Blaues Leuchten für die Hoffnung
12. Mai 2026
Oberursel (ut). Am heutigen Dienstag werden anlässlich des Internationalen ME/CFS-Tags bereits zum 34. Mal weltweit öffentliche Gebäude blau beleuchtet, um auf die schwere Erkrankung aufmerksam zu machen. Auch in Oberursel wird erneut das Foyer des Rathauses illuminiert.
„ME/CFS ist keine bloße Müdigkeit, sondern eine schwerwiegende und oftmals chronische Multisystemerkrankung. Viele Betroffene – darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene – sind dauerhaft pflegebedürftig, bettlägerig sowie arbeits- oder schulunfähig. Häufig verlieren sie ihr bisheriges Leben und werden aus dem gesellschaftlichen Alltag herausgerissen. Obwohl die Zahl der Erkrankten zunimmt und die Forschung Fortschritte macht, ist ME/CFS bis heute nicht heilbar. Umso wichtiger ist es, die Krankheit stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken und den Betroffenen durch die weltweite Beleuchtung Solidarität und Sichtbarkeit zu geben“, erklärt Bürgermeisterin Antje Runge.
Schwere neurologische Erkrankung mit oft gravierenden Folgen
Die Krankheit Myalgische Enzephalomyelitis / Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine schwere neurologische Erkrankung. Sie tritt häufig infolge einer Infektion auf – unter anderem auch im Zusammenhang mit Long Covid. Die genaue Ursache ist bislang noch nicht abschließend geklärt.
Betroffene leiden neben einer schweren Fatigue (einer extremen körperlichen und geistigen Erschöpfung, die sich auch durch Ruhe- und Erholungsphasen nicht bessert), die das Aktivitätsniveau massiv einschränkt, häufig auch unter neurokognitiven, autonomen und immunologischen Symptomen. Bereits seit 1969 wird ME/CFS von der WHO als organisch-neurologische Erkrankung klassifiziert.
ME/CFS tritt besonders häufig im Kindes- und Jugendalter zwischen 10 und 19 Jahren sowie zwischen dem 30. und 39. Lebensjahr auf. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer.

