Weißstörche in Winternebel und Schnee – NABU ruft zum Melden von Störchen auf
3. November 2026
Hessen (ut). Weißstörche in Winternebel und Schnee: Dieser Anblick ist seit einigen Jahren in Deutschland nicht mehr ungewöhnlich. Um mehr über Weißstörche zu erfahren, die in der kalten Jahreszeit bei uns bleiben und nicht in den Süden ziehen, ruft der NABU Hessen wieder zum Melden von „Winterstörchen“ auf. Alle Vogelfreund:innen können sich an der der Mitmachaktion beteiligen und überwinternde Weißstörche bis zum 31. Januar 2027 online unter www.NABU-naturgucker.de/weissstorch melden.
„Wir beobachten schon seit mehr als 20 Jahren, dass sich das Zugverhalten ändert“, erläutert Bernd Petri, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU Hessen. „Viele der Vögel, die das Mittelmeer früher westlich umflogen, bleiben inzwischen in Spanien, statt weiter nach Afrika zu fliegen. Dort nutzen sie das Nahrungsangebot in Reisfeldern und auf offenen Mülldeponien.“
Auch in Deutschland werden vermehrt Störche beobachtet, die im Herbst nicht mehr abreisen. In der vergangenen Wintersaison gab es bundesweit fast 1.200 Meldungen. Hessen ist dabei ein Mekka überwinternder Weißstörche. So haben im letzten Winter allein im Hessischen Ried 600 Störche die kalte Jahreszeit verbracht. Gebrütet haben in Deutschland in diesem Jahr insgesamt 16.500 Storchenpaare, in Hessen waren es etwa 1.700.
Flug in den Süden wegen Nahrung
Bisher betrifft das stark veränderte Zugverhalten nur die westziehenden Störche. Die „Ostzieher“, also die Vögel, die über den Bosporus nach Afrika fliegen, treten immer noch ihre weite Reise an. Für das veränderte Verhalten der Westzieher gibt es mehrere Gründe. Petri: „Die Klimaerwärmung spielt eine wichtige Rolle. In immer milderen Wintern finden Weißstörche als Nahrungsopportunisten auch bei uns genug Mäuse, Würmer, kleine Fische und Abfall auf offenen Mülldeponien.“
Denn Weißstörche ziehen vor allem wegen der Nahrungsknappheit im europäischen Winter. Finden sie genug Futter, ersparen sich einige den kräftezehrenden Zug. Außerdem sind sie so früher in den Brutgebieten und können die besten Neststandorte besetzen.
Zu kalt wird es den Störchen bei uns nicht. „Kälte macht ihnen kaum etwas aus, da sie mit ihrem natürlichen Daunenmantel Wärme wesentlich besser speichern können als kleine Singvögel wie Meise und Spatz – und die überwintern schließlich auch bei uns“, erläutert Petri.
Mehr Informationen gibt es unter https://nabu-naturgucker.de/meldeportal/naturbeobachtungen-melden/weissstoerche-im-winter/

