Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
25. November 2025
Usingen (ut). Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25. November soll auf die erschreckenden Zahlen von Femiziden in Deutschland und speziell in Hessen aufmerksam gemacht werden. Allein in 2023 wurden in Deutschland 155 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. 2024 gab es im Hochtaunuskreis drei Femizide. Gewalt gegen Frauen und geschlechtsspezifische Tötungsdelikte sind trotz wachsender gesellschaftlicher Sensibilisierung weiterhin drängende Probleme.
Immer noch gehört häusliche Gewalt zum Alltag vieler Frauen. Bildung, Einkommen, Alter und Religionszugehörigkeit spielen hierbei keine Rolle. Ein Femizid ist die Spitze des Eisbergs und dann in vielen Fällen das Ende der Gewaltspirale. Diese kann sich vorab in verschiedenen Facetten zeigen – nicht allein nur durch körperliche Gewalt, sondern auch durch psychische, sexualisierte, soziale, ökonomische, digitale Gewalt sowie durch Stalking.
Seit 2017 steigen die Zahlen im Bereich der häuslichen Gewalt kontinuierlich an und liegen weiterhin auf einem hohen Niveau. Im Jahr 2024 lag die Anzahl der Fälle etwa auf dem Vorjahreswert. 80,7 Prozent der erfassten Opfer waren Frauen und knapp 80 Prozent der Tatverdächtigen sind Männer (Quelle: hess. Ministerium des Innern, 2025). Im Hochtaunuskreis gab es 320 Fälle häuslicher Gewalt. Hierzu zählen auch Fälle, bei denen die Frau die Täterin war. Die Dunkelziffer der Fälle, bei den die Frauen keine Anzeige erstatten oder die Polizei rufen, sind wesentlich höher.
Die Landesregierung hat mit dem Frauensicherheitspaket wichtige Maßnahmen angekündigt, darunter den Ausbau von Schutzangeboten und die stärkere Überwachung von Hochrisikotätern, etwa durch elektronische Fußfesseln. Dennoch zeigt die Entwicklung klar, dass weitere Anstrengungen in den Bereichen Prävention, Schutz und gesellschaftliches Bewusstsein nötig sind, um Femizide und häusliche Gewalt wirksam einzudämmen und Frauen nachhaltig zu schützen.
Wer von häuslicher Gewalt betroffen ist, kann sich an die Beratungs- und Interventionsstelle Frauen helfen Frauen – HTK e.V., Telefon 06171 51768 oder per E-Mail an beratungsstelle@frauenhaus-oberursel.de oder an Nadine Fork, kommunale Frauenbeauftragte der Stadt, im Usinger Rathaus, Telefon 06081 10244004 oder per E-Mail an fork@usingen.de) wenden.

