Sharing im Hochtaunuskreis

„flux“ startet mit Frühlingsaktion in die Fahrradsaison

Sie hoffen gemeinsam, dass flux künftig viele Freunde findet (v.l.n.r.): Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises, stellvertretender RMV-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des VHT, Lars Keitel, Bürgermeister von Friedrichsdorf, Marco Weigert, Director of Business Strategy bei nextbike, Professor Knut Ringat, RMV-Geschäftsführer, Birger Strutz, Bürgermeister von Neu-Anspach und Dieter Fritz, Erster Stadtrat von Usingen.

1. Mai 2025

HTK/Neu-Anspach (pit/ut). Nachdem seit Dezember 2024 erste E-Lastenräder und E-Autos im Hochtaunuskreis gemietet werden können, startet das Sharing-Angebot „flux“ nun in die Fahrradsaison. Denn während die Menschen in der Großstadt bereits viele Sharing-Angebote nutzen können, gibt es im ländlichen Raum nur selten Zugang zu geteilter Mobilität – das möchte „flux“ ändern.

„Flux ist das Mobilitätsangebot von Rhein-Main-Verkehrsverbund, Verkehrsverband Hochtaunus und den Kommunen Friedrichsdorf, Grävenwiesbach, Usingen und Neu-Anspach. Es wird an 18 Mobilitätsstationen im Hochtaunuskreis insgesamt 58 E-Bikes, acht E-Lastenräder und acht E-Autos anbieten, die sich die Menschen im Hochtaunuskreis nach Bedarf und flexibel mieten können“, sagt anlässlich einer kleinen Feierstunde Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises, stellvertretender RMV-Aufsichtsratsvorsitzender und Vorsitzender des VHT. „Dies ist ein Baustein, der das Angebot im ÖPNV ergänzen soll und ich wünsche mir, dass es entlang der Strecke der Taunusbahn gut angenommen wird.“ Gleichzeitig dankte er für die Initiative und auch den teilnehmenden Kommunen und wünschte allen Projektbeteiligten einen guten Erfolg.

Echte Pionierarbeit

„Es ist ein ziemlich einzigartiges Projekt, mit flux leisten wir echte Pionierarbeit, denn wir wollen herausfinden, wie Menschen außerhalb der Großstadt ein Sharing-Angebot annehmen und welche Anforderungen sie haben. Seit dem erfolgreichen Start im Dezember letzten Jahres beobachten wir daher sehr genau, wie die E-Räder und E-Autos genutzt werden. Dabei ist die Buchung und Abrechnung besonders einfach gestaltet, alles erfolgt über unsere RMVplus-App“, erklärt RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat. Das erste Ergebnis: Die Lastenräder seien bisher 900 Mal genutzt worden, einhundert Mal wurde das Carsharing für insgesamt 200 Stunden in Anspruch genommen.

Daher freut er sich auch über die Erweiterung: „Der ländliche Raum ist das Rückgrat der Region, 60 Prozent der Bevölkerung wohnen hier und benötigen Verbindungen – auch auf ‚der letzten Meile‘.“ Ein starker ÖPNV wiederum sei Daseinsvorsorge und aktive Demokratiepflege: „Nur wer erreichbar ist, kann teilnehmen.“ Aktuell seien elf von insgesamt 18 vorgesehenen Stationen im Betrieb. Auch Knut Ringat dankte allen Partnern für die gute Zusammenarbeit: „Ich hoffe, dass es künftig weiter mit großen Schritten Richtung Mobilität im ländlichen Raum voran geht.“

Die E-Lastenräder und E-Bikes stammen vom Unternehmen nextbike, das auch für den Service rund um sie herum zuständig ist. Marco Weigert, Director of Business Strategy bei nextbike: „Das Projekt hat deutlichen Pilotcharakter, weil es ausschließlich auf ‚E‘ basiert.“ In der Mobilität habe eine deutliche Verhaltensänderung stattgefunden: „Das E-Bike-Sharing soll nun den letzten Schritt bilden.“ Flux bezeichnete er als „globale Perspektive im ländlichen Raum“ und damit ging der Wunsch einher, die Mittelzentren perspektivisch anzubinden.

RMV, VHT und Kommunen teilen sich Betriebskosten

Die Errichtung der Stationen und der Aufbau der digitalen Infrastruktur wurden mit Mitteln aus dem Modellprojekt „RMV all-in – die generelle Mobilitätsplattform“ gefördert, das Teil der Förderinitiative „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr ist. Die Kosten des laufenden Betriebs teilen sich RMV, VHT und die Kommunen.

Birger Strutz, Bürgermeister von Neu-Anspach: „Mit flux können die Menschen unkompliziert ein E-Lastenrad oder E-Auto für größere Einkäufe nutzen oder mit der ganzen Familie eine Fahrradtour mit den E-Bikes durch unseren schönen Taunus unternehmen. Während der Frühlingsaktion sind bei den Rädern sogar die ersten 30 Minuten kostenlos.“

Ein Schritt näher zur Verkehrswende

Lars Keitel, Bürgermeister der Stadt Friedrichsdorf: „Wir sind froh und dankbar, dass wir Teil des Projekts sind.“ Car-Sharing sei in der Hugenottenstadt schon vorhanden, Bike-Sharing habe definitiv noch gefehlt, daher freuen sich die Verantwortlichen in Friedrichsdorf, dass sie nun in einem System eingebunden sind: „Wer mobil sein möchte, braucht heute nicht mehr zwingend ein eigenes Auto. Bus und Bahn sind das Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität. Durch eine gute Fahrradinfrastruktur und die Sharing-Angebote von flux werden sie bei uns in den Kommunen ideal ergänzt. Mobilitätsstationen machen den Wechsel leicht – und bringen uns einen Schritt näher zur Verkehrswende.“

Insgesamt neun Stationen werde es in Friedrichsdorf und seinen Stadtteilen geben, sieben haben bereits gestartet. Und was muss eine Stadt hierfür leisten? „Wir stehen im Kontakt mit den Bürgern und merken, wo wir nachsteuern müssen. Darüber hinaus stellen wir die Flächen zur Verfügung und sorgen für deren Nutzbarkeit über das Jahr.“ Hinsichtlich der Kosten meinte Keitel: „Je mehr Menschen diese Sharing-Angebote in Anspruch nehmen, desto weniger wird der städtische Haushalt belastet.“ Aber er weiß auch: „Das muss erst mal zwei Jahre wirken.“ Außerdem noch eine Ankündigung: „Wir werden den Stadtbus-Verkehr zum 1. Januar 2027 ausweiten.“

Nur Wehrheim zieht nicht mit

Stellvertretend für Usingens Bürgermeister Steffen Wernard war Erster Stadtrat Dieter Fritz gekommen: „Ich bin dankbar, dass die Stadtparlamente in Usingen und den Nachbarkommunen zugestimmt haben, dass wir uns finanziell aber auch mit der Zurverfügungstellung von Flächen am Mobilitätsangebot flux beteiligen und so unseren Bürgerinnen und Bürgern ein völlig neues Angebot machen. Damit die Menschen Zeit haben, sich an das neue Angebot zu gewöhnen, haben wir uns auf einen zunächst fünfjährigen Betrieb geeinigt und werden dann weiter schauen.“

Nicht mit von der Partie ist allerdings die Gemeinde Wehrheim. „Die wollten nicht“, sagt Knut Ringat schlicht.

Frühlingsaktion: 30 Minuten kostenlos radeln

Um möglichst viele Menschen erreichen zu können, gibt es zum Start der Frühlingsaktion rabattierte Sondertarife: Bei den E-Bikes und E-Lastenrädern sind die ersten 30 Minuten kostenlos (danach 2 bzw. 3 Euro pro halbe Stunde). Die E-Autos können ab 3,50 Euro pro Stunde genutzt werden. Zehn Freikilometer pro Stunde sind dabei bereits inklusive. Die Frühlingsaktion geht bis 30. Juni 2025, weitere Informationen zu den Tarifen bietet www.rmv.de/flux.

Die Fahrten werden übrigens nicht getrackt, nextbike erfährt lediglich die Ausgabe- und Rückgabepunkte, die fest installiert sind – und die Pflege der Räder wird durch Servicepersonal vor Ort durchgeführt.

Details zur Frühlingsaktion

Während der Eröffnungsaktion gilt der Vielfahrertarif für alle Nutzer:innen. Die Grundgebühr hierfür entfällt. Das bedeutet:

  • flux E-Bike: Die ersten 30 Minuten pro Ausleihe sind kostenlos, danach 2 Euro/30 Minuten (max. 18 Euro/24 Stunden pro Ausleihe)
  • flux E-Lastenrad: Die ersten 30 Minuten pro Ausleihe sind kostenlos, danach 3 Euro/30 Minuten (max. 24 Euro/24 Stunden pro Ausleihe)

Tariftabelle (Auszug)

E-Fahrrad

BasistarifVielfahrertarifJahresabo
GrundgebührKeine15 Euro/Monat80 Euro/Jahr
Kosten2 Euro je 30 MinutenDie ersten 30 Minuten pro Ausleihe inklusive, danach 1 Euro/30 MinutenDie ersten 30 Minuten pro Ausleihe sind inklusive, danach 2 Euro/30 Minuten

E-Lastenrad

BasistarifVielfahrertarifJahresabo
GrundgebührKeine15 Euro/Monat80 Euro/Jahr
Kosten3 Euro/30 MinutenDie ersten 30 Minuten pro Ausleihe inklusive, danach 3 Euro/30 MinutenDie ersten 30 Minuten pro Ausleihe sind inklusive, danach 3 Euro/30 Minuten