Freiheit braucht Mut - 65. Mahnwache für die Ukraine

Gruppenfoto der 65. Mahnwache. - Foto: Stadt Eltville

21. Juli 2026

Eltville am Rhein (ut). Kurz nach dem großen Ukraine-Gipfel in Paris am französischen Nationalfeiertag, am 14. Juli 2026, fand in Eltville die 65. Mahnwache seit Ausbruch des Krieges statt. Stadtverordnetenvorsteher Ingo Schon begrüßte die Anwesenden mit einem hoffnungsvollen Blick: „Wenn man sieht, wie groß die internationale Unterstützung für die Ukraine gerade wieder in dieser Woche war, und wenn man sieht, wie engagiert das ukrainische Volk auf der Krim, im eigenen Land und auch in Russland kämpft, dann nährt das die Hoffnung, dass der Aggressor am Ende dieses Krieges nicht erfolgreich sein wird.“ Mit den Mahnwachen setze die Stadt einmal im Monat dafür ein sichtbares Zeichen der Unterstützung.

Bürgermeister Patrick Kunkel erläuterte die aktuellen Projekte der Stadt, die gerade in den letzten beiden Wochen auf internationale Verständigung ausgerichtet waren. Eine Delegation aus der Partnerstadt Montrichard hatte mit weiteren Gästen aus der Nachbarstadt Saint-Gilles-Croix-de-Vie Eltville besucht und auch dort war das Thema Ukraine präsent. Einer der Anknüpfungspunkte war die „digitale Fernbrücke“, die seitens des Jugendzentrums mit Teilnehmenden aus Eltville und der ukrainischen Partnerstadt veranstaltet worden war und über 20 Jugendliche zusammengebracht hatte.

Stadtverordnetenvorsteher Ingo Schon, Paula und Nastja, stellvertrende Stadtverordnetenvorsteherin Sigrid Hansen, Olja Piemonte und Bürgermeister Patrick Kunkel. – Foto: Stadt Eltville

Zwei der Teilnehmerinnen, Paula und Nastja, schilderten auf der Mahnwache, wie spannend es gewesen sei, einmal zu sehen, wie eng man doch beieinander sei, beispielsweise, was den Musikgeschmack angehe. Dieses Projekt fand auch im deutsch-französischen Austausch breiten Widerhall. Inzwischen gibt es Überlegungen zwischen den Partnerstädten, eine ähnliche Brücke aufzubauen – gegebenenfalls mit weiteren Partnern in Dänemark, Italien oder auch in Litauen. „Diese Begegnungen, diese Völkerverständigung gerade der jungen Menschen sind unerlässlich für unser Europa“, so Olja Piemonte, die seit Beginn an die Mahnwachen begleitet und maßgeblich mit vorbereitet. „Immer wieder müssen wir deutlich machen, dass Freiheit auch Mut braucht – schon bei den Jüngsten.“

Zum Abschluss schmückten die Gäste der Mahnwache den Wunschbaum in der Mitte des Bischof-Kilian-Platzes mit gelben und blauen Bändern, auf denen sie Wünsche für die Ukraine niederschrieben. Bereits vor zwei Jahren hatten die Teilnehmer:innen entsprechende Wünsche an den Baum gehängt, die bis heute zu sehen sind. Am untersten Ast sind bis heute die Worte zu lesen „Sieg der Ukraine“.

Ingo Schon dankte allen Teilnehmenden und machte zum Abschluss einmal mehr deutlich, „dass in der Ukraine nicht nur das Staatsgebiet des ukrainischen Volkes, sondern darüber hinaus die Freiheit unseres Kontinents verteidigt wird“. Er lud bereits jetzt alle Eltviller:innen zur kommenden 66. Mahnwache ein, wenn der Krieg in der Ukraine dann bereits viereinhalb Jahre andauern wird.

Einen überaus emotionalen Moment setzte eine Familie aus Kiew, deren Vater im Militär der Ukraine für sein Heimatland kämpft und die seit rund vier Jahren nun in Eltville eine Heimat gefunden hat. Die Familie hat entschieden, nun zurück zu ihrem Vater zu gehen, damit die Kinder nicht ohne ihn aufwachsen müssen. Unmittelbar nach der Mahnwache verließen sie Eltville und gehen zurück in die Hauptstadt Kwjiv. „Unsere Gedanken und Gebete begleiten sie“, so Patrick Kunkel.