Landrat Ulrich Krebs spendet 411 Bäume
Wahlversprechen eingelöst













Impressionen von der Pflanzaktion
Von Petra Pfeifer, 1. Dezember 2024
Hochtaunus. Klar, man kann eine geringe Wahlbeteiligung bedauern, darüber schimpfen oder sie sogar ignorieren, doch es geht auch anders. Landrat Ulrich Krebs entschloss sich anlässlich der zurückliegenden Wahl um den Posten, den er seit Mai 2006 inne hat, einen Anreiz zu bieten: Für jedes Prozent Wahlbeteiligung versprach er jeweils zehn Bäume für den Taunuswald persönlich zu spenden und für deren Pflanzung Sorge zu tragen. Dieses Versprechen hat er nun mit Unterstützung des Vereins Waldliebe, dem dieses Projekt zugutekommt, Neu-Anspachs Forstteam rund um Förster Christoph Waehlert und zahlreichen Weggefährten aus der Politik eingelöst. „Der Wald, dessen Zustand stellenweise mehr als erschreckend ist, ist mir ein besonderes Anliegen“, erklärt Ulrich Krebs diesen ungewöhnlichen Aufruf, der womöglich dazu beigetragen hat, dass die Wahlbeteiligung von 30 Prozent in 2018 auf 41,07 Prozent in diesem Jahr gestiegen ist.
Treffpunkt für die Pflanzaktion ist der Parkplatz am Sandplacken. Von dort können die rund 30 Teilnehmer eine kleine gesellige Wanderung zur ausgewählten etwa 1,5 Kilometer entfernten Kahlfläche unternehmen oder sich bequem per Shuttlebus dorthin bringen lassen. Vor Ort verrät Bernd Reuter, Vorsitzender des Waldliebe e. V., hoch erfreut: „Es sind sogar aufgrund weiterer Spenden aus den ursprünglich erreichten 411 Bäumen insgesamt 1000 geworden.“ In Anbetracht eines Rundumblicks, der ein erschreckendes, bereits steppenartiges Bild des einstigen waldreichen Taunusgebiets bietet, mögen diese vielleicht ein Tropfen auf den heißen Stein sein, doch immerhin ein Tropfen.
„Unseren Wäldern geht’s bescheiden, immerhin war dieses Jahr der Niederschlag recht gut“, so auch Christoph Waehlert. Daher habe er bei der Auswahl der Bäume darauf geachtet, dass die Resilienz des Waldes erhöht wird: „Wir setzen auf Mischwald und nicht auf Monokulturen, auch wenn es zuerst etwas aufwendiger ist.“ An dem Förster ist es auch, eine kleine Einführung bezüglich des richtigen Umgangs mit Hohlspaten und Hartmann-Haue bei der Pflanzung zu geben – „die Qualität der Pflanzung ist wichtig“ –, verbunden mit dem Hinweis, welche der jungen Bäumchen wohin gehören: „In die weiß markierten Reihen kommen die Buchen, in die blauen die Douglasien und in die orangenen die Lärchen – jeweils mit einem Abstand von einem Meter.“ Der Ballen muss mit mindestens einem Zentimeter Mineralerde bedeckt sein und wird dann angedrückt, er würde später mit dem Förstergriff noch einmal testen, ob alle es richtig gemacht haben: „Dabei lupfe ich ihn etwas an und da sollte sich unten nichts bewegen.“
Was die relative Dichte der jungen Pflanzen zueinander betrifft, sagt Christoph Waehlert: „Wir wollen die Natur nachempfinden, da wachsen auf einem Quadratmeter rund 500 Pflanzen und die am besten veranlagte wird sich durchsetzen.“
Etwa drei Stunden dauert es, dann sind bei bester Stimmung gut 400 Bäumchen gesetzt, die übrigen knapp 600 werden durch ein externes Forst-Team gepflanzt. „Diese reisen quer durch Deutschland, um ortsansässige Forst-Teams zu unterstützen“, erläutert Bernd Reuter. Sie seien unter Anweisung von Christoph Waehlert auch schon für die Waldliebe tätig geworden, der bisher schon für die Pflanzung von über 150.000 Bäumen Sorge trug. Während diese zu 90 Prozent durch Spenden und andere Zuwendungen über den Verein finanziert wurden, freut er sich, dass auch hier Ulrich Krebs seine finanzielle Hilfe zugesagt hat.
Aber vielleicht geht das ja auch ganz anders: „Das war eine tolle Veranstaltung und hat absolut Spaß gemacht“, versichert im Anschluss Annette Hogh, Vorsitzende der CDU Königstein und stellvertretende Kreisvorsitzende. Daher: „Das müsste viel öfter von Schulen gemacht werden, um die Kinder an die Thematik heranzuführen!“

