Minijobs erhalten statt Schwarzarbeit fördern
17.350 Jobs im Main-Taunus-Kreis in Gefahr
31. Juli 2026
Hofheim am Taunus (ut). Im Juli 2026 waren im Main-Taunus-Kreis 7.462 Personen arbeitslos, 89 mehr als im Vormonat. Der Arbeitsmarkt bleibt damit weiterhin angespannt und eine Trendwende ist nicht in Sicht.
„Die Bundesregierung sollte nicht wie von der Rentenkommission empfohlen Minijobs durch immer höhere Abgaben faktisch abschaffen, weil damit eines der wenigen Flexibilitätsinstrumente im deutschen Arbeitsmarkt beseitigt und hunderttausende Jobs in Hessen gefährdet würden. Rund 17.350 Minijobber im Main-Taunus-Kreis arbeiten nur im Nebenerwerb oder etwa als Rentner oder Studenten und können oder wollen nicht Vollzeit arbeiten. Eine Abschaffung der Minijobs würde deshalb kaum zusätzliche Vollzeitkräfte mobilisieren, sondern stattdessen die Schwarzarbeit bundesweit um schätzungsweise 25 Milliarden Euro im nächsten Jahr nach oben treiben“, erklärte Thomas Frey, Geschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) Rhein-Main-Taunus.
„Ebenso steht in den Sternen, wer von den übrigen knapp 21.990 ausschließlich geringfügig Beschäftigten im Main-Taunus-Kreis seine Arbeitszeit ausweiten kann und will. Auch die rund 700 Grundsicherungsgeldbezieher in Minijobs sind kein Grund für deren Abschaffung, sondern für verbesserte Hinzuverdienstregeln, die eine vollzeitnahe Tätigkeit statt Kleinstbeschäftigungen belohnen. Statt Abgaben auf Arbeit immer weiter nach oben zu schrauben ist das Gegenteil richtig, nämlich durch ausgabensenkende Strukturreformen die Sozialversicherungsbeiträge auf unter 40 Prozent zu bringen. So wird Arbeit durch mehr Netto vom Brutto endlich wieder attraktiver“, sagte Frey.
Weiterführende Informationen: VhU-Tabelle zu Minijobbern nach Kreisen Dez. 2025
Über die VhU Geschäftsstelle Rhein-Main-Taunus
Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) vertritt die branchenübergreifenden Interessen von 82 Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbänden in Hessen, in denen über 100.000 Unternehmen mit 1,5 Millionen Beschäftigten Mitglied sind. Alle Unternehmensgrößen und Branchen sind vertreten: Von Landwirtschaft über Bau, Industrie und Handel bis hin zu Handwerk, Banken und IT. Die VhU bündelt die gemeinsamen politischen Anliegen ihrer Mitgliedsverbände. Die Geschäftsstelle Rhein-Main-Taunus nimmt in Frankfurt, im Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis diese Aufgaben wahr. Sie orientiert sich an den ordnungspolitischen Regeln der sozialen Marktwirtschaft.

