850 Mal gelebter Naturschutz

Zahlreiche fleißige Helfer waren bei der Pflanzaktion mit von der Partie. - Foto: HTK-Pressestelle

9. März 2026

Hochtaunuskreis (ut). Die Wurzeln noch zart, der Stamm nicht mehr als ein kleines Stöckchen: 850 junge Bäume warteten am Freitag im Wald nahe an der Oberurseler Hohemark darauf, in die Erde gebracht zu werden. Dort, wo früher Wald war – und bald auch wieder Wald sein soll. Ihr Warten wurde belohnt: Zahlreiche Freiwillige waren dem Aufruf von Hochtaunuskreis und Naturpark zur zweiten vom Kreistag beschlossenen Pflanzaktion gefolgt und zogen zu Fuß vom Taunus-Informationszentrum in Richtung Emminghaushütte. Bei Sonne und angenehm warmen Temperaturen wurde die Arbeit zu einem willkommenen und gleichzeitig nachhaltigen Gruppen-Fitness-Workout. Nach getaner Arbeit gab es zum Lohn einen gemeinsamen Imbiss für die Helfer.    

Landrat Ulrich Krebs, Bürgermeisterin Antje Runge und Oberursels Stadtrat Jens Uhlig (v.r.) packten bei der Baumpflanzaktion mit an. – Foto: HTK-Pressestelle

„Jeder dieser Setzlinge bildet einen Teil des Waldes, den wir unseren Kindern und Enkeln als intakten Natur- und Erholungsraum hinterlassen wollen. Das Projekt soll den späteren Generationen auch zeigen: Wir haben nicht nur über den Naturschutz geredet und über den Klimawandel lamentiert. Wir haben etwas getan“, sagte Landrat Ulrich Krebs, der selbst zum Spaten griff und allen Mitstreitern, darunter auch zahlreiche Mitglieder des Kreistags und der Stadt Oberursel herzlich dankte.

Besonders stark war die Stadt Oberursel und deren Eigenbetrieb BSO als Kooperationspartner der Aktion vertreten. Für Bürgermeisterin Antje Runge ist die Aufforstung ein wichtiger Beitrag zur kommunalen Klimaanpassungsstrategie: „Heute pflanzen wir hier noch kleine Setzlinge – aber in Wahrheit pflanzen wir Zukunft. Der Wald rund um die Hohemark ist für die Menschen in Oberursel ein wichtiges Natur- und Erholungsgebiet. Jede neue Baumgeneration ist ein konkreter Beitrag zur Klimaanpassung und zum Erhalt unseres Lebensraums. Es freut mich, dass so viele Menschen gemeinsam anpacken. Dieses Engagement zeigt, wie viel wir erreichen können, wenn Bürgerschaft, Politik und Verwaltung gemeinsam Verantwortung für unsere Natur übernehmen.“

Gepflanzt wurden klimaresiliente Baumarten, wie Douglasien und Lärchen, erklärt Naturpark-Geschäftsführer Uwe Hartmann. Langfristig wolle man im Taunus aber nicht solche Baumpflanzungen vornehmen, sondern auf eine natürliche Verjüngung der Baumbestände setzen.

Hintergrund

Der Kreistag hatte im September 2025 beschlossen, mehreren Baumpflanzaktionen durchzuführen. Mit der Umsetzung wurde der Naturpark Taunus beauftragt. Rund 10.000 Euro hat der Kreis für die erste Pflanzaktion im vergangenen Jahr zur Verfügung gestellt: für dieses und kommendes Jahr stehen jeweils 20.000 Euro für je zwei Pflanzaktionen auf Kreisflächen bereit. Je nachdem, wie sich die Situation im Taunus entwickelt, könnte das Budget weiter aufgestockt werden.