Sorge um das Holz – Waldknappheit am Mittelrhein (1300–1550)

Vortrag von PD Dr. Regina Schäfer (Mainz)
Deutschland ist ein waldreiches Land, dank der Aufforstungen im 19. und 20. Jahrhundert. Das Waldsterben führte spätestens seit den 1980er Jahren vor Augen, dass die Ressource Wald, die lange so selbstverständlich war, erschöpfbar und akut bedroht ist.
Waldmangel und Holznot sind aber keine modernen Probleme. In der vormodernen Zeit war der pro Kopf-Bedarf an Holz weit höher. Holz wurde als Bau- und Brennholz benötigt, für die Herstellung von Werkzeugen und Geschirr. Die Eichenlohe verwendete man zum Gerben. Besonders intensiv war der Holzbedarf zur Herstellung von Kohle, die man für die Glashütten ebenso benötigte wie für die Erzgewinnung. Aber auch der Schiffsbau oder der Weinbau hatten einen sehr hohen Holzbedarf. Zudem gab es Gebiete, in denen die Buche als in unserer Region waldtragender Baum nicht wuchs. Wald war keine unberührte Natur, sondern gerade am Mittelrhein gab es im Spätmittelalter ein komplexes Spannungsfeld zwischen Waldnutzung, Waldschutz und Waldgestaltung.
Regina Schäfer hat Geschichte, Deutsch, Soziologie und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Universität Dijon studiert. Die Dissertation von 1998 trägt den Titel „Die Herren von Eppstein. Herrschaftsausübung, Verwaltung und Besitz eines Hochadelsgeschlechts im Spätmittelalter“; 2024 folgte die Habilitation mit der Arbeit „Umb ordnung zu machen – Verwaltung im spätmittelalterlichen Augsburg“. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Historischen Seminar der Universität Mainz, seit dem 1. April 2025 am DFG-Projekt „Regesta Civitatum Imperialium. Regesten als Grundlage der Erforschung der kleinen und mittleren südwestdeutschen Reichsstädte im Spätmittelalter (bis 1521)“. Der thematische Schwerpunkt ihrer rund 50 Publikationen liegt auf dem 15. Jahrhundert.
Der Vortrag ist öffentlich bei freiem Eintritt.
Abb.: Typisches Erscheinungsbild eines Niederwaldes (wikimedia commons/Mediscobie)




