertrauend auf den Glauben? Was Bach aus der Idee machte ist wieder einmal beeindruckend: ursprünglich nutzte er nicht den festlichen Glanz der Trompeten. Die ergänzte erst sein Sohn Wilhelm Friedemann nach dem Tod seines Vaters. Vater Bach selbst schrieb die inneren Zweifel des Glaubens in die Musik hinein: seine eigenen Zweifel, im ewigen Streit mit dem „altbösen Feind“, dem schlangenartigen Leviathan, der sich windend nähert und doch nie zum Ziele kommt. Wie tief verankert aber Bachs Glauben war, das machte er bereits am Anfang der Kantate in einem Geniestreich klar! Die Musik beginnt mit einer Choralbearbeitung, in der der Chor zwar den Text singt, aber nicht die Choralmelodie anvertraut bekam. Denn diese Melodie erklingt im Kontrabass und einer Bassposaune – „Ein feste Burg ist unser Gott“ ist also so tief als möglich in der Musik verankert und analog war es auch Bachs Glaube in ihm.

Es musizieren das Königsteiner Vokalensemble gemeinsam mit den Vokalsolisten Rahel Sapper Maas (Sopran), Birgit Schmickler (Alt), Sören Richter (Tenor) und Sebastian Kitzinger (Bass). Sie werden begleitet vom Königsteiner Kantatenorchester unter der musikalischen Leitung von Michael Muche.

Details

  • Datum: 31. Oktober 2026
  • Zeit:
    18:00 CET
  • Veranstaltungskategorie:

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