Die Münzen der Limeskastelle in der Wetterau. Neue Funde und Erkenntnisse

Vortrag von Dr. Frank Berger (Frankfurt am Main)
Die Mainzer Akademie der Wissenschaften hatte es sich in den frühen 1980er Jahren zum Auftrag gemacht, alle römischen Fundmünzen im Bundesland Hessen zu erfassen. Diese Arbeiten waren 1984/1988 abgeschlossen und in Buchform vorgelegt. Seitdem ist viel am hessischen Limes passiert. Im Jahr 2008 wurden die ersten Spuren der Schlacht am Harzhorn entdeckt, die 235 oder 236 n. Chr. stattfand. Das dort beteiligte römische Heer hatte seinen Weg von Mainz aus über die Wetterau genommen. Eine Intensivierung der Suche mit Metalldetektoren fand sowohl von offizieller Seite als auch von privater Seite in den Kastellen am hessischen Limes statt. Der Zuwachs an Münzfunden ist beachtlich, wie drei Beispiele zeigen: In Oberflorstadt stieg die Zahl der bekannten Münzen von 59 bekannten Stücken um 135 Neufunde, in Inheiden von 46 auf 497 Neufunde und in Arnsburg gar von 25 auf 577 Neufunde. In der Auswertung dieser Funde lassen sich einige Erkenntnisse über das Geld der römischen Soldaten am hessischen Limes gewinnen.
Dr. Frank Berger war von 1984 bis 1997 Kurator für Numismatik am Kestner-Museum Hannover und von 1997 bis 2023 am Historischen Museum Frankfurt. Seine Dissertation hatte Aspekte des römischen Münzumlaufs in Nordwestdeutschland zum Thema. Später bearbeitete er die Fundmünzen von Kalkriese (Varusschlacht) und der Schlacht am Harzhorn. Für seine Arbeiten wurde er mit dem Ehrenpreis der Gesellschaft für Internationale Geldgeschichte ausgezeichnet.
Der Vortrag ist öffentlich bei freiem Eintritt.
Abb.: Rückseite eines Sesterz des Maximinus Thrax (235–238). Die Victoria steht von einer kauernden Germanin. Die Umschrift lautet VICTORIA GERMANICA und bezieht sich auf die Schlacht am Harzhorn.




