Integrationspreis als Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt verliehen
17. November 2025
Hochtaunuskreis (ut). Die Gesellschaft in Deutschland hat in den vergangenen Jahren vor großen Herausforderungen gestanden. Spürbare gesellschaftliche Spannungen haben den Zusammenhalt zunehmend auf die Probe gestellt. Umso wichtiger ist es gewesen, dem ein sichtbares Zeichen entgegenzusetzen. Der Hochtaunuskreis hat dies bereits zum zehnten Mal mit der Verleihung seines Integrationspreises in den Kategorien „Menschen“, „Vereine“ und „Ehrenpreis“ getan.
In diesem Jahr sind Jutta Kaiser, Veronika Nissen und Anton Valit ausgezeichnet worden. Den Preis in der Kategorie „Vereine“ hat der Freundeskreis Asyl Königstein für sein Projekt i-Punkt im Stadtzentrum erhalten. Der Ehrenpreis ist an das Oberurseler Bündnis für Demokratie und Menschenwürde gegangen.
Mit dem Integrationspreis hat der Hochtaunuskreis herausragende und nachhaltige Projekte sowie Menschen gewürdigt, die sich in besonderer Weise für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt eingesetzt haben. Der diesjährige Schwerpunkt hat auf dem neu ins Leitbild Integration aufgenommenen Handlungsfeld „Demokratie und Vielfalt“ gelegen. Damit hat der Kreis den Einsatz für demokratische Werte und Meinungsvielfalt sichtbar machen und demokratiefeindlichem Verhalten entschieden entgegentreten wollen.
„Demokratie lebt davon, dass Menschen sie gestalten – indem sie sich einmischen und aus Überzeugung im Sinne demokratischer Werte handeln. Wer sich für Vielfalt und gegenseitigen Respekt einsetzt, schafft ein Klima der Offenheit, in dem sich alle angenommen fühlen können. Diese Menschen möchten wir mit dem Integrationspreis ehren“, erklärte Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Antje van der Heide.
Die Preisträger:innen 2025
Jutta Kaiser hat sich gemeinsam mit ihrem Team von KulturLeben Hochtaunus in einer Bad Homburger Gemeinschaftsunterkunft engagiert. Dort hat sie wöchentlich ein zweistündiges Kunstprojekt für rund 60 Kinder angeboten. In geschützter Atmosphäre haben sich die Mädchen und Jungen kreativ ausdrücken und dabei Werte wie Pünktlichkeit, Teamarbeit und gegenseitige Wertschätzung erleben können. So sind sie früh an demokratische Formen des Miteinanders herangeführt worden, ohne ihre kulturelle Identität zu verlieren.
Als Vorsitzende von KulturLeben Hochtaunus und des Projekts KulturKinder organisiert Jutta Kaiser Finanzierung, Koordination und ehrenamtliche Mitarbeit.
Auch Veronika Nissen und Anton Valit haben sich mit großem Engagement für Integration eingesetzt. Sie haben Neubürger:innen bei der Orientierung im Alltag unterstützt, sie zu Behörden, Ärzten und Schulen begleitet und zu Bildungs- und Berufswegen beraten. Über Social Media haben sie viele Menschen mit ihren Angeboten erreicht und durch Informations- und Begegnungsveranstaltungen den gesellschaftlichen Austausch gefördert. Ihr Ziel: Brücken zu bauen, Vertrauen zu schaffen und gegenseitigen Respekt zu stärken.
Der Preis in der Kategorie „Vereine“ ist an den Freundeskreis Asyl Königstein für den i-Punkt gegangen. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2016 hat sich der Treffpunkt zu einem wichtigen Ort der Begegnung, Bildung und Verständigung entwickelt. Bürger:innen aus Königstein haben dort Geflüchtete und Zugewanderte beim Ankommen unterstützt und so ein lebendiges Miteinander geschaffen.
Den Ehrenpreis hat das Oberurseler Bündnis für Demokratie und Menschenwürde erhalten. Das überparteiliche Netzwerk aus Bürger:innen, kirchlichen Gruppen, Vereinen, Gewerkschaften und politischen Organisationen hat sich für ein friedliches und respektvolles Zusammenleben eingesetzt. Es hat für demokratische Grundrechte geworben und klar Stellung gegen Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung bezogen – und diese Haltung aktiv in die Stadtgesellschaft getragen.
Der Integrationspreis ist mit insgesamt 1.500 Euro dotiert. Jutta Kaiser und der Freundeskreis Asyl Königstein haben jeweils 500 Euro erhalten, ebenso Veronika Nissen und Anton Valit gemeinsam.
In einer Feierstunde haben Landrat Ulrich Krebs und Kreisbeigeordnete Antje van der Heide die Urkunden an die Geehrten überreicht. Anschließend hat sich Gelegenheit zu Austausch und Begegnung in festlicher Atmosphäre geboten.

