Waldwiesenbach fließt künftig durch Kunststoff

Sandra Poschmann und Christopher Wiegand vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt machen sich ein Bild vom Fortgang der Kanalsanierung in der Limburger Straße. - Foto: Stadt Kronberg

30. Oktober 2026

Kronberg (ut). In Oberhöchstadt wird derzeit ein 50 Meter langer Abschnitt des Kanals grundhaft saniert, der den Waldwiesenbach unterirdisch durch den Ortskern führt. Die Maßnahme im Bereich Limburger Straße 2 bis 6 ist zwingend geboten, sind Wände und Decke des Kanalbauwerks doch in ihrer Standsicherheit gefährdet. Für mehr Stabilität sollen künftig Module aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) sorgen.

Vom Dalles-Parkplatz ausgehend werden diese eierschalenfarbenen Ovale in der Kanalisation verbaut – als Alternative zu den dort bislang vorhandenen, klassischen Rohren. Denn die sind nicht nur gehörig in die Jahre gekommen, sondern zudem für den Standort denkbar ungeeignet.

Die glasfaserverstärkten Kunststoff-Module wurden eigens angefertigt, um der beengten Ver-hältnisse in der Limburger Straße gerecht zu werden. Mit dieser Lösung, davon sind Sandra Poschmann und Christopher Wiegand vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt überzeugt, sollten Durchfluss und Stabilität gewährleistet sein. – Foto: Stadt Kronberg

„Wir haben es hier mit einer sehr schmalen Gasse zu tun, die über die anliegende Bebauung zusätzlich eingeengt wird. Teilweise fußen die Gebäude sogar auf der Außenmauer des Kanals“, erklärt Sandra Poschmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt im Kronberger Rathaus. Der daraus resultierende, rechteckige Kanalquerschnitt verhindere den Griff zu Standardlösungen aus dem Baustoff-Katalog. Poschmann: „Deshalb setzen wir bei der Sanierung auf die GFK-Lösung, die für diesen Querschnitt eigens angefertigt worden ist.“ Mit Hilfe dieser Module lasse sich der gewünschte Durchfluss wie auch die erforderliche Stabilität des Kanalbauwerks sicherstellen.

„Für den Einbau der Kunststoff-Ovale ist es erforderlich, am Anfang wie auch am Ende des zu sanierenden Kanalabschnitts die Straße aufzubrechen“, ergänzt Christopher Wiegand, der das Sanierungsprojekt vonseiten des städtischen Umweltreferats begleitet. Anschließend würden die Module von beiden Seiten bis zur Engstelle in der Mitte zusammenengeschoben, miteinander verbunden und zeitgleich die Anschlussbauwerke zu den Bestandskanälen neu mit Beton verfüllt. Wiegand: „Ist das erledigt, wird zum Ende noch das Straßenpflaster darüber erneuert.“ Das bislang vorhandene Pflaster werde gesichert, um es bei Bedarf an anderer Stelle wiederzuverwenden.

Nach Abschluss der grundhaften Sanierung, so Wiegand, soll dann auch die in diesem Bereich der Limburger Straße derzeit geltende Nutzungsbeschränkung auf Fahrzeuge unter 3,5 Tonnen wieder aufgehoben werden.

Gemäß Auftragsvergabe sind die Kosten der Kanalinstandsetzung mit rund 397000 Euro brutto veranschlagt. Der Abschluss der gesamten Baumaßnahme ist für den 9. Dezember 2026 ins Auge gefasst.