„Er hat die Stadt weit über seine Amtszeit hinaus geprägt“

Alt-Bürgermeister Antonius Weber ist gestorben

Alt-Bürgermeister Antonius Weber starb im Alter von 92 Jahren in Hamburg. Dieses Bild entstand anlässlich seines 85. Geburtstags. - Foto: Jochen Reichwein

13. Oktober 2022

Königstein (ut). Der ehemalige Königsteiner Bürgermeister Antonius Weber verstarb am 11. Oktober 2022 in Alter von 92 Jahren in Hamburg. Der Christdemokrat war mehr als 18 Jahre lang von 1972 bis 1991, Rathauschef in der Kurstadt. Bis heute sieht man die deutlichen Spuren seiner Amtszeit, denn darunter fielen unter anderem die Gemeindegebietsreform, der Bau des Kurbads, der Umbau des Luxemburger Schlosses sowie der Kauf des Hauses der Begegnung und der Erhalt des St. Josef-Krankenhauses.

Bürgermeister Leonhard Helm würdigt Antonius Weber als einen Mann, der die Kurstadt weit über seine Amtszeit hinaus geprägt hat: „Ihm verdanken wir das Kurbad und auch der umsichtige Kauf des Hauses der Begegnung fiel in seine Zeit. Das verschaffte uns dann die Basis, in meiner Amtszeit das historische bedeutende Gebäude zu dem heutigen modernen und energieeffizienten Veranstaltungshaus umzubauen.“ Dass das Kurbad auch nach 45 Jahren noch funktioniere, sei ein Zeichen qualitätsvoller Arbeit – von der Planung bis zur Ausführung und dem Betrieb. Und wenn man sich heute nach so langer Zeit in einer völlig veränderten Welt schwertue, den richtigen Weg für die Zukunft des Bades zu finden, tue das der seinerzeitigen Richtigkeit der Entscheidungen keinen Abbruch, so Helm.

Weber war gebürtiger Kölner und begann dort mit 18 Jahren eine Ausbildung als sogenannter „Dienstanfänger“. In den folgenden 25 Jahren machte er dann Karriere bis zum Referenten des Oberstadtdirektors und zum stellvertretenden Leiter des Planungsstabes. Dann kam Anfang der 70er Jahre der Wechsel vom Rhein in die damals noch nur aus der Kernstadt bestehende Kleinstadt im Taunus. Wenige Monate nach seiner Wahl zum Königsteiner Bürgermeister wurde Weber in einer zweiten Wahl zum ersten Bürgermeister der durch die Gebietsreform neu konstituierten und beträchtlich gewachsenen Stadt gewählt, die wir heute kennen.

Die Umsetzung dieser Reform und damit die Eingemeindung fielen natürlich in seinen Aufgabenbereich. Das war kein leichtes Spiel für den CDU-Bürgermeister, denn Falkenstein, der Wohnort Webers, reichte damals sogar Klage beim Bundesverfassungsgericht ein.

Zum  größten und weithin sichtbarsten Projekt als Rathauschef zählt der mutige Bau des Kurbads mit den bekannten Bäder-Architekten Geier + Geier, sowie dem bedeutenden Künstler Otto Herbert Hajek, das am 12. Juni 1977 eingeweiht wurde und 1989 eine Erweiterung des Außenbeckens bekam. Emotionale Debatten und Bürgerversammlungen wurden damals über den Bau und seine Gestaltung geführt. Seit 2013 ist das Kurbad als bedeutendes Kulturdenkmal anerkannt.

Weitere prägende Projekte waren die Errichtung des Hilfeleistungzentrums Am Kaltenborn, das heute noch die Feuerwehr und die Polizeistation beherbergt, der Bau des Altenwohnheims und der Sozialstation in der Georg Pingler-Straße. Weber ist ebenfalls dafür verantwortlich, dass das Luxemburger Schloss zum Hauptsitz des Amtsgerichts wurde. 1992 erhielt Antonius Weber in Anerkennung seiner Verdienste um die Stadt das Bundesverdienstkreuz.

In und nach seiner Amtszeit als Königsteiner Bürgermeister setzte er sich besonders für die Belange der hessischen und der deutschen Kurorte ein. Zuerst war Antonius Weber viele Jahre Vorsitzender des Hessischen Heilbäderverbandes, seit 1992 war er dann bis zu seinem Ruhestand Hauptgeschäftsführer des Deutschen Bäderverbandes in Bonn. 

In einem Interview erzählte Weber einmal, was Königstein für ihn so besonders mache.  „Die persönlichen Kontakte und die wunderbare Landschaft“, war seine Antwort. Zudem habe die Stadt eine zentrale Lage und biete viele Möglichkeiten. Und die nutzte er bis ins hohe Alter, etwa als regelmäßiger Besucher des Königsteiner Forums.

Antonius Weber verbrachte seinen Lebensabend in der Nähe seiner zweiten Tochter in Hamburg und hinterlässt außerdem einen Sohn. Die Beisetzung findet am 25. Oktober 2022 in Köln statt, wo Antonius Weber neben der früh verstorbenen Tochter Gerlinde und Ehefrau Elisabeth seine letzte Ruhe finden wird.