Auf Schnupperkurs

Die Entstehung

Die Idee zu diesem Gassiführer entstand, als ich mit meinem Berner-Sennenhund Merlin auf einem Aussiedlerhof mitten im Feld wohnte. Nach der Eingewöhnung empfand er die unmittelbare Umgebung als selbstverständlich – und sich selbst als aufmerksamen Gastgeber. Nicht nur, dass er irgendwann der Meinung war, man könne auch getrennte Wege laufen und sich später wieder vor der Haustür treffen. Nein, er wollte auch jede andere Fellnase, die er – hochgewachsen wie er war – auf anderen Feldwegen entdeckte, sehr gerne persönlich begrüßen.

Dass er dies stets auf seine ganz eigene, überaus positive und freundliche Art vorhatte, sei dahingestellt. Denn weder ich noch manche Andere fanden es besonders lustig, dass 50 Kilogramm Lebendgewicht Hund in stürmischem Galopp auf ihn zugerannt kam. Selbst wenn viele andere Hundehalter viel Verständnis hatten, war das eine Entwicklung, die nicht akzeptabel war.

Zugleich die Erkenntnis: Wenn wir mit dem Auto nur ein paar Minuten irgendwohin gefahren waren, wusste der Hund, dass er besser an meiner Seite bleiben sollte. Schließlich war er auf den Transport angewiesen. Und da entfachte meine Entdecker-Seele. Immer mehr schöne Landschaften im herrlichen Hochtaunus taten sich auf. Viele freuten sich mit mir an den Erkundungen und irgendwann fing ich an, sie schriftlich festzuhalten. Zumal jede für sich gesehen auch Vorteile bei der jeweiligen Witterung hat: mal beschattet, dann wieder mit Bachlauf, an der einen Stelle mehr, an der anderen weniger Begegnungen mit anderen Gassigängern etc.

Leider lebt Merlin mittlerweile nicht mehr. Die gefundenen Wege sind jedoch nach wie vor einfach empfehlenswert. Der Hund, der die Schnauze davon voll hat, ständig die gleichen Spuren zu wittern, und sein Mensch, der vor lauter Gewohnheit die Schönheit der nächsten Umgebung nicht mehr sieht – beide kommen auf ihre Kosten. Der eine senkt hoch erfreut die Nase ins nächste Gestrüpp und der Zweibeiner kann den Gassigang als eine neue Auszeit genießen.

Mittlerweile habe ich das große Glück, dass mich der Schweizer Sennenhund Keks auf den wieder aufgenommenen Entdeckungsreisen begleitet. Und er hat mittlerweile die gleiche Freude bei jedem neuen Schnupperkurs entwickelt wie einst Merlin – und ungebrochen ich selbst.

Insofern wünschen wir auch unseren Lesern mit einem kräftigen Wuff!!! ein ebenso großes Vergnügen dabei, in die vielfältige Taunus-Landschaft einzutauchen!