Katerchen Stevie - Krank, von starken Schmerzen geplagt und ausgesetzt
7. August 2026
Bad Soden/Sulzbach (ut). Am vergangenen Sonntagabend brachte ein tierlieber Bürger einen etwa sechsjährigen schwarzen Kater in die Tierklinik, den er in einem Gebüsch in Bad Soden in einem katastrophalen Gesundheitszustand entdeckt hatte. Der bedauernswerte Kerl war bedenklich abgemagert, seine Augen blutunterlaufen und eine Gesichtshälfte von einem offen Abszess gezeichnet. Der Kater wurde in der Tierklink ohne jedes Zögern als Notfall eingestuft und er wurde umgehend intensiv medizinisch betreut.
Der Kater war weder gechipt noch kastriert, aber sein Verhalten ließ darauf schließen, dass er Menschen durchaus gut kannte. Die Schwere der Erkrankung deutet darauf hin, dass der Kater bereits seit mehr als vier Wochen erheblich leiden musste. Da zudem keine Vermisstenanzeige vorlag, wurde davon ausgegangen, dass er ausgesetzt worden war.
In einem solchen Fall ist das Tierheim Bad Soden / Sulzbach zuständig und damit auch für die weitere Behandlung sowie den daraus resultierenden Kosten verantwortlich. Der abgemagerte Zustand war eine natürliche Folge der Augen, deren Sehfähigkeit erheblich eingeschränkt war und dem ausgesetzten Kater die Nahrungs- und Wassersuche unmöglich machte.
Absolut unklar war jedoch die Ursache für Abszess und Zustand der Augen, von heilbarer bakterieller Entzündung bis zu einer lebensbedrohlichen Krebserkrankung wäre alles möglich gewesen und ein leider sehr teures MRT musste Aufschluss bringen. Eine Behandlung nach Ausschlussverfahren wäre langwierig geworden, hätte das Leiden des Tieres wesentlich verlängert und am Ende vielleicht auch zu der Entscheidung geführt, ihn zu erlösen.
„Dieser Prozess wäre am Ende höchstwahrscheinlich genauso teuer gewesen, wie das MRT“, teilt Therese Knoll, Vorsitzende des Tierschutzvereins Bad Soden/Sulzbach mit. „Ich weiß, ich werde oft genug damit konfrontiert: viele Menschen halten uns dann Geldverschwendung vor, weil es sich ja um einen Kater handelt, für den sich offensichtlich niemand verantwortlich gefühlt hat. Aber unabhängig davon, dass das Tierschutzgesetzt eine Euthanasie eines Tieres nur sehr gut begründet erlaubt, was in diesem Fall erst nach dem MRT entschieden werden konnte, bemessen wir den Wert eines Tieres nicht daran, ob sich jemand dafür interessiert. Schlimm genug, dass Politik und verantwortungslos handelnde Menschen sich so gnadenlos gleichgültig gegenüber Tierleid zeigen“, ärgert sich die Vorsitzende.
Sie spricht damit den ewigen, meist politisch geführten, Streit an, ob die Gemeinden eine Katzenschutzverordnung „brauchen“ oder nicht. „Wer sie auf jeden Fall „braucht“, sind die Katzen“, stellt sie fest. Stevie, so wurde der Kater von ihr getauft, sei mal wieder ein unglaublich trauriges Beispiel, welche Gefahren auch Katern drohen, die unkastriert in den Freigang gelassen werden. Seine Verletzungen und die schwere Infektion, unter der er leidet, sind vermutlich Resultat von durchgeführten Revierkämpfen.
Wer Stevie helfen und das Tierheim unterstützen möchte, Spenden sind per Paypal @TSVBadSodenSulzbach möglich oder per Überweisung auf das Konto der Frankfurter Volksbank, IBAN DE95 5019 0000 0000 1638 05, BIC FFVBDEFF mit dem Stichwort Stevie.

