VHT saniert Eisenbahnviadukt in Neu-Anspach














17. April 2022
Hochtaunuskreis/Neu-Anspach (ut). Der Verkehrsverband Hochtaunus (VHT) macht die Taunusbahnstrecke samt ihrer Bauwerke etappenweise fit für die Zukunft. Anfang April wurde nun mit der Sanierung der Eisenbahnüberführung in Neu-Anspach begonnen.
Das 1895 erbaute 70 Meter lange Viadukt, das in Anspach über die Bahnhofstraße und die Usa verläuft, ist sanierungsbedürftig und wird in den kommenden eineinhalb Jahren grundhaft instandgesetzt. Die Eisenbahnüberführung weist sechs nahezu gleichhohe und lange Ziegelsteingewölbebögen auf, die auf tief gegründeten und massiven Pfeilern aus Naturstein stehen.
Das Bauwerk wurde zuletzt Mitte der 1960er Jahre saniert. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind durch die Witterung und dauerhafte betriebliche Nutzung einige Schäden an der Bausubstanz entstanden, unter anderem deutliche Feuchtigkeitsschäden und Risse im Mauerwerk.
„Der dauerhafte Erhalt der Taunusbahn-Infrastruktur stellt eine wichtige Aufgabe des VHT dar. Mit der Sanierung des historischen Viadukts in Anspach leistet der Verkehrsverband einen wesentlichen Beitrag für die Zukunft der Taunusbahn“, erläutert Landrat Ulrich Krebs, Vorstandsvorsitzender des VHT.
Mehr als drei Millionen Euro investiert der VHT in die Sanierung des historischen Bauwerks und erhält dafür auch Fördermittel durch das Land Hessen.
Das Projekt sieht eine grundhafte Erneuerung des Bauwerks mit vielfältigen Einzelmaßnahmen vor. Die Firma w+s bau-instandsetzung GmbH aus Fuldabrück führt im Auftrag des VHT die erforderlichen Arbeiten durch. Hierzu zählen insbesondere die Sanierung des Mauerwerks, die Erneuerung der Abdichtung und der Entwässerung sowie die Herstellung eines neuen Geländers. Bis zum Herbst 2023 werden nach und nach die sechs Gewölbebögen saniert. Mittels Zementinjektionen werden über Jahre hinweg im Mauerwerk entstandene Hohlräume verfüllt und damit die Tragfähigkeit des Bauwerks erhöht. Insgesamt werden am Viadukt ca. 1500 Injektionsbohrungen durchgeführt und etwa 1000 Quadratmeter Mauerwerk instandgesetzt. Die Abdichtungsarbeiten, für die der Gleiskörper entfernt werden muss, werden in den Oster- und Sommerferien durchgeführt. In diesem Zusammenhang werden 250 Tonnen Gleisschotter bewegt.
„Nach der Sanierung der Eisenbahnbrücken in Naunstadt und bei Wilhelmsdorf sowie der Erneuerung der Stellwerkstechnik geht der VHT jetzt das nächste wichtige Sanierungsprojekt an“, so VHT-Geschäftsführer Frank Denfeld.
Die Sanierungsmaßnahmen wirken sich auch auf den Fahrplan der Taunusbahn aus. Um den Eisenbahnbetrieb so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, werden die Arbeiten, für deren Durchführung eine Sperrung der Bahnstrecke notwendig ist, jeweils in den Schulferien durchgeführt. In diesen Zeiträumen verkehren Busse statt Bahnen. Dadurch verändern sich die Abfahrtszeiten gegenüber dem regulären Taunusbahn-Fahrplan. Die Abfahrtshaltestellen der Busse liegen teilweise nicht unmittelbar an den Bahnstationen, sondern an nahegelegenen Bushaltestellen im jeweiligen Ortsgebiet. Informationen zu den Fahrplänen des Schienenersatzverkehrs stehen unter hlb-online.de und rmv.de zum Download bereit.
In Neu-Anspach wird es phasenweise zu einer halbseitigen Sperrung der Bahnhofstraße unterhalb des Brückenbogens kommen. Die Durchfahrt bleibt jedoch grundsätzlich für PKWs und Linienbusse gewährleistet. Lediglich in einzelnen kurzen Zeiträumen, voraussichtlich während der Sommerferien, wird keine Durchfahrt möglich sein.
Im Bereich der Baustelle wird es während der anderthalbjährigen Bauphase zu Beeinträchtigungen durch Baulärm und Staub kommen. Der VHT und das Bauunternehmen setzen alles daran, die Beeinträchtigungen auf das notwendige Maß zu beschränken.
Der VHT bittet die Fahrgäste sowie die Anwohner:innen um Verständnis für die im Zuge der Bautätigkeiten entstehenden Unannehmlichkeiten.

