Pianoween – Wenn die Tasten zum Gruseln einladen

Fachbereichsleiter Robert Hurst dirigiert mit Satansgabel das Klavierquartett. - Foto: Privat

4. November 2026

Oberursel (ut). Ein geschnitzter Kürbis auf der einen Seite, geheimnisvolle Beleuchtung in den Musikschulfarben Rot und Blau auf der anderen: Pünktlich zu Halloween verwandelte sich die Stadthalle Oberursel in einen stimmungsvoll-schaurigen Konzertsaal. Der Fachbereich Tasten hatte zu einem Konzert mit dem passenden Titel „Pianoween“ eingeladen – und bot seinem Publikum einen ebenso abwechslungsreichen wie gruselig-schönen Abend.

Auf dem Programm stand Klaviermusik mit Gänsehautfaktor, mal schaurig, mal augenzwinkernd, solistisch, im Duett und sogar im Quartett an zwei Klavieren. Dabei spannte sich der musikalische Bogen von Gurlitts „Nächtlicher Reise“ bis zum berühmten „Danse macabre“ von Camille Saint-Saëns, der in einem Arrangement für acht Hände an zwei Klavieren erklang. Fachbereichsleiter Robert Hurst übernahm dabei kurzerhand die Rolle des Dirigenten. Auch Mozart bekam mit der „Black Night Music“ eine geheimnisvolle Note, während der alltägliche Horror der „Rush Hour“ musikalisch ebenfalls nicht zu kurz kam.

Für zusätzliche Gänsehautmomente sorgten ungewöhnliche Klänge und überraschende Instrumente: Becken, die mit einem Geigenbogen gestrichen wurden, Hupen und Trillerpfeifen verliehen der Musik eine ganz besondere, bisweilen geradezu gespenstische Atmosphäre. Die stark abgedunkelte Stadthalle tat ihr Übriges, um das Publikum in die musikalische Halloween-Welt eintauchen zu lassen.

Neben den humorvoll-gruseligen Einfällen kamen natürlich auch die großen Komponisten nicht zu kurz: Werke von Grieg, Mendelssohn-Bartholdy, Chopin und Rachmaninov ergänzten das Programm und stellten das Können der Mitwirkenden unter Beweis. So bot „Pianoween“ nicht nur musikalische Abwechslung, sondern auch beachtliche pianistische Leistungen – ein Konzertabend, der auf höchst unterhaltsame Weise zeigte, dass sich mit schwarzen (und weißen) Tasten durchaus auch schaurig-schöne Geschichten erzählen lassen.