Trauer um Ingeborg Wolf

Älteste Bürgerin Kronbergs am 27. Januar im Alter von 109 Jahren verstorben

Dieses Porträt von Inge Wolf stammt von dem Wiesbadener Fotografen Karsten Thormaehlen und entstand 2018 im Rahmen der Berichterstattung um die Ausstellung GREY IS THE NEW PINK und für die ZDF Sendung 37° Grad »Mit hundert ist noch nicht Schluß«.

1. Februar 2025

Kronberg im Taunus (ut). Die Stadt trauert um ihre älteste Mitbürgerin: Ingeborg Wolf ist am vergangenen Montag, 27. Januar, im Alter von 109 Jahren verstorben. Am 24. Juli 1915 mitten in den Wirren des Ersten Weltkriegs im westpreußischen Thorn (heute Toruń) geboren und in Rostock aufgewachsen, führte Wolfs langer wie bewegter Lebensweg sie 2002 nach Kronberg, wo sie im Rosenhof nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch neue Passionen und Ziele für sich entdeckte.

Dieses Bild von Inge Wolf vor ihrem Regal in ihrer Wohnung im Rosenhof ist noch bis zum 28. Februar 2025 in der Karsten Thormaehlen-Ausstellung „YOUNG AT HEART“ im varisano Krankenhaus Hofheim zu sehen.

Noch mit 95 Jahren lernte die studierte Innenarchitektin mit dem ausgeprägten Sinn fürs Schöne das Segeln. Acht Jahre später, mit stolzen 103 Jahren, wurde Wolf sogar noch zum Foto-Model. Der Wiesbadener Fotograf  Karsten Thormaehlen hatte die Wahl-Kronbergerin 2019 für die Werbekampagne eines Bekleidungsherstellers vor die Kamera geholt. Eine willkommene Gelegenheit für die zeitlebens sportliche wie modeaffine Frau, sich auch auf diesem Feld noch einmal im hohen Alter zu versuchen. Getreu ihrem Credo: „Ich will leben und nicht vegetieren.“

„Wer die Freude und die Ehre hatte, Frau Wolf kennenlernen zu dürfen, der begegnete einem Menschen, der im wohltuendsten Sinne des Wortes lebensbejahend war“, würdigt Kronbergs Bürgermeister Christoph König in einem Nachruf die Verstorbene. Das eigene Dasein und die damit einhergehenden Herausforderungen nicht nur anzunehmen, sondern das Beste daraus zu machen, das sei für Ingeborg Wolf nicht nur selbstverständlich, sondern stets auch eine Frage des guten Stils gewesen – im Beruf wie auch im Privaten.

Bürgermeister König: „Ich denke, wir alle können und sollten uns Ingeborg Wolf zum Vorbild nehmen.“ Nicht, weil ihr ein so langes Leben vergönnt war, sondern ob der zuversichtlichen wie mutigen Art, wie sie dieses Leben für sich gelebt und genutzt habe. „Wir werden ihr ein ehrenvolles Andenken bewahren“, unterstreicht der Kronberger Rathauschef.

Obschon das Älterwerden ganz sicher keine Frage von Rekorden und Höchstwerten ist, sei der Vollständigkeit halber an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass nach dem Ableben von Ingeborg Wolf der älteste Kronberger ein Mann und gegenwärtig 104 Jahre alt ist.