Wir schreiben das Jahr 2024
Die erste Bürgermeisterin der Stadt heißt Beatrice Schenk-Motzko





Von Petra Pfeifer, 18. Februar 2024
Königstein (pit). Gleich vorab: Neue Bürgermeisterin der Stadt Königstein im Taunus wird Beatrice Schenk-Motzko. In der Stichwahl am Sonntag setzte sich die Kandidatin der CDU mit 53,65 Prozent gegen Nadja Majchrzak von der Aktionsgemeinschaft Lebenswertes Königstein (ALK) durch, die 46,35 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinen konnte. Die Wahlbeteiligung lag bei insgesamt 49,6 Prozent
Doch zurück auf Anfang. 18 Uhr im Magistratszimmer des Königsteiner Rathauses: „Weiter kann man kaum anreisen“, freute sich Bürgermeister Leonhard Helm über die Anwesenheit von Bürgermeister Seel aus Grävenwiesbach. Bürgermeister Blasch aus Bad Soden hatte zwar keine so lange Anfahrt, jedoch eine Kreisgrenze überschritten, um mit vielen anderen Kollegen und Partei-Freunden – mit dem Ersten Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr ist quasi darüber hinaus auch der im Urlaub weilende Landrat Ulrich Krebs vertreten – hier zu sein. Hier zu sein wiederum bedeutet, das Ergebnis der Stichwahl der Bürgermeister-Kandidatinnen Beatrice Schenk-Motzko und Nadja Majchrzak mit Spannung zu erwarten.
„Diesmal ist es zwar etwas einfacher als vor zwei Wochen, doch die Wahlhelfer und der Wahlvorstand haben trotzdem sehr viel Arbeit“, so der Noch-Bürgermeister, der sich bei dieser Gelegenheit nicht allein bei den Mitarbeitern der Verwaltung für die Durchführung dieser „Wahl-Party“ bedankt: „Viele ihrer Angehörigen packen an solchen Tagen auch mit an.“
Endlich ist es so weit, gegen 18.30 Uhr wird auf votemanager.de das erste Ergebnis veröffentlicht. Es ist jenes aus Falkenstein. Hier gewinnt Beatrice Schenk-Motzko bei einer Wahlbeteiligung von 43,9 Prozent mit 54,17 Prozent zu 45,83 Prozent der Wählerstimmen für Nadja Majchrzak. Und so trudeln die Ergebnisse aus allen Wahlräumen nacheinander ein. Manchmal fehlen noch die Auswertungen der Briefwahlen, und in vereinzelten Wahlräumen liegt Nadja Majchrzak vorn.
Um 18.50 Uhr sind alle 17 Wahlräume ausgezählt und lang anhaltend wird im Magistratszimmer gejubelt: Beatrice Schenk-Motzko hat diese Stichwahl gewonnen und wird im kommenden Mai von Bürgermeister Leonhard Helm die Amtskette übernehmen.
„So sehen Sieger aus!“
Als kurze Zeit später die Gewinnerin der Wahl eintrifft, wird spontan das Lied „So sehen Sieger aus!“ angestimmt, sie selbst kassiert entsprechend viele Glückwünsche und Umarmungen. Eine spezielle Rede hat die künftige Bürgermeisterin nicht vorbereitet, sie findet dennoch auf Anhieb die passenden Worte: „Ich freue mich, demnächst wieder auf kommunaler Ebene agieren zu können und mich im Reigen der CDU-Bürgermeister dieses Landkreises einzureihen.“ Zutiefst dankbar sei sie für die Arbeit der zahlreichen Unterstützer.
Es verstreichen lediglich ein paar Minuten und Nadja Majchrzak erscheint, um ihrer Konkurrentin ihre Glückwünsche auszusprechen. Leonhard Helm nutzt die Gelegenheit, ihr zu versichern, dass das erreichte Wahlergebnis durchaus als gut zu werten sei: „Auch Verlierer sind keine Verlierer.“
Annette Hogh, Vorsitzende der Königsteiner CDU, und Fraktionsvorsitzender Alexander Hees zeigten sich „mehr als glücklich über dieses großartige Ergebnis“. Alexander Hees bedauerte lediglich den in den vergangenen Wochen „nicht fair“ geführten Wahlkampf und verwies zum Beispiel auf eine Facebook-Kampagne oder anonyme Mails an die Elternschaft von Kindergärten. Hierzu später angesprochen meinte Nadja Majchrzak: „Das kam nicht von mir und so etwas ignoriere ich.“
Leonhard Helm war die Freude über den Wahlsieg seiner Partei-Kollegin ins Gesicht geschrieben: „Wir können in Königstein einen positiven Blick in die Zukunft richten.“ Er stehe inhaltlich und menschlich hinter Beatrice Schenk-Motzko und wünschte ihr „Glück und Gottes Segen“.
Thorsten Schorr freute sich, dass mit dieser Wahl eine Kandidatin zum Zuge gekommen sei, die sich in der Verwaltung gut auskenne, auf Kreisebene also eine gute Zusammenarbeit sichergestellt sei. Und für die Königsteiner:innen: „Sie wird für die Bürger stets ein offenes Ohr haben.“
Julia Krügers, Bürgermeisterin von Schmitten, versicherte: „Ich freue mich, dass ich eine weitere BürgermeisterIN-Kollegin habe – noch dazu eine super kompetente CDU-Kollegin und tolle Frau!“
Im Adelheidstift
Angehörige und Freunde der ALK hatten sich derweil im Adelheidstift zusammengefunden. Nadja Majchrzak: „Ich bleibe der Politik erhalten.“ Als sie anfing, sich in der ALK zu engagieren, geschah dies nicht mit dem Ansatz, Bürgermeisterin zu werden. Sie wolle etwas bewirken, wofür sie stehe. Und sie freut sich: „Bei allen Kontakten in den zurückliegenden Monaten war das größte Kompliment: Du bist authentisch! – Und das will ich auch sein.“
Bürgermeister Albrecht Kündiger aus Kelkheim und Angehöriger der ukw (Unabhängige Kelkheimer Wählerinitiative): „Es ist ein bitterer Abend, wenn man nicht gewinnt.“ Doch in Anbetracht des Ergebnisses der Einzelkämpferin gegen vier andere Parteien: „Das ist ein tolles Ergebnis.“ Mit dem Hinweis, dass er sich nicht in kommunalpolitische Einmischungen äußern wolle, hob er einerseits in Richtung ALK hervor: Ihr habt alles richtig gemacht.“ Die Wähler würden erwarten, dass „ihr weiter die Politik gestaltet“. Allerdings: „Die CDU hat auch alles richtig gemacht, sonst wäre die Wahl so nicht ausgegangen.“

