Die historische Verbindung soll bis Herbst wieder sicher nutzbar sein
Denkmalgeschützte Kaiserin-Friedrich-Brücke wird grundhaft erneuert
17. Juni 2026
Hochtaunus (ut). Vor mehr als 130 Jahren wurde die Kaiserin-Friedrich-Brücke als Teil eines historischen Wegenetzes rund um Schloss Friedrichshof in Kronberg gebaut. Auftraggeberin war die ehemalige deutsche Kaiserin Victoria, die Witwe Kaiser Friedrichs III. Unter dem Namen „Kaiserin Friedrich“ wurde sie zu einer prägenden Persönlichkeit der Region. Nach ihr wurde auch die tonnengewölbte Natursteinbrücke benannt. Sie überspannt den Haidtränkbach nordwestlich von Oberursel und Bad Homburg und verbindet bis heute wichtige Wege durch den angrenzenden Wald. Dieser gehört zu den Flächen des Frankfurter StadtForstes.
Die denkmalgeschützte Brücke liegt in einem Waldstück, das der Stadt Frankfurt am Main gehört. Seit 2007 ist die Kaiserin-Friedrich-Brücke ebenfalls im Eigentum der Stadt. In den vergangenen Jahren haben sich erhebliche bauliche Schäden entwickelt, sodass die Brücke aus Sicherheitsgründen bereits für den Verkehr gesperrt werden musste. Nun lässt die Stadt Frankfurt am Main die historische Natursteinbrücke mit finanzieller Unterstützung durch den Hochtaunuskreis grundhaft sanieren und restaurieren.
„Die Kaiserin-Friedrich-Brücke ist weit mehr als ein Bauwerk aus Naturstein. Sie ist Teil eines historischen Wegenetzes, das bis heute die Landschaft zwischen Oberursel und Bad Homburg prägt. Der Sanierung sind viele Gespräche, intensive Abstimmungen und fachliche Gutachten vorausgegangen. Umso mehr freue ich mich, dass wir gemeinsam mit dem Hochtaunuskreis eine gute Einigung erzielen konnten. Mit der grundhaften Erneuerung sichern wir dieses kulturelle Erbe und machen die Verbindung für den Fuß- und Radverkehr wieder zuverlässig nutzbar“, sagt Tina Zapf-Rodríguez, Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt am Main.
Da die Brücke unter Denkmalschutz steht und in einem Landschaftsschutzgebiet liegt, waren zudem denkmal- und naturschutzrechtliche Genehmigungen erforderlich.
„Denkmalschutz bedeutet nicht nur, die prominenten Bauwerke wie Burgen oder Kirchen in den Fokus zu nehmen, sondern sich auch der zahlreichen kleinen Denkmäler anzunehmen“, betont der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs. „Die Zuständigkeiten sind aufgrund der Historie und der Vielzahl der planungsrechtlich Beteiligten bisweilen kompliziert, wie hier bei der Kaiserin-Friedrich-Brücke. Doch der anstehende Baubeginn zeigt, dass es im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit auch für solche Fälle Lösungen gibt, von denen letztlich die Denkmäler und die Bürgerinnen und Bürger profitieren.“
Im ersten Bauabschnitt wird das Mauerwerk gereinigt und punktuell instandgesetzt. Anschließend werden die seitlichen Stützwände in mehreren Etappen erneuert. Dafür müssen größere Mauerbereiche teilweise zurückgebaut und neu errichtet werden.
In den folgenden zwei Bauabschnitten wird der Natursteinbelag der Brücke vollständig erneuert. So kann künftig eine geordnete Entwässerung der Oberfläche sichergestellt werden. Abschließend werden die Brüstungen neu hergestellt und an heutige Sicherheitsanforderungen angepasst. Die historische Steinbrüstung wird dabei rekonstruiert und um eine moderne Absturzsicherung ergänzt.
Die Baukosten belaufen sich auf rund 325.000 Euro. Der Hochtaunuskreis beteiligt sich mit 135.000 Euro an der Maßnahme.
Die Bauarbeiten beginnen am Montag, 22. Juni 2026. Die Maßnahme wird voraussichtlich im Herbst 2026 abgeschlossen sein.
Während der Bauarbeiten gilt auf der Landstraße L 3004 eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h.

