Mit Herz dabei

Taunus Sparkasse zeichnet engagierte Bürger:innen aus

Geehrte auf der Dachterrasse im Campus der Taunus Sparkasse im Landratsamt des Hochtaunuskreises. - Fotos: pit/TSK

26. September 2026

Hochtaunuskreis/Main-Taunus-Kreis (pit/ut). Die Taunus Sparkasse hat am Mittwoch, 9. September, zum 21. Mal den Bürgerpreis an engagierte Menschen und Initiativen aus dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis vergeben. Im Rahmen der feierlichen Verleihung wurden Menschen, Initiativen und Unternehmen geehrt, die sich mit besonderem Einsatz für das Gemeinwohl stark machen. Unter dem Motto „Mit Herz dabei“ wurden insgesamt zwölf Preisträger:innen ausgezeichnet.

Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse.

Die Ehrung fand im Campus der Taunus Sparkasse in Bad Homburg statt. Überreicht wurden die Bürgerpreise von Michael Cyriax, Landrat des Main-Taunus-Kreises und derzeit Verwaltungsratsvorsitzender der Taunus Sparkasse, Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises und derzeit stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse, und Oliver Klink, Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse.

Der Bürgerpreis wurde – wie in den Vorjahren – in den vier Kategorien „Alltagshelden“, „Engagierte Unternehmer“, „Lebenswerk“ und „U21“ vergeben. Die Preisträger:innen erhielten neben einem Preisgeld von je 500 Euro eine individuell gestaltete Glas-Stele als bleibende Erinnerung. Seit Einführung des Bürgerpreises im Jahr 2006 wurden damit bereits 176 Preisträger:innen gekürt.

„Unsere Region lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger. Sie helfen dort, wo Hilfe benötigt wird und setzen sich für andere Menschen ein. Sie packen an und übernehmen mit Leidenschaft Verantwortung. Vielen Dank“, sagte Michael Cyriax.

„Mit dem Bürgerpreis möchten wir Ihren wertvollen Einsatz würdigen und Sie gleichzeitig ermutigen, Ihr Engagement fortzuführen. Danke, dass Sie sich für Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung in unserer Gesellschaft einsetzen“, so Ulrich Krebs.

Schon jetzt ist klar: Auch im nächsten Jahr wird es Bürgerpreisträger:innen geben. Das Motto der Ausschreibung für die 22. Ausschreibung lautet „Von Menschen für Menschen“.

Die diesjährig Geehrten

Kategorie „Alltagshelden“

Patrick Schuch, Hattersheim

Patrick Schuch ist seit 20 Jahren im Vorstand des FC Eddersheim als Geschäftsführer ehrenamtlich tätig und sorgt als solcher nicht allein für Zusammenhalt der Mitglieder. Darüber hinaus ist er wöchentlich an fünf bis sechs Tagen als Torwarttrainer der Aktiven- und Jugendmannschaften beschäftigt. Er nimmt sich fast jeden Monat ein bis zwei Tage Urlaub, um eine sehr professionelle Stadionzeitung herzustellen. Nebenbei erledigt er viele administrative Dinge im sportlichen sowie ehrenamtlichen Bereich. Ohne Patrick Schuch wäre der FC Eddersheim nicht da, wo er heute steht.

Werner Fetscher, Eschborn

Werner Fetscher setzt sich seit mehr als 30 Jahren mit außergewöhnlicher Hilfsbereitschaft und großem sozialen Engagement für seine Mitmenschen ein. Seit 2001 unterstützt der 87-jährige „Bürger helfen Bürgern“ und engagiert sich mehrmals pro Woche in der Kleiderstube in Eschborn, wo er Kleidung sortiert, Sachspenden vorbereitet und mit mindestens zwölf Stunden wöchentlich zuverlässig mitarbeitet. Darüber hinaus ist er seit 36 Jahren bei den Guttemplern in Frankfurt aktiv, war dort lange Vorsitzender und unterstützte Hilfesuchende als persönliche Anlaufstelle. Seit sechs Jahren engagiert sich Werner Fetscher zudem bei der Tafel Schwalbach. Auch im privaten Umfeld hilft er kranken und älteren Nachbarn bei Arztbesuchen, Einkäufen und alltäglichen Aufgaben und „ist für viele Menschen eine wichtige soziale Bezugsperson, stets bescheiden und ohne öffentliche Aufmerksamkeit“, so Michael Cyriax.

Birgit Bellino, Neu Anspach

Birgit Bellino ist seit ihrer Jugend ehrenamtlich aktiv und war 1981 Gründungsmitglied des Bad Homburger Rock’n’Roll-Tanz-Zentrums “8nach6” e.V., dessen stellvertretende Vorsitzende sie bis heute ist. Neben ihrer Vorstandsarbeit engagiert sie sich als aktive Tänzerin und Trainerin und prägt mit innovativen Vereinsformaten für alle Altersklassen sowie bundesweiten Turnieren den Tanzsport in der Region – besonders durch die über 30-jährige Präsenz beim Bad Homburger Laternenfest. Seit 45 Jahren ist sie dabei eine treibende Kraft und setzt sich mit großem Einsatz für den Verein ein. Darüber hinaus unterstützt sie sie im karitativen Bereich, zum Beispiel den DRK Ortsverband Neu-Anspach, Kinder aus Tschernobyl, Ukraine Flüchtlinge sowie bei verschiedenen Aktivitäten weiterer ehrenamtlich tätiger Vereine. „Es gibt Vieles, das nur im Ehrenamt funktioniert, da der Staat mittlerweile häufig überfordert ist“, erläuterte Birgit Bellino ihr unermüdliches Engagement.

Initiative Stolpersteine Bad Homburg e.V.

Die Initiative „Stolpersteine Bad Homburg e. V.“ engagiert sich seit 2014 für die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Durch die Verlegung von Stolpersteinen im öffentlichen Raum und umfangreiche Recherchen zu den Lebensgeschichten der Verfolgten macht sie Geschichte im Alltag sichtbar und gibt den Menschen ihre Namen und Identität zurück. Mit ihrer Arbeit leistet die Initiative einen wichtigen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur, fördert den Austausch mit Angehörigen und schafft Verbindungen über Generationen und Ländergrenzen hinweg. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Einbindung von Schulen und jungen Menschen, die durch Gedenkveranstaltungen und Putzaktionen für demokratische Werte, Empathie und gesellschaftliche Verantwortung sensibilisiert werden. Gerade angesichts zunehmender gesellschaftlicher Spannungen setzt sich die Initiative entschlossen gegen Ausgrenzung und für eine offene, respektvolle und demokratische Gesellschaft. Sie zeigt, wie wichtig persönliches Engagement, Erinnerung und Zivilcourage für das Miteinander sind. Mit den Worten „es ist uns eine besondere Freude und Ehre, dass wir vorgeschlagen wurden“ nahm Wolfram Juretzek die Auszeichnung entgegen.

Tim Ziegelmeier, Bad Homburg

Tim Ziegelmeier wurde für sein Engagement für die „Adlercopa“ ausgezeichnet, ein in Bad Homburg seit Jahren etabliertes Fußballspiel, das aufgrund eines tragischen Schädel-Hirn-Traumas eines Freundes ins Leben gerufen wurde. Durch die bisherigen Spiele und das ganze Jahr über gelebte Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft, nach dem Motto „Niemand wird alleine gelassen – einer für alle, alle für einen”, wurden inzwischen fast 20.000 Euro für die „ZNS-Stiftung – Hilfe für Menschen mit Schädelhirntrauma“ gesammelt. Die Initiative verbindet Menschen aus der Region, fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt und gibt Betroffenen Hoffnung. Dabei steht nicht nur die einmalige Spendensumme, sondern das kontinuierliche Signal der Solidarität und des ehrenamtlichen Engagements im Vordergrund. Das Team besteht aus engagierten Ehrenamtlichen verschiedenster Alters  und Berufsgruppen, die ihre Zeit und Energie einbringen. Gemeinsam organisieren die Engagierten das Fußballspiel an Weihnachten, betreuen die Teilnehmer und sorgen das ganze Jahr über für Sichtbarkeit und Unterstützung der einst von Hannelore Kohl gegründeten ZNS Stiftung. „Wir sind rund 30 Spieler“, erläuterte Tim Ziegelmeier das vielköpfige Engagement und ergänzte: „Wer mal zuschauen möchte, kann gerne am 25. Dezember zu uns kommen.“ Von Seiten der ZNS-Stiftung heißt es zu dem Engagement: „Wir freuen uns sehr darüber – aber noch mehr mit den Freunden aus Bad Homburg, die so viel dazu beigetragen haben, dass es ihrem Freund endlich ein wenig besser geht.“

Kategorie „Engagierte Unternehmer“

Ralf Otto, Wunderbare Weite Welt, Eppstein

2007 gründete Ralf Otto die „Wunderbar Weite Welt“ im denkmalgeschützten Bahnhof von Eppstein und verwandelte das Gebäude mit großem persönlichem Einsatz, mithilfe von seiner Frau sowie seiner Tochter, in einen lebendigen Kulturort. Heute verbindet das Haus hochwertige Gastronomie mit einem anspruchsvollen Kulturprogramm und ist mit rund 40 Konzerten pro Jahr sowie Ausstellungen regionaler Künstler:innen ein wichtiger Treffpunkt für die kulturelle Vielfalt im Main-Taunus-Kreis. Dank seines Netzwerks ermöglicht Otto Auftritte internationaler Künstler:innen und setzt dabei auf Qualität und Authentizität statt auf kommerziellen Mainstream. Sein langjähriges Engagement versteht er als gesellschaftliche Aufgabe und hat einen überregional bekannten Ort geschaffen, der beispielhaft für gesellschaftlich wirksames Unternehmertum steht. „Sie haben den Bahnhof zu einem Hotspot gemacht, zu einem Kleinod für Eppstein und den gesamten Main-Taunus-Kreis“, freute sich Landrat Cyriax.

Kategorie „Lebenswerk“

Wolfgang Wachendorff, Bad Soden

Wolfgang Wachendorff engagiert sich seit über 35 Jahren ehrenamtlich als Bauingenieur für das Hundertwasserhaus in Bad Soden. Das außergewöhnliche Gebäude mit 17 Apartments, einem achtstöckigen, 30 Meter hohen Turm und dem historischen Kurgebäude von 1722 ist heute ein prägendes Wahrzeichen der Region. Durch seine kontinuierliche Betreuung und Instandhaltung trägt Wolfgang Wachendorff nicht nur zum Erhalt des Bauwerks bei, sondern fördert auch den Naturschutz. Seit 2000 brüten Uhus auf dem Turmdach, während der Boston-Efeu Lebensraum für Eichhörnchen, Bienen und Vögel schafft. Mit regelmäßigen Führungen, der Darstellung in Stadt- und Landesbroschüren sowie seinem persönlichen Einsatz stärkt er die kulturelle Bedeutung und touristische Attraktivität des Ortes. „Hudertwasser wäre stolz auf dieses Engagement“, war sich Michael Cyriax sicher und Wolfgang Wachendorf verriet: „Insgesamt 30 Uhus wurden dort bisher ausgebrütet und nur 2026 ist einer abgestürzt, da waren es dann nur noch drei Jungtiere.“

Monika Gerbas, Oberursel

Über viele Jahrzehnte engagierte Monika Gerbas sich als Tagesmutter in Oberursel und wurde für zahlreiche Familien zu einer wichtigen Vertrauensperson und Begleiterin für Kinder. Nach einer Begegnung mit einem Waisenkind in Südindien gründete sie 1998 die Nandri Kinderhilfe e.V. und entwickelte daraus mit großem persönlichem Einsatz über 25 Jahre ein Hilfsnetzwerk mit mehr als 200 Patenschaften, zahlreichen Unterstützern und Benefizaktionen. Durch ihr Engagement erhielten über 1.000 Kinder und junge Menschen in Indien neue Zukunftsperspektiven. Bis ins hohe Alter setzte sie sich für Hilfe zur Selbsthilfe durch Bildung, Fürsorge und Würde ein und prägte damit auch in der Region eine Kultur des Helfens, der Verantwortung und der Mitmenschlichkeit. „Sie haben damit etwas ganz Besonderes geschaffen“, so Landrat Ulrich Krebs, der auch verriet, dass Monika Gerbas immer noch aktiv sei. Die Geehrte wiederum versicherte: „Es war schön, es war schwierig, manchmal war es hart, aber ich würde es wieder genauso machen.“

Roland Kölsch, Friedrichsdorf

Roland Kölsch ist seit Jahrzehnten ein vielseitig engagierter Ehrenamtlicher, der sich mit großer Verantwortung für verschiedene Bereiche einsetzt. Von 1985 bis 1991 leitete er als Vorsitzender den Tennisclub Friedrichsdorf und prägte dessen positive Entwicklung.

Seit 1996 engagiert er sich im Lions-Club Friedrichsdorf Limes, bei dem er elf Jahre Vorsitzender des Fördervereins war und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortete. Auch im politischen Ehrenamt war er in einer besonderen Situation bereit, Verantwortung zu übernehmen. Sechs Jahre lang war er Vorsitzender des Stadtverbandes der CDU Friedrichsdorf. Seit 2015 ist er Vorstandsvorsitzender der Stiftung Maria-Ward-Schule in Bad Homburg, ein besonders zeitaufwendiges und verantwortungsvolles Engagement, da neben der Erweiterung der Schule auch umfangreiche Baumaßnahmen hinzukamen.

Trotz beruflicher Verantwortung als Unternehmer mit einem eigenen mittelständigen Betrieb und eines erfüllten Familienlebens setzt er sich bis heute im 80. Lebensjahr mit großer Leidenschaft, Umsicht und Überzeugung für das Ehrenamt ein. „Wir brauchen eine gute Infrastruktur im Bildungsbereich, doch es waren schwere Zeiten für die Maria-Ward-Schule bei zurückgehenden Zuschüssen“, so Ulrich Krebs. Dennoch habe Roland Kölsch es gemeinsam mit anderen geschafft, dass die Kirche in Limburg etwas dazu gegeben habe.

Kategorie „U21“

Lisa Man, Hattersheim

Lisa Man konnte an der Ehrung nicht teilnehmen, dennoch verriet Oliver Klink die Gründe für ihre Ehrung: „Sie engagiert sich sowohl als helfende Kraft in Not- und Gefahrenlagen bei der Feuerwehr als auch aktiv im Jugendparlament. Dabei bringt sie sich in kommunale Diskussions- und Entscheidungsprozesse ein, vertritt die Interessen junger Menschen und erarbeitet eigene Anträge.“ Unter dem Motto „von der Jugend für die Jugend“ entwickele sie gemeinsam mit anderen Jugendlichen Ideen und setze sich dafür ein, die Wünsche und Anliegen junger Menschen in Hattersheim einzubringen. Aktuell beteilige sie sich unter anderem an der Planung eines Literaturwettbewerbs für Jugendliche sowie am Aufbau einer Sportbox. „Zudem nutzt sie die Möglichkeit, an Stadtverordnetenversammlungen teilzunehmen und dort die Perspektive der Jugend einzubringen. So übernimmt Lisa Man Verantwortung und gestaltet die Zukunft ihrer Stadt aktiv mit“, so der Vorstandsvorsitzende abschließend.

Nikola Lena Kristan, Hofheim

Nikola Lena Kristan engagiert sich in einem Team von 12 bis 15 Jugendlichen unter 20 Jahren für die Kindercamps „Vielfalt leben in Einheit“, die dreimal jährlich mit jeweils rund 100 Kindern stattfinden. Das Team bietet Lern- und Lesenachhilfe sowie Workshops etwa in Tanz, Chor, Theater und Kunst an und vermittelt Werte wie Respekt, Empathie und Freundschaft. Hinzu kommen soziale Projekte, darunter Müllsammelaktionen und Besuche älterer Menschen. „Nikola Lena Kristan steht beispielhaft für eine Jugendgruppe, die viel Zeit in Vorbereitung und Weiterentwicklung investiert und sich mit großem Einsatz für Kinder engagiert“, hob Michael Cyriax hervor. „Es geht uns um Wertebildung, wie wir miteinander umgehen. Das möchten wir miteinander an die nächste Generation weitergeben“, erläuterte die Geehrte.

Ibrahim Music, Friedrichsdorf

Ibrahim Music kam am 1. August 2020 nach Deutschland und integrierte sich trotz großer sprachlicher und schulischer Herausforderungen erfolgreich. Nach einem Deutschkurs bei InSL e.V. erwarb er mit viel Ehrgeiz und Lernbereitschaft den Realschulabschluss und entschied sich, die erhaltene Unterstützung weiterzugeben. Im Rahmen eines ehrenamtlichen Jahrespraktikums bei InSL e.V. unterstützte er unter anderem die Social-Media-Arbeit, das Kids Camp 2024 in Burgholzhausen, den IT-Support sowie die Hausaufgabenbetreuung und Erwachsenenkurse. Heute absolviert er eine Ausbildung zum Kaufmann für Digitalisierungsmanagement und arbeitet weiterhin als Sprachtrainer bei InSL e.V. „Seine tolle Entwicklung hat Vorbildcharakter für junge Menschen“, betonte Ulrich Krebs. „Ich war mal einer von denen, die ohne viel Sprachkenntnisse hierher kamen, daher weiß ich, wie wichtig sie sind“, so Ibrahim Music.