Nach wie vor aktuell
Frauen im Kampf für Lohngleichheit - Neuer Roman von Deike Wichmann
Von Petra Pfeifer, 9. September 2026
Eppstein. In ihrem Debütroman „Die Unbeirrbaren“, widmete sich Deike Wichmann den „Müttern des Grundgesetzes“ und dem durch diese entstandenen Artikel 3, Absatz 2. Dieser lautet: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ und wurde 1992 durch den Zusatz erweitert: „Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“
Dass dies auch Jahrzehnte später – und auch heute noch nicht – bei den Gehaltszahlungen durchgesetzt ist, thematisiert die gebürtige Detmolderin, die mit ihrer Familie in Eppstein lebt, nun in ihrem im Frühjahr beim Verlag „Aufbau Digital“ erschienenen zweiten Roman „Weil wir gleich sind“. „Auf das Thema bin ich durch Zufall aufmerksam geworden“, berichtet Deike Wichmann. Es sei bei einer Recherche in der Bundeszentrale für politische Bildung gewesen, dass sie auf die Geschichte der „Heinze“-Frauen aufmerksam wurde, die Vorreiterinnen im Kampf um Lohngleichheit waren.
In ihrem Roman sind es die „Blitzlicht“ Frauen rund um Henni Sander, die diese Geschichte wieder aufleben lassen. Die 21-Jährige arbeitet gern in ihrem Job als Fotolaborantin. Eines Tages jedoch lässt ihr Kollege Tom seinen Lohnzettel in der Dunkelkammer liegen. Sie steckt ihn zunächst einfach nur ein, um ihn ihm zurückzugeben, vergisst dann aber vorerst das Schriftstück in der Schürzentasche. Erst in der nächsten Pause im Kreise ihrer Kolleginnen fällt er ihr wieder ein und möchte nach der Adresse des Kollegen schauen, um ihm das Fundstück persönlich zu überreichen. Dabei überfliegt sie den Zettel und muss feststellen, dass er für die gleiche Leistung wesentlich besser bezahlt wird. Wortlos reicht sie den Lohnzettel an die anderen Frauen weiter – und für Carmen, Henni, Ina sowie Margarethe steht fest, dass sie das nicht auf sich sitzen lassen wollen.

Es beginnt die Schilderung des von 1978 bis 1980 währenden Kampfes mutiger und ideenreicher Frauen um Lohngleichheit. Sie schaffen es, Institutionen und Politiker für ihr Unterfangen zu gewinnen, Pressekonferenzen und Interviews gehören plötzlich zu ihrem Leben dazu. Doch es ist auch ein Kampf in den eigenen Reihen, nicht allein mit den männlichen Kollegen. Zum Beispiel ist da auch Hennis Ehemann Joachim, der von ihr erwartet, dass sie da auf keinen Fall mitmachen, den „Kopf unten“ halten soll. Aber da ist auch noch Tom, der den Zettel eigentlich gar nicht versehentlich hat liegen lassen…
Einmal mehr ist es Deike Wichmann gelungen, historische und politische Gegebenheiten überaus gelungen mit ein wenig Fiktion in Bezug auf die Protagonisten zu verknüpfen. Darüber hinaus werden gesellschaftliche Umstände angesprochen, die heute teilweise in Vergessenheit geraten, wenn nicht gar mittlerweile undenkbar sind. Obendrein hat die Autorin ihr Ziel erreicht: „Ich wollte darstellen, was man erreichen kann, wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort und solidarisch ist.“
Termine der Lesungen
Am Donnerstag, 10. September, um 19.30 Uhr stellt Deike Wichmann ihren neuen Roman, der in der Reihe „Sternstunden für Frauen“ erschienen ist, in der Stadtbücherei Hofheim vor. Karten für die Lesung gibt es zum Preis von 12 Euro in der Stadtbücherei Hofheim am Taunus, Kellereiplatz 2, Telefon (06192) 202 -570, und bei der Buchhandlung Tolksdorf, Telefon (06192) 5213. Die Lesung ist Teil des Literaturfestivals „Leseland Hessen“.
Zwei Tage später, am Samstag, 12. September 2026, 18 Uhr ist der nächste Termin im Bürgerhaus Kriftel, Frankfurter Straße 33. Veranstalter ist die Frauen-Union. Der Eintritt ist frei.
In der kommenden Woche, Donnerstag, 17. September 2026, 19 Uhr findet eine Lesung in der Stadtbücherei Schwalbach, Marktplatz 1 statt. Tickets gibt es für 7 Euro an der Abendkasse.
Im Rahmen von Leseland Hessen organisieren der Kulturkreis und die Stadt Eppstein insgesamt vier Lesungen. Deike Wichmann führt den Reigen am Freitag, dem 2. Oktober 2026, 19.30 Uhr im Gemeindezentrum in Niederjosbach, Am Honigbaum 13 an. Tickets gibt es für 8 Euro im Bürgerbüro in Eppstein und sonst an der Abendkasse.
Weil wir gleich sind, Verlag Aufbau Digital, Veröffentlichung: 14.04.2026, ISBN (EPUB): 9783841240484, 11,90 Euro, ISBN (Taschenbuch): 9783746641591, 15 Euro

