Ein Zeichen der Verbundenheit zum Tag der Kinderhospizarbeit
9. Februar 2026
Kronberg (ut). „Deutschland wird bald wieder grün“ – mit diesem Slogan und der Bitte um vielfältige Unterstützung wirbt derzeit der Deutsche Kinderhospizverein für eine wichtige Aktion. Grüne Bänder als Ausdruck der Verbundenheit sollen am 10. Februar 2026, dem „Tag der Kinderhospizarbeit“, bundesweit die Bedeutung dieses Engagements hervorheben. Eingeladen zum Mitmachen sind Einzelpersonen als auch Familien, Unternehmen und Institutionen. Auch die Kronberger Stadtbücherei und das Team der städtischen Kindertagesstätte Pusteblume werden Farbe bekennen.
„Tage der Mondschnecke“, „Leb wohl, lieber Dachs“ oder „Café Finito“ – diese und noch eine Reihe weiterer Buchtitel werden am Dienstag, 10. Februar 2026, in der Kronberger Stadtbücherei, Hainstraße 5, einen ganz besonderen Platz finden. Auf einem Tisch im Obergeschoss der Bibliothek aufgereiht, sollen die Bücher ein ganz besonderes und alles andere als leichtes Thema in den Blick rücken. Denn jede/r Autor:in beschäftigt sich auf ganz eigene Art mit dem Schicksal lebensverkürzend erkrankter Kinder – mal in der Form eines Bilderbuchs, mal als Erzählung für Mädchen und Jungen und mal als Roman für Erwachsene.
Das Team der Kronberger Stadtbücherei will mit diesem Büchertisch ein Zeichen der Verbundenheit an all jene senden, die mit dieser unsagbaren Herausforderung persönlich konfrontiert sind, wie auch an die Menschen, die sich in der Kinderhospizarbeit engagieren und für die Betroffenen da sind.
Wie wichtig dieses Engagement ist – genau das soll am 10. Februar 2026, dem „Tag der Kinderhospizarbeit“, der in diesem Jahr zum 20. Mal stattfindet, mit einer bundesweit angelegten Aktion des Deutschen Kinderhospizvereins unterstrichen werden. Alle Menschen sind eingeladen, an diesem Tag mit grünen Bändern und eigenen Aktionen ein Zeichen für die Bedeutung der Hospizarbeit zu setzen – im Alltag, im Beruf oder in der Öffentlichkeit.
Ein Anliegen, dem sich auch die Mitarbeitenden der städtischen Kindertagesstätte Pusteblume angenommen haben. Mit einem gemeinsamen Banner wollen sie dazu beitragen, dass Deutschland am 10. Februar wieder „grün“ wird. Weitere Informationen zum Aktionstag des Deutschen Kinderhospizvereins finden sich online unter www.dkhv.de.
Vielschichtiger Handlungsbedarf
Überregional (ut). Vor mehr als 20 Jahren wurde vom Deutschen Kinderhospizverein (DKHV e.V.) mit Sitz in Olpe (NRW) für den 10. Februar 2006 erstmals der Tag der Kinderhospizarbeit ausgerufen. Aus diesem Impuls hat sich bis heute ein bundesweiter Aktionstag entwickelt, an dem an vielen Orten die unterschiedlichsten Veranstaltungen stattfinden, grüne Bänder an Autos, Bäumen, Handtaschen oder Rucksäcken wehen oder Gebäude, darunter sogar Fußballstadien, die grün beleuchtet werden – nach wie vor mit dem einen Ziel: An diesem Tag die jungen Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung und ihre Familien in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit zu rücken.

Inzwischen ist viel in der Kinder- und Jugendhospizarbeit in Deutschland passiert und erreicht worden. Jedoch gibt es nach wie vor auch noch einiges zu tun, insbesondere im Alltag der jungen Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung: Mangelnde Barrierefreiheit, überbordende Bürokratie und fehlende inklusive Angebote bringen die Familien genau wie vor 20 Jahren an die Grenze ihrer Belastbarkeit.
„Wir möchten den Tag und das damit verbundene öffentliche Interesse nutzen, um besonders auf den vielschichtigen Handlungsbedarf, der sich unmittelbar auf die Lebenswelt der Familien bezieht, aufmerksam zu machen“, sagt Marcel Globisch, inhaltlicher Vorstand des DKHV e.V. „Wir sind als Fachorganisation der Kinder- und Jugendhospizarbeit auf Bundesebene tätig und bringen unsere Expertise in Gesetzgebungsprozesse sowie in unterschiedlichen Projekt- und Arbeitsgruppen von Fachorganisationen sowie lokalen und bundesweiten politischen Gremien ein.“ Insbesondere die konsequente Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes und damit die Selbstbestimmung junger Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung stehen hier im Fokus: „Barrierefreiheit im Wohnungsbau, im öffentlichen Raum, bei der Mobilität, im Digitalen und der Gesundheitsversorgung oder der Ausbau von Assistenz- und Teilhabeleistungen – die Liste unserer Vorschläge, die wir dem Bundestag in der 21. Legislaturperiode vorgelegt haben, ließe sich noch weit fortsetzen“, so Globisch weiter.
Diesen umfassenden Handlungsbedarf sehen auch die jungen Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung selbst: „Menschen mit Behinderung sollten in allen Bereichen des täglichen Lebens mitgedacht werden und beteiligt sein: Berufsfelder müssen zugänglich sein und wir müssen die Kehrtwende von der ,ach so beeindruckenden Lebensgeschichte‘ hin zu Vielfalt, Selbstverständnis und gleichberechtigter Teilhabe schaffen. Auch im Berufsleben sollte das Ziel nicht eine ,Quotenperson‘, sondern ein vielfältiges Miteinander sein“, appelliert Lina (Name geändert) eindringlich. Lukas (Name geändert) pflichtet Lina bei: „Richtig: weg vom/von der Bittsteller:in, hin zu echter Teilhabe: Das fängt schon damit an, dass jedes Restaurant, jede Kneipe, jede Wirtschaft zum Beispiel auch über ein barrierefreies WC verfügen sollte!“
Diesen aktuellen Forderungen der jungen Menschen folgend, geht es heute wie vor 20 Jahren darum, über die Lebensumstände der Familien zu informieren, sich mit ihnen zu solidarisieren und gemeinsam Verbesserungen auf den Weg zu bringen. Dazu braucht es viele Menschen. 2006 waren es Aktionen in vier Städten in unmittelbarer Nachbarschaft von Olpe: Lünen, Hamm, Kamen und Unna. Heute gibt es in über 200 Orten engagierte Menschen, die bundesweit durch Aktionen auf den Tag der Kinderhospizarbeit und damit auf die Kinder- und Jugendhospizarbeit aufmerksam. Marcel Globisch: „Eine beeindruckende Bewegung in herausfordernden Zeiten, die uns Hoffnung macht!“
Seit 20 Jahren ist außerdem das grüne Band das Symbol für den Tag. Es steht für die Verbundenheit mit allen Akteuren in der Kinder- und Jugendhospizarbeit sowie für die Solidarität mit jungen Menschen mit einer lebensverkürzenden Erkrankung, mit ihren Eltern und mit ihren Geschwistern.
Alle weiteren Informationen gibt es unter: Tag der Kinderhospizarbeit: Deutscher Kinderhospizverein e.V.
Spendenkonten:
Kontoinhaber: Deutscher Kinderhospizverein e.V.
Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden
IBAN: DE54 4625 0049 0018 0003 72
Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen
IBAN: DE68 4626 1822 0224 7007 00

