Trinkwasser-Verunreinigung behoben

10. August 2026

Kronberg (ut). Die am heutigen Montag ausgegebene Warnung wegen einer Verunreinigung des Trinkwassers im Süden von Kronberg im Taunus ist aufgehoben. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Die Trinkwasserleitungen sind gespült, die Versorgung ist wieder sichergestellt und die Nutzung freigegeben.

Konkret betroffen waren von der Warnung ausschließlich die „Schmiedeberger Straße“, die Straßen „Am Schafhof“ und „Im Tries“ sowie ein kleinerer Teil des „Danziger Weg“. Die Stadtverwaltung rät allen Anliegern dazu, das Wasser in den betroffenen Haushalten noch einmal etwas länger laufen zu lassen, um auch die Hausanschlüsse durchzuspülen.

Ausgelöst hatte die Verunreinigung am Montagvormittag eine technische Fehlfunktion im Bereich der Kronberger Wasseraufbereitungsanlage „Tries“.

Weiter heißt es dazu in der Mitteilung, der Defekt in der Anlage habe zur Folge gehabt, dass dem Rohwasser bei der standardmäßigen Aufbereitung eine höhere Konzentration an Natronlauge zugeführt wurde als üblich. „Der Zusatz von Natronlauge dient der Einstellung des pH-Wertes und ist grundsätzlich ein elementarer Bestandteil der Trinkwasser-Gewinnung“, erklärt Jakob Schäfer, Betriebsleiter der Kronberger Stadtwerke.

In welcher Konzentration die Lauge ob der Fehlfunktion dem Wasser zugegeben wurde, lasse sich rückwirkend nicht konkret benennen. Der höchste pH-Wert der am Vormittag bei einer Entnahmestelle gemessen worden sei, habe bei 13 gelegen. Laut deutscher Trinkwasserverordnung ist ein ph-Wert bis 9,5 zulässig. Schäfer: „Wir haben umgehend nach Feststellung des Problems die Anlage vom Netz genommen und mit der großflächigen Spülung an allen neuralgischen Punkten begonnen.“

Gegen 10.08 Uhr, so der Betriebsleiter der Stadtwerke, sei der erste telefonische Hinweis aus der Bevölkerung eingegangen. Hinweisgeber war Kronbergs Bürgermeister, Christoph König, der mit seiner Familie im genannten Bereich zu Hause ist.

König: „Meine Tochter hatte mich zu diesem Zeitpunkt darauf aufmerksam gemacht, dass das Wasser plötzlich seifig und schäumend aus dem Hahn komme. Daraufhin habe ich umgehend die Verantwortlichen der Stadtwerke informiert, um alle erforderlichen Schritte in die Wege zu leiten.“

Etwa zur selben Zeit, so Jakob Schäfer, sei ein weiterer Hinweis aus dem genannten Bereich bei den Stadtwerken eingegangen. Zwar könne man nicht exakt sagen, wann der Defekt eingetreten sei. Der Umstand, dass die ersten Meldungen erst gegen 10 Uhr eingegangen seien, gebe Anlass zu der Vermutung, dass die Fehlfunktion unmittelbar davor eingetreten ist. Ein Eindruck, den auch Bürgermeister Christoph König teilt: „Ich selbst hatte schon vorher Wasser aus der Leitung genutzt und dabei keinerlei Beeinträchtigungen festgestellt.“

Konkrete gesundheitliche Beschwerden, so Kronbergs Stadtbrandinspektor Thorsten Nuhn, seien nur in einem Fall bekannt geworden. Eine Anwohnerin habe nach dem Duschen von einer Reizung der Augen berichtet und den Rettungsdienst alarmiert. Die Reizung konnte noch vor Ort behandelt werden. Die hinzugezogenen Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kronberg unterstützten derweil die Mitarbeiter der Stadtwerke beim Spülen der Leitungen und der Messung der pH-Werte an unterschiedlichen Stellen des Leitungsnetzes.

Schleimhaut-Reizungen nach dem unmittelbaren Kontakt mit dem Wasser, so Bürgermeister Christoph König, seien zwar alles andere als angenehm, allerdings in solchen Fällen auch nicht ungewöhnlich. Im Nachhinein auftretende schwerwiegendere Beeinträchtigungen seien weder wahrscheinlich noch aktuell bekannt. „Wer ganz sicher gehen will oder sich unwohl fühlt, dem rate ich, einen Arzt aufzusuchen“, unterstreicht der Kronberger Rathauschef verbunden mit einem herzlichen Dank an alle Anlieger für die Geduld und das gezeigte Verständnis.

Während das Wasser auch in den betroffenen Straßen wieder in gewohnter Qualität aus dem Hahn läuft, bleibt die Trinkwasser-Aufbereitungsanlage Tries vom Netz. Jakob Schäfer: „Die mit dem Einbau und der Wartung beauftragte Fachfirma ist verständigt und wird jetzt auf die Fehlersuche gehen.