Für einen sicheren Schwimmbetrieb
Wachgänger-Schulung des DLRG im Kurbad
7. Februar 2025
Königstein (ut). Claudia schleppt ihren Sohn Jacob mit einem geübten Griff unter dem Kinn eine Bahn lang durchs Kurbadbecken. Dann schnell raus aus dem Wasser und mit der Wiederbelebung – zum Glück an einer Übungspuppe – beginnen. Wichtig: Laut um Hilfe rufen, andere Badegäste oder die diensthabenden Schwimmmeister auf sich aufmerksam machen, damit jemand schnell den Notruf absetzten kann. DLRG-Ortsgruppenvorsitzender Andreas Mühlbauer: „Dabei niemals den Badegast, der in Not ist, alleine lassen.“
Er und sieben weitere DLRG-Mitglieder trafen sich kürzlich im Kurbad zur Wachgängerschulung. Drei Stunden lang standen Fluchtwege und Sammelpunkte erkennen, Erklärungen, wo das Material wie die Rettungsschwimmhilfe liegt oder ganz simpel wo die Pflasterbox zu finden ist, auf dem Programm.
Denn jedes DLRG-Mitglied in Königstein ab 16 Jahren und mit bestandenen Rettungsabzeichen Silber ist verpflichtet, Wachdienst im Königsteiner Kurbad oder im Freibad im Woogtal zu machen. Dabei passen sie auf, dass im Schwimmbecken nichts passiert und unterstützen die städtischen Schwimmmeister:innen – unverzichtbar für den Betrieb der Bäder der Kurstadt. Andreas Mühlbauer: „Mit unserer ehrenamtlichen Arbeit machen wir den Schwimmbetrieb in unserer Stadt sicherer.“
Bei der Wachgängerschulung geht es einerseits um das Üben in der Gefahrenlage – wie man jemanden aus dem Wasser holt, welche Schritte zur Wiederbelebung notwendig sind oder worauf zum Beispiel zu achten ist, wenn jemand durch Kreislaufprobleme oder einen Sturz zu Schaden gekommen ist.
Die erfahrenen Rettungsschwimmerinnen Grit Glatz und Gebina Wildermann machen ebenfalls mit, obwohl sie schon häufig im Dienst waren. Gebina Wildermann: „Gerade hier im Kurbad ist es wichtig, dass auch wir Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer wissen, wo wir Notausgänge finden, wie gerufene Sanitäter geleitet werden können.“ Im Freibad sei das natürlich viel einfacher als bei den vielen Räumen und Gängen im Kurbad.
Deshalb nahm sich Mühlbauer einen gesamten Nachmittag Zeit für einen Rundgang, für die Besichtigung des Aufsichtsraumes direkt am Schwimmbecken und die Gänge innen und außen, die auch in den Sauna Bereich führen. Grit Glatz: „Dort kommt man ja als Rettungsschwimmerin nicht oft hin und trotzdem gibt es auch dort Notsituationen, bei denen unsere Hilfe gefordert ist.“
Mühlbauer: „Unser Rundgang soll den DLRGlern Sicherheit und einen Überblick geben. Außerdem ist wichtig, dass sie wissen bis wohin die Kompetenzen der Ehrenamtlichen reichen und wo festangestellte Profis und das angeforderte Rettungspersonal übernehmen müssen. Da brauchen unsere Kräfte auch rechtliche Sicherheit.“
Jacob Höllering, der als 16-Jähriger zum ersten Mal dabei ist, findet die Schulung sehr hilfreich. „Jetzt fühle ich mich für die Wachgänge gut vorbereitet und zum Glück gibt es ja immer erfahrene Leute, die einem zur Seite stehen.“
Vorsitzender Mühlbauer: „Zwei Wünsche habe ich noch für unsere Arbeit in diesem Jahr: Dass wir es gemeinsam schaffen, die gute Zusammenarbeit mit dem Kurbad noch besser zu machen, um das Zusammenspiel mit den Schwimmmeisterinnen und Schwimmmeistern im Kurbad besser trainiert zu können. Und dass wir zusätzliche Trainingsmöglichkeiten im Kurbad generieren können, um das wichtige Schwimmen und Retten lernen noch besser anbieten zu können.“

