Verein für Geschichte und Landeskunde präsentiert Jahresprogramm
9. Juli 2026
Bad Homburg (ut). Der Verein für Geschichte und Landeskunde Bad Homburg präsentiert sein aktuelles Vortragsprogramm für das Winterhalbjahr 2026/27. Von September bis Mai behandeln insgesamt neun Vortragsabende ein breites Themenspektrum aus der Stadt- und Landesgeschichte.
Der Bogen reicht dabei von der Antike bis in die Gegenwart. Den Auftakt macht im September der Althistoriker Frank Ausbüttel: Er untersucht die Bedeutung der Saalburg für den Germanienfeldzug von Kaiser Caracalla im Jahr 213. Gleich mehrere Vorträge widmen sich dem Mittelalter: Der Rechtshistoriker Kevin Kulp stellt den bedeutenden Bischof und Gesetzgeber Burchard von Worms vor, der um das Jahr 1000 lebte. Jessika Nowak wirft einen Blick auf den Reichstag von Frankfurt 1454 und die besondere Rolle von Geheimschriften und Verschlüsselungstechniken. Und die Mainzer Professorin Nina Gallion behandelt die Mainzer Stiftsfehde, eine politische Krise, die im 15. Jahrhundert nicht nur die Region, sondern das ganze Reich tief erschütterte.
Der berühmte Lahnmarmor als gesuchtes und prägendes Baumaterial ist das Thema eines Vortrags von Willi Wabel, der vor kurzem den zweiten Band einer großen Abhandlung über Lahnmarmor in der Architektur veröffentlicht hat. Ins 20. Jahrhundert führen die Vorträge von Angelika Rieber über die Lebenswege der weit verzweigten jüdischen Familie Hirsch, die aus dem Taunus in alle Welt zerstreut wurde, und ein Abend, der Jella Lepman gewidmet ist: Sabine Baumann und Alexandra Rek stellen diese Pionierin der Jugendliteratur vor, die in der Nachkriegszeit von Bad Homburg aus ihr Engagement für Völkerverständigung durch Literatur entfaltet hat. Und schließlich stehen bei zwei Abenden wichtige historische Institutionen in Bad Homburg im Mittelpunkt: Katharina Bechler stellt die Staatlichen Schlösser und Gärten zu deren 80. Geburtstag vor, und die Leiterin des Museums Gotisches Haus Bad Homburg, Ursula Grzechca-Mohr, spricht über die Anforderungen zeitgemäßer Museumsarbeit.
Die Vorträge finden jeweils um 19.30 Uhr im Kurhaus Bad Homburg statt. Sie sind öffentlich und bei freiem Eintritt. Der Programmflyer ist in den nächsten Wochen an den einschlägigen Auslagestellen zu finden; außerdem natürlich online unter www.geschichtsverein-hg.de sowie als PDF im Anschluss an diesen Text.
Alle Termine im Überblick:
- Donnerstag, 3. September 2026: Der Germanienfeldzug des Kaisers Caracalla 213 – und die Saalburg (Dr. Frank Ausbüttel, Oberursel)
- Donnerstag, 1. Oktober 2026: 80 Jahre Staatliche Schlösser und Gärten Hessen – vielfältige Expertise für das kulturelle Erbe. Eine Hommage an Kirsten Worms (1962–2026) (Dr. Katharina Bechler, Bad Homburg v. d. Höhe)
- Donnerstag, 12. November 2026: Lahnmarmor: Seine Pracht, Zeichen der Macht (Willi Wabel, Heidelberg)
- Montag, 14. Dezember 2026: Jella Lepman. Exilantin, Visionärin, Netzwerkerin. Wie ihr Einsatz für die Kinder- und Jugendliteratur im Bad Homburg der Nachkriegszeit seinen Anfang nahm (Dr. Sabine Baumann, Frankfurt am Main/Alexandra Rak, Hofheim am Taunus)
- Montag, 25. Januar 2027: Burchard von Worms († 1025): Bischof und Gesetzgeber (Dr. Kevin Kulp, Frankfurt am Main)
- Mittwoch, 17. Februar 2027: „Vom Taunus in die Welt“ – Lebenswege von Mitgliedern der Familie Hirsch (Angelika Rieber, Oberursel)
- Dienstag, 16. März 2027: Sammeln, Bewahren, Forschen, Präsentieren: die Grundsäulen der Museumstätigkeit im Wandel (Dr. Ursula Grzechca-Mohr, Bad Homburg v. d. Höhe)
- Donnerstag, 15. April 2027: Geheime Worte, große Politik. Die chiffrierte Korrespondenz von Giovanni Castiglioni, Bischof von Pavia und päpstlicher Legat auf dem Frankfurter Reichstag (1454) (Dr. Jessika Nowak, Wuppertal)
- Mittwoch, 12. Mai 2027: Welt in Flammen. Die Mainzer Stiftsfehde (1461–1463) zwischen Reichspolitik und territorialer Erschütterung (Prof. Dr. Nina Gallion, Mainz)

