22. Sommerakademie der Kulturstiftung - Jetzt anmelden für eine Woche pure Kreativität
17. März 2025
Friedrichsdorf (ut). Traditionell in der letzten Woche der hessischen Sommerferien füllt die Sommerakademie der Kulturstiftung Friedrichsdorf die Philipp-Reis-Schule (Färberstraße 10) jeweils von 10 bis 16 Uhr mit Leben. In diesem Jahr beziehen insgesamt zwölf Werkstätten von Folkmusik bis Urban Sketching von Montag, 11. August, bis Freitag, 15. August, die Räumlichkeiten der Schule. Die 22. Sommerakademie hat damit das umfangreichste Programm bisher. Eingebettet in die Kreativwoche sind zwei Werkstattkonzerte am Donnerstag, 14. August. Sie endet am Freitag, 15. August, mit einer gemeinschaftlichen Finissage.

Folkmusik ist Neuland
Mit der Folkmusikwerkstatt betritt die Sommerakademie Neuland. Sabrina Palm, unter anderem im Leitungsteam des Jugendfolkorchesters tätig, und Alex Froitzheim, ebenfalls Teil des Leitungsteams des Jugendfolkorchesters, – und damit zwei überaus versierte Musiker im Bereich Folk – konnten für die Leitung der Werkstatt gewonnen werden. Bei der Werkstatt wird auf Instrumenten wie Geige, (Quer-)flöte, Bratsche, Gitarre, Cello, Klavier, Mandoline, Akkordeon, Bass, Percussion und anderen Folk-Musik gemacht. Stücke aus Irland, Schottland, aber auch Deutschland werden passend für die Besetzung arrangiert und gemeinsam einstudiert. Es spielt dabei keine Rolle, ob man sein Instrument schon richtig gut beherrscht oder noch ziemlicher Anfänger ist. Für jeden findet sich eine passende Stimme, die auch einen passenden Lernerfolg mit sich bringt. Gelernt wird nach Gehör, daher muss man keine Noten lesen können. Auch Improvisationen spielen eine Rolle. Wer mindestens 12 Jahre alt ist, erste Erfahrungen mit seinem Instrument sammeln konnte, Lust hat, mit anderen gemeinsam Folkmusik zu machen, ist hier genau richtig.
Fotowerkstatt
Das letzte Gastspiel von Reiner Harscher ist schon einige Jahre her. Jetzt hat der Friedrichsdorfer Fotograf und Filmer erneut die Fotowerkstatt übernommen und zeigt den Teilnehmenden den Weg vom Knipsen zum Fotografieren. Anhand vieler Bildbeispiele erläutert er Themen wie die Besonderheit der Weitwinkelfotografie, den Einsatz großer Telebrennweiten, Fotografie im Grenzbereich oder in der blauen Stunde. Reiner Harscher spricht über den ausgewogenen Aufbau von Landschafts- und Tierbildern und die Besonderheiten bei der Portraitfotografie. Zudem gibt es einen Exkurs in die Fotografie mit dem Smartphone, da hochformatige Bilder für Social Media eine große Rolle spielen. Nach den theoretischen Erläuterungen geht es für die Teilnehmenden hinaus, um das Gelernte praktisch umzusetzen. Fotografiert wird sowohl bei anderen Werkstätten als auch im Stadtgebiet – zum Beispiel beim Wochenmarkt. Wichtige Voraussetzungen sind das Mindestalter von 16 Jahren sowie die Beherrschung der grundlegenden Funktionen des eigenen Kamerasystems.
Holz- und Linolwerkstatt
Mit dabei ist auch wieder die Holz- und Linolschnittwerkstatt, abgerundet durch einen Exkurs zur Monotypie. Der Friedrichsdorfer Künstler Eckhard Gehrmann leitet diese Werkstatt und wird seinen großen Erfahrungsschatz mit unterschiedlichsten Drucktechniken einbringen, denn hier ist Experimentieren erlaubt! Holz- und Linolschnitt sind Hochdruck-Techniken, bei denen flächige oder lineare Vertiefungen in die Druckplatte geschnitten werden. Alle erhabenen, nicht weggeschnittenen Teile ergeben das spätere Bild und werden anschließend auf Papier gedruckt (Hochdruck). Auch mehrfarbige Drucke sind möglich. So entstehen spannende Effekte mit überlappenden Farbflächen. Wer im Vorfeld der Werkstatt schon eine Idee für ein Motiv hat, kann dies gerne mitbringen. Das beim Linolschnitt verwendete Linoleum hat eine fast porenfreie Oberfläche und erzeugt somit kräftige Farbflächen. Das Holz hingegen trägt mit seiner natürlichen Maserung zur Bildgestaltung bei. Beim Drucken der Platten kommen lösungsmittelfreie Druckfarben auf Wasserbasis zum Einsatz. Die Monotypie verbindet Elemente der Malerei mit denen der Druckgrafik und bietet daher einen anderen Ansatz für kreatives Gestalten mit Farbe und Papier.
Urban Sketching
Die Urban Sketching Werkstatt steht ein weiteres Mal auf dem Programm. Unter der Leitung der Friedrichsdorfer Illustratorin Florence Baumeister lernen Teilnehmer, ihre Umgebung auf lockere und farbenfrohe Weise festzuhalten – sei es mit Aquarell, Markern oder dem Tablet. Florence Baumeister erläutert die verschiedenen Techniken und vermittelt die Grundlagen der Perspektive. Im Stadtgebiet werden anschließend Friedrichsdorfer Szenen wie zum Beispiel auf dem Wochenmarkt eingefangen. Profi-Kenntnisse sind dazu nicht erforderlich. Für den Fall von Schlechtwetter wird eine Alternative angeboten, die Teilnehmern die Grundlagen der Komposition und Typografie vermittelt, so dass das Abschlussprojekt mit coolen Handlettering-Elementen finalisiert werden kann. Dabei handelt es sich um die gemeinsame Gestaltung einer Grußkarte mit einem Motiv aus Friedrichsdorf.

Graffiti
Die Graffiti-Werkstatt unter der Leitung des Frankfurter Graffiti-Künstlers Jan-Malte Strijek ist auch wieder mit dabei. Der Dozent greift aus dem weiten Feld „Urban Art“ die Street Art und Graffiti heraus. Inspiriert von der Entstehungsgeschichte des sogenannten „Style-Writings“ werden erste Rohskizzen auf Papier erarbeitet und zu einem Vorentwurf für das spätere Werk weiterentwickelt. Neben Arbeiten auf Leinwand, die die Teilnehmenden auch mit nach Hause nehmen können, erarbeiten sie ein gemeinsames Motiv, das sie an einer Wand im Stadtteil Seulberg verewigen.
Holz
Bei der Holzwerkstatt unter der Leitung der Holzbildhauerin und Tischlerin Ortrud Sturm aus Rödermark erarbeiten die Teilnehmenden aus einem Stück Holz Skulpturen nach ihren Vorstellungen. Die Dozentin vermittelt die dafür erforderlichen handwerklichen Fertigkeiten. Da von Hand gearbeitet wird, ist dies eine durchaus schweißtreibende Angelegenheit und setzt eine gute Kondition voraus. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Werkstatt Künstlerbuch
Wieder mit an Bord ist die Kunstwerkstatt Künstlerbuch – Blatt für Blatt unter der Leitung von Uta Schneider. Aus einem über 20-jährigen Erfahrungsschatz an Lehrtätigkeit – auch international – schöpft die in Offenbach lebende Künstlerin. Eine Collage, eine schnelle Skizze oder ein kurzer Text, Fotos in Farbe oder schwarz-weiß, als Original oder in Kopie füllen den Buchraum und lassen eine Geschichte entstehen. Bei allen Schritten und der wichtigen Dramaturgie steht Uta Schneider mit Rat und Tat zur Seite. Der Kurs ist eine Einladung, sich im Wechselspiel zwischen Improvisation und Konzept zu üben und bietet Raum fürs Experimentieren. Am Ende steht eine ganz eigene Geschichte aus den unterschiedlichsten Elementen, die für die Teilnehmenden wichtig sind. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Kunst aus Eisen
Die Werkstatt „Feuer und Eisen – Kunst aus Eisen“ unter der Leitung von Bernd Bannach erweitert die Werkstätten der bildenden Kunst. Nach einer Einführung in den Umgang mit Feuer und Eisen wird an Übungsstücken gearbeitet, die schon zu ersten Skulpturen werden. Aus Schrott und Fundstücken kann hier ein Kunstobjekt entstehen oder es wird ein altes Stück nachgeschmiedet. Techniken wie Spalten oder Lochen werden von Bernd Bannach gezeigt. Hier sind nur noch wenige Plätze frei.
Steinwerkstatt
Die Steinwerkstatt ist seit Jahren fester Bestandteil der Sommerakademie. Der in Frankfurt lebende, freischaffende Bildhauer Simon Vogt vermittelt in seiner Werkstatt die Ausarbeitung einer Skulptur aus Tuff, Sandstein oder einem hellen Kalkstein, der sich auch feilen und schleifen lässt. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber Ausdauer sollte vorhanden sein, denn es wird von Hand gearbeitet.
Musikwerkstätten
Eine feste Größe bei der Sommerakademie sind jedes Jahr die drei Musikwerkstätten Kammermusik, Klavier und Gesang. Sie ermöglichen eine intensive Erarbeitung von verschiedenen Musikstücken, was oft einen enormen Sprung in der Spielfertigkeit mit sich bringt. Die Violinistin Andrea Christ leitet gemeinsam mit der Friedrichsdorfer Cellistin Mercedes van Gunsteren die Kammermusikwerkstatt. Der Pianist Klaus Dreier hat die Leitung der Klavierwerkstatt inne. Beide Musikwerkstätten sind eng verzahnt und gemeinsam unterrichten die Dozentinnen und der Dozent fortgeschrittene Pianisten, Streicher und Bläser im gemeinsamen Musizieren und das wichtige einander Zuhören. Teilnehmen können ausschließlich fortgeschrittene Musiker ab einem Alter von elf Jahren.
Für den Schwerpunkt Gesang zeichnet erneut Gabriele Zimmermann als Leiterin verantwortlich. Der Kurs bietet die Möglichkeit der intensiven Erarbeitung von Gesangsstücken gemeinsam mit einer Pianistin oder einem Pianisten und in Kammermusikformationen. Sängerinnen und Sänger mit eigener Klavierbegleitung können auch als Duo teilnehmen.
Der Anmeldeschluss für die Musikwerkstätten Kammermusik und Klavier ist der 25. April, für Gesang der 2. Juni.
Der Teilnahmebeitrag pro Werkstatt beträgt für Schüler:innen, Auszubildende sowie Studierende 150 Euro (mit Wohnsitz Friedrichsdorf 140 Euro), für Erwachsene 220 Euro (mit Wohnsitz Friedrichsdorf 205 Euro). Bei verschiedenen Kunstwerkstätten entstehen zusätzliche Materialkosten. Die Teilnehmerzahl ist bei allen Werkstätten begrenzt. Anmelden können sich Interessierte ab sofort. Anmeldeschluss für alle Kunstwerkstätten und die Folkmusik-Werkstatt ist der 30. Juni.

