Stadtbücherei zählt zu den Besten in Hessen
24. Juni 2026
Kronberg (ut). Die Stadtbücherei der Burgstadt ist top – was bei vielen Kronberger:innen bislang vor allem ein gutes Gefühl gewesen sein dürfte, hat das Team der Bibliothek in der Hainstraße jetzt auch schwarz auf weiß. Und das von höchster Stelle. In einer vom Präsidenten des Hessischen Rechnungshofs in Auftrag gegebenen vergleichenden Prüfung hat die Kronberger Bücherei über alle fünf zentralen Prüfdimensionen hinweg ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielt und damit in der Gesamtbewertung am Ende Platz eins belegt.
Insgesamt zehn kommunale Bibliotheken in Hessen hatte die mit der Untersuchung beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte unter die Lupe genommen. Neben Kronberg gehörten Borken, Butzbach, Büdingen, Erbach, Grünberg, Hainburg, Kelsterbach, Pfungstadt und Viernheim zum sogenannten „Vergleichsring“. Die Auswahl erfolgte auf Basis vergleichbarer Strukturdaten wie Einwohnerzahl, Medienbestand, Öffnungszeiten, Personal und Online-Angeboten. Der Prüfungszeitraum umfasste die Haushaltsjahre 2020 bis 2024.
Untersucht wurden die Leistungsfähigkeit, der Stand der Digitalisierung, das Angebot, die Personalausstattung, die Inanspruchnahme von Fördermitteln sowie der Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen, insbesondere zum Ziel „Hochwertige Bildung“. Die Leistungsfähigkeit der einzelnen Büchereien wurde mit 40 Prozent am stärksten gewichtet. Personalausstattung und Digitalisierung gingen mit jeweils 20 Prozent, Fördermittel und Nachhaltigkeitsziele mit jeweils zehn Prozent in die Bewertung ein.
Hervorragend Leistungsfähigkeit
Besonders gut schnitt die Kronberger Stadtbücherei vor allem bei der Leistungsfähigkeit ab. In diesem Bereich erreichte sie Rang eins. Ausschlaggebend hierfür waren, so ist es dem Prüfbericht zu entnehmen, unter anderem die Zahl und Qualifikation der Beschäftigten, die Ausbildungstätigkeit, ein umfangreiches und aktuelles Medienangebot sowie vergleichsweise hohe Ausleihzahlen.
„Wir freuen uns natürlich sehr über dieses tolle Ergebnis. Es bestätigt uns in unserer Arbeit und bestärkt uns in unserem Bestreben, unser Angebot für die Kronbergerinnen und Kronberger stetig weiterzuentwickeln“, unterstreicht Daniela Barbu, die Leiterin der Kronberger Stadtbücherei, verbunden mit einem ganz besonderen Dank an ihre Mitarbeitenden, den Freundeskreis der Einrichtung wie auch an die Verantwortlichen in den städtischen Gremien. Ohne die Unterstützung und die Wertschätzung, die die Bücherei hier wie auch durch die Kundinnen und Kunden erfahre, so Barbu, wäre das alles nicht möglich.
„Herzlichen Glückwunsch zu dieser keineswegs selbstverständlichen wie absolut verdienten Spitzenplatzierung“, gratuliert Kronbergs Bürgermeister Christoph König. Gerade in Zeiten, in denen die kommunalen Haushalte landauf landab unter massivem Druck stünden, untermauere die Prüfung am Beispiel der Kronberger Stadtbücherei, dass Investitionen in diese und vergleichbare Einrichtungen nicht nur gut angelegtes, sondern auch gewissenhaft genutztes Geld sind. König: „Hier zeigt sich einmal mehr, wie notwendig diese vermeintlich ,freiwilligen Leistungen‘ für unsere Gemeinwesen sind. Wo, wenn nicht in einer Stadtbücherei werden Kinder in ihrer Freizeit ans Lesen herangeführt, wird bis ins hohe Alter Wissen vermittelt, das Nachdenken gefördert und die Fantasie angeregt?“
So zufrieden man mit den Zahlen und Auswertungen sein könne, die die Wirtschaftsprüfer vorgelegt hätten, so wichtig sei es jedoch, darauf hinzuweisen, dass sie nur einen Teil dessen widerspiegeln, was die Kronberger Stadtbücherei auszeichnet. König: „Es ist vor allem die Zugewandtheit, menschliche Wärme und große Sachkunde der Mitarbeitenden, die unsere Bibliothek zu einem ganz besonderen Ort für kleine und große Nutzerinnen und Nutzer macht. Dafür und für den damit verbundenen Einsatz danke ich Daniela Barbu und ihrem Team von Herzen.“
Positiv vermerkt wird in der vom Landesrechnungshof beauftragten Studie zudem, dass im Prüfungszeitraum 1.656 Nutzer:innen das Angebot der Kronberger Stadtbücherei aktiv genutzt wurde. Die Reichweite lag bei 8,87 Prozent. Auch die jährliche Erneuerungsquote des Medienbestands wird dem Team der Burgstadt-Bibliothek hoch angerechnet.
Hervorgehoben wurden außerdem die gute Erreichbarkeit, der barrierefreie Zugang, eine Leseecke, Aufbewahrungsmöglichkeiten und ein Getränkeangebot.
Beim Stand der Digitalisierung erreichte Kronberg Rang zwei. Die Stadtbücherei erfüllte alle fünf geprüften Merkmale einer digitalen Grundausstattung. Genannt werden unter anderem WLAN, RFID-Technik, digitale Medienangebote, die Mitgliedschaft im OnleiheVerbundHessen, Fernleihe, eine eigene Webseite und digitale Sprechstunden.
Als großes Plus ging überdies das vielfältige Veranstaltungsangebot in die Wertung ein. Die Stadtbücherei bot Veranstaltungen in vier Sprachen an und überzeugte besonders durch Angebote für Kinder. Im Zeitraum 2020 bis 2024 wurden 334 Kinderveranstaltungen gezählt. Damit lag Kronberg deutlich über dem Durchschnitt.
Mit Angeboten wie der „Bibliothek der Dinge“ und Makerboxen erweitert die Stadtbücherei ihr klassisches Profil. Der Bericht sieht darin einen wichtigen Beitrag zu einer modernen, nutzerorientierten und zukunftsfähigen Bibliotheksarbeit.
Hinweis zur Vergleichenden Prüfung
Die Vergleichende Prüfung ist Teil der überörtlichen Prüfung kommunaler Körperschaften in Hessen. Sie erfolgt auf Grundlage des Gesetzes zur Regelung der überörtlichen Prüfung kommunaler Körperschaften in Hessen. Ziel ist es festzustellen, ob kommunale Verwaltungen und Einrichtungen rechtmäßig, sachgerecht und wirtschaftlich geführt werden.
Der besondere Ansatz liegt im Vergleich: Nicht nur eine einzelne Kommune wird betrachtet, sondern mehrere Kommunen oder Einrichtungen mit ähnlichen Strukturen werden anhand einheitlicher Kriterien gegenübergestellt. So lassen sich Stärken, Schwächen, Entwicklungspotenziale und mögliche Handlungsbedarfe besser erkennen.
Die 256. Vergleichende Prüfung „Kommunale Bibliotheken“ untersuchte zehn kommunale Bibliotheken in Hessen. Bewertet wurden unter anderem Personalausstattung, Leistungsfähigkeit, Digitalisierung, Fördermittel und der Beitrag zu Nachhaltigkeitszielen, insbesondere zu hochwertiger Bildung.
Ziel der Prüfung war es, den aktuellen Entwicklungsstand der Bibliotheken zu erfassen, ihre Zukunftsfähigkeit zu bewerten und Empfehlungen für eine nachhaltige Weiterentwicklung zu geben. Die Ergebnisse dienen damit nicht nur der Kontrolle, sondern auch als Grundlage für Verbesserungen und strategische Entscheidungen.

