Taunus Sparkasse überreicht 5000 Euro an World Vision

Der Taunus hilft – Gemeinsame Spendenaktion für die Erdbebenopfer in Nordwestsyrien

28. Februar 2023

Friedrichsdorf (pit). Es gibt Bilder, die sich tief eingraben und befangen machen. Es gibt aber auch solche, die regelrecht danach schreien, etwas zu tun, Hilfe zu leisten. So ging es Hans-Dieter Homberg, Vorstand a. D. in der Taunus Sparkasse, als er die Fernsehberichterstattungen aus Nordwestsyrien verfolgte: „Als ich die Menschen weinen sah, die Stimmen aus den Trümmern hörten, aber alleine mit ihren bloßen Händen nicht helfen konnten, war ich erschüttert über die Verzweiflung.“

Hinzu gekommen seien die vielen Zeitungsberichte über die dramatischen Folgen der Erdbeben in der Türkei und Syrien. „Während in der Türkei viele freiwillige Helfer sowie Freunde und Helfer anreisen konnten, war internationale Hilfe in Syrien nur begrenzt möglich. Die Menschen in Nordwestsyrien fühlten sich im Stich gelassen. Das hat die UN-Nothilfe selbst zugegeben“, so Homberg und er führt weiter aus: „Die Hilfe kam und kommt nur sehr schleppend an. In den ersten Tagen gelangte kein dringend benötigtes schweres Gerät über die Grenze und Menschen aus den Trümmern zu retten.“

Und so kam es, dass er eine Spendenaktion ins Leben rief. Die hier zusammenkommenden finanziellen Mittel gehen an die Hilfsorganisation World Vision Deutschland e. V., die ihren Sitz in Friedrichsdorf hat und bereits seit 2013 in Syrien aktiv ist. Aktuell hilft sie den Überlebenden des Erdbebens vom 6. Februar 2023 mit einer Stärke von 7,8 unter anderem mit Trinkwasser, Lebensmitteln und Decken. Außerdem rüstet die Organisation Sammel- und Notfallzentren mit Heizungen und Brennstoffen aus und unterstützt die medizinische Grundversorgung.

Martin van de Locht, Bereichsleiter Internationale Programme bei World Vision Deutschland, ist dankbar für das ehrenamtliche Engagement von Hans-Dieter Homberg, dass er damit auch drei Wochen nach den Beben die Aufmerksamkeit der Bürger wieder wecken möchte: „Die Unterstützung dort muss über die nächsten Monate, wenn nicht gar Jahre weitergehen.“ Die Bedürfnisse seien enorm, Frauen und Kinder benötigten dringend humanitäre Hilfe.

Ulrich Krebs, Landrat des Hochtaunuskreises und Vorstandsvorsitzender der Taunus Sparkasse, griff die Anregung von Hans-Dieter Homberg gerne auf: „Wir haben überlegt, wie man helfen kann, wollten einen Ansatz finden, der langfristig hilft.“ In einer Zeit, in der das „Medieninteresse in erster Linie auf dem schrecklichen Ukraine-Krieg liegt, war es uns wichtig, ein Zeichen zu setzen.“ Daher gehe es darum, den Wiederaufbau über Jahre zu unterstützen: „Damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben, benötigen sie vor Ort Perspektiven.“ Und so hat die Taunus Sparkasse ein Hilfspaket für Menschen in der Türkei und Syrien zur Verfügung gestellt: „Es beinhaltet eine Spende in Höhe von 5.000 Euro und die Möglichkeit, sich direkt an Projekten vor Ort zu beteiligen. Ziel ist, die soziale und ökonomische Situation der notleidenden Menschen zu verbessern.“ Eine weitere Spende der Taunus Sparkasse über ebenfalls 5.000 Euro geht an den Landesverband der Türkischen Gemeinde in Hessen.

Bürgermeister Lars Keitel betonte den starken Wunsch mittelständischer Unternehmen aus der Region, sich der Hilfe für die Überlebenden anzuschließen. „In unserer Stadt ist der Wille zur Hilfe ausgeprägt. Gerade unsere mittelständischen Unternehmen schätzen es, wenn vor Ort professionell Arbeit geleistet wird. World Vision hat diese Fähigkeit bereits bei früheren Katastrophen unter Beweis gestellt.“ Je größer eine Katastrophe sei, desto größer sei die Gefahr, dass sie angesichts der Zahlen anonym werden könne, es gebe keine Einzelschicksale, mit denen sich die Menschen auseinandersetzen könnten. Doch: „Es gibt zahlreiche Kinder in den Regionen, die versorgt werden müssen, die insbesondere psychologische Hilfe benötigen.“ Denn viele von ihnen seien über Nacht nicht allein zu Waisen geworden, sondern hätten nun gar keine Verwandten mehr.

Was tut World Vision vor Ort?

Unmittelbar am 6. Februar hatte World Vision International den höchsten Katastrophenfall (CAT III) ausgerufen und Ressourcen mobilisiert, um auf sofortige Bedürfnisse in den betroffenen Gebieten einzugehen. Caroline Klein, Abteilungsleiterin Humanitäre Hilfe bei World Vision, berichtet anlässlich der Spendenübergabe, was die Hilfsorganisation in den vergangenen drei Wochen bereits unternehmen konnte: „Unsere Mitarbeiter: innen vor Ort versorgen uns mit Informationen, was genau benötigt wird. Wir kaufen vor Ort Hilfsgüter ein. Was in den Geschäften nicht zu bekommen ist, fliegen wir aus unserem Lager in Dubai ein, wie zum Beispiel Decken, Zelte und weitere Hilfsgüter.“

Die Bedarfsermittlung habe deutlich gemacht, was am dringendsten benötigt wird: Unterkünfte für die Betroffenen, Nahrungsmittel und Artikel des täglichen Grundbedarfs, Hygienebedarf wie Wasser und sanitäre Einrichtungen, Bettzeug, Kleidung, Nahrungsmittel, medizinische Versorgung, Medikamente.

Darüber hinaus wieder der Blick zu den Kindern – World Vision ist schließlich in erster Linie mit den Kinderpatenschaften „groß“ geworden. Caroline Klein: „Unsere Kinderschutzteams vor Ort kümmern sich darum, dass für alle betroffenen Kinder sichere Orte eingerichtet werden können. Die Hilfsorganisation wird auch bestehende Kinderschutzzentren im Nordwesten Syriens nutzen, um auf die Bedürfnisse der Kinder einzugehen und in enger Abstimmung mit den lokalen Partnern die dringend benötigte psychische und psychosoziale Unterstützung zu leisten.“

Taunus hilft – Eine Vision

„Das Spendenkonto bei der Taunus Sparkasse hierfür zu nutzen, entsprang nicht aus nostalgischen Gründen“, so Hans-Dieter Homberg. Es solle hierdurch vielmehr so etwas wie ein Symbolcharakter entstehen, dass eben der Taunus hilft. „Vielleicht ist das ein Prozess, der irgendwann einmal ins Laufen kommt.“

Das Spendenkonto

Taunus Sparkasse, IBAN DE 57 5125 0000 0000 0022 16, BIC HELADEF1TSK, Kontoinhaber: World Vision Deutschland e. V., Stichwort: Syrien Nothilfe.

Über World Vision Deutschland e.V.

World Vision ist eine unabhängige christliche Kinderhilfsorganisation mit über 70 Jahren Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Nothilfe. Ihr Fokus liegt darauf, den am stärksten gefährdeten Kindern Chancen zu bieten, ein erfülltes Leben zu führen. In rund 100 Ländern arbeitet World Vision mit Spender:innen, Kindern und Jugendlichen, Dorfgemeinschaften, Regierungen und vielen Partnern transparent zusammen, um nachhaltig Armut und Ungerechtigkeiten zu überwinden. Mit der internationalen Kampagne „lt Takes a World to end Violence against Children“ setzt sich die Hilfsorganisation dafür ein, Gewalt gegen Kinder in jeder Form zu beenden.