"Frei leben - ohne Gewalt"

Informationen und Veranstaltungen von Kommunen rund um den Aktionstag gegen Gewalt an Frauen

Bad Homburg

Mahnwache und Beleuchtungsaktion

„Bad Homburg sagt NEIN zu Gewalt an Frauen“ – so ist es seit Mitte November auf einem Banner an der Fußgängerbrücke über den Hessenring zu lesen. Unter diesem Motto werden die Kommunale Frauenbeauftragte der Stadt, Gaby Pilgrim, das AWO-Frauenhaus und Beratungsstelle sowie der Zonta Club Bad Homburg am Donnerstag, 25. November 2021, ab 17 Uhr gemeinsam eine Mahnwache auf dem Waisenhausplatz abhalten. Dieser Tag ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen. Oberbürgermeister Alexander Hetjes hat die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen. Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor nimmt ebenfalls an der Mahnwache teil.

Ab 17 Uhr werden in Bad Homburg außerdem zum dritten Mal viele Gebäude in der Signalfarbe Orange beleuchtet sein, darunter das Kurhaus, das Schloss, die Stadtbibliothek, die Erlöserkirche und St. Marien in der Dorotheenstraße sowie St. Johannes und die Gedächtniskirche in Kirdorf. „Orange the World“ ist eine Aktion der Vereinten Nationen und will an diesem Tag weltweit sichtbare Zeichen gegen Gewalt setzen.

Eltville

Fahnenaktion von Frauen­rechtlerinnen und Frauenbeauftragten – Fahne an der Kurfürstlichen Burg in Eltville am Rhein

Am 25. November 2001 ließ TERRE DES FEMMES (TDF) zum ersten Mal die Fahnen wehen, um am Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ ein Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen.  Auch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eltville am Rhein, Bettina Behrens, und ihre Stellvertreterin Ulrike Bergmann lassen an diesem Tag wieder die Fahne von TERRE DES FEMMES an der Kurfürstlichen Burg in Eltville am Rhein aufhängen, dieses Mal in neuem Design. Außerdem gibt es im Mehrgenerationenhaus Informationsflyer zu diesem Thema.

In diesem Jahr werden alle TDF-Kernthemen in der Botschaft #Bornequal vereint. TERRE DES FEMMES möchte damit das Recht jedes Mädchens und jeder Frau auf Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Freiheit einfordern. 

Interessierte können sich unter www.frauenrechte.de weiter informieren.

Flörsheim

Die Stadt setzt ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen lässt die Stadt Flörsheim am Main Foyer und Treppenhaus sowie einige Fenster des Verwaltungsgebäudes Rathausplatz 2 von Donnerstag, 25. November, bis Sonntag, 28. November, orange beleuchten. „Wie viele Städte weltweit setzen wir damit ein sichtbares Zeichen und sagen Nein zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen“, erläutert Bürgermeister Dr. Bernd Blisch.

Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist eine der schwerwiegendsten und weltweit meistverbreiteten Menschenrechtsverletzungen, die sich überall ereignet – zu Hause genauso wie im öffentlichen Raum, in allen gesellschaftlichen und sozialen Schichten. Jede dritte Frau in Deutschland hat mindestens einmal im Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt erfahren.

Die aktuelle Corona-Krise führt durch Quarantäne und Kontaktbeschränkungen zum Ansteigen häuslicher Gewalt, entsprechende Beratungsstellen verzeichnen eine erhöhte Nachfrage. Die bundesweiten Aktionen zum 25. November sollen auf die Hilfsangebote hinweisen, um betroffenen Frauen und Personen im Umfeld Mut zu machen, Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Hilfesuchende können sich wenden an: die Frauenberatungs- und Interventionsstelle des Main-Taunus-Kreises, Telefon 06192 24212, E-Mail frauenberatungsstelle-fhfmtk@t-online.de; das Frauenhaus im MTK, Telefon 06192 26255, E-Mail fhfmtk@t-online.de; das Bundesweite Hilfetelefon, Telefon 08000 116016, www.hilfetelefon.de.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen geht zurück auf die Ermordung der Schwestern Mirabal am 25. November 1960. Die drei Frauen hatten sich gegen die Diktatur in der Dominikanischen Republik gewehrt und waren daraufhin vom militärischen Geheimdienst umgebracht worden.

Königstein

Jedes Jahr Flagge zeigen – Die TERRE DES FEMMES Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ 2021

Auch 2021 wird TERRE DES FEMMES am 25. November, den Internationalen Gedenk- und Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen setzen. In Königstein wird die TERRE DES FEMMES-Fahne vor dem Rathaus gehisst. Ein sichtbares Zeichen gegen Gewalt.

Suzanne Müller-Hess, Frauenbeauftragte der Stadt Königstein: „Es ist kaum zu glauben, aber ein winziges, zweites X-Chromosom kann heute noch ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben verhindern.“

Dank der unermüdlichen Arbeit von TERRE DES FEMMES  und auch der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragen sind Regierungen und Politiker*innen sensibilisiert und haben entsprechende Gesetzte verabschiedet und Gelder für Aufklärungsprojekte und Schutzeinrichtungen freigegeben. Das ist jedoch nicht genug!

Frauenrechte sind Menschenrechte! Seit 40 Jahren setzt sich TERRE DES FEMMES für Frauenrechte ein. Vieles wurde erreicht, aber vieles bleibt noch zu tun, denn das große Ziel, das alle Mädchen und Frauen gleichberechtigt, selbst bestimmt und frei ihr Leben führen können, ist noch nicht erreicht – auch nach 40 Jahren nicht. Milliarden Frauen weltweit spüren es jeden Tag, dass sie mit zwei X-Chromosomen auf die Welt gekommen sind: Vergewaltigungen, Genitalverstümmelungen, Zwangsverheiratungen, Schläge, Hassworte gehören zu ihrer Lebensrealität.

Am 25. November machen  die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten nicht nur im Hochtaunuskreis aufmerksam, denn unser aller Einsatz für Gleichberechtigung muss weitergehen! Präventions- und Aufklärungsarbeit darf nicht ruhen.

Die Flagge ist seit Jahren die Gleiche: „Frei Leben“ steht darauf.

Kronberg

Bundesweiter Aktionstag gegen Gewalt Auch Kronberg setzt Zeichen am 25. November

Der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November wird in der Stadt Kronberg im Taunus mit öffentlichen Aktionen begleitet. Mit dem hissen der Fahne „Frei Leben – Nein zu Gewalt“ am Kronberger Rathaus wird an diesem Tag ein sichtbares Zeichen gesetzt, dass Gewalt keine Chance hat. Das Rathaus wird zudem vom 25. bis 30. November wieder in Orange beleuchtet angestrahlt, ebenso das Foyer der Stadthalle und die Fenster der Stadtbücherei. „Orange The World“ – das sichtbare Lichtzeichen gegen Gewalt verdeutlich international, dass Gewalt keinen Platz in der Gesellschaft haben kann. Gebäude werden weltweit in dieser dunklen Zeit in orangenes Licht getaucht um „Nein zu Gewalt“, gleich welcher Art auch immer, zu sagen.

Am Samstag, 26.11.2021, wird es zudem einen Informationsstand auf dem Kronberger Wochenmarkt geben. Die städtische Gleichstellungsstelle wird gemeinsam mit dem Zonta-Club Kronberg/Bad Soden Informationen zur Istanbul-Konvention weitergeben und eine Unterschriften-Sammlung durchführen, mit der Forderung einer lückenlosen Umsetzung der Istanbul-Konvention in Deutschland. So soll auch die Einrichtung einer bundesweiten staatlichen Koordinierungsstelle zur umfassenden Umsetzung der Istanbul-Konvention mit der Unterschriftensammlung gestärkt werden. „Die Konvention ist weltweit das erste verbindliche Instrument, das einen umfassenden Rechtsrahmen bildet zur Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Häuslicher Gewalt, zum Schutz der Opfer und zur Strafverfolgung. Jede dritte Frau in Deutschland ist mindestens einmal in ihrem Leben von physischer beziehungsweise sexualisierter Gewalt betroffen. Jedes Opfer ist eines zu viel“, mahnt Heike Stein, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kronberg im Taunus.

Trotz vieler seitdem getroffener Maßnahmen fehlt eine ressort-übergreifende Gesamtstrategie, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen und damit Artikel 7 und 10 des Übereinkommens des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt umzusetzen. Noch immer ist es das einzige rechtlich verbindliches Instrument, das im Rahmen der Prävention und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen, zum Schutz vor physischer und psychischer, sexualisierter Gewalt und zur Strafverfolgung der Täter. Einzigartig ist dabei auch das Monitoring der Umsetzung. Dieser zentrale Punkt dabei ist, die Einrichtung einer bundesweiten, staatlichen Koordinierungsstelle, so Heike Stein, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Kronberg.

Seit dem 01.01.2018 ist die Istanbul-Konvention geltendes Recht in Deutschland. Im Jahr 2019 waren 114.903 Frauen in Deutschland die von Gewalt, häuslicher Gewalt betroffen waren. 117 Frauen starben. Dies ist die Zahl der bekannten Fälle, die Dunkelziffer der von Gewalt betroffenen Frauen dürfte weitaus höher liegen.

Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“, sei gerade in Zeiten von Corona wichtig, betont Heike Stein. Rund um die Uhr sind die Beraterinnen des Hilfetelefons erreichbar. Im Jahr 2020 gab es über das Bundeshilfetelefon 51.407 Beratungen. Dies entspricht einem Anstieg von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr 2019. Dabei nahmen die Anfragen zu häuslicher Gewalt überproportional zu: Alle 22 Minuten fand im vergangenen Jahr eine Beratung dazu statt. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist für viele Frauen zum Rettungsanker geworden. Stein: „Die hohe Zahl an Beratungen macht deutlich, wie groß der Hilfebedarf ist, wenngleich wir von einem noch größeren Dunkelfeld bei Gewalttaten gegen Frauen ausgehen müssen. Das Ziel dabei ist es, die Angebote für Frauen in Not zu erweitern, deutschlandweit auf das Ausmaß von Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen und Menschen im Umfeld zum Handeln zu ermutigen.“

Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ richtet sich an gewaltbetroffene Frauen, Menschen aus deren sozialem Umfeld und Fachkräfte. Es berät kostenfrei, anonym und vertraulich zu allen Formen von Gewalt – ob Gewalt in der Partnerschaft, Mobbing, Stalking, Zwangsheirat, Vergewaltigung oder Menschenhandel. Telefonnummer 08000 116 016, per E-Mail oder Sofort- bzw. Termin-Chat auf www.hilfetelefon.de. Auf Wunsch vermitteln die Beraterinnen an Unterstützungseinrichtungen vor Ort. Das bundesweite Angebot ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr erreichbar. Bei Bedarf kann die Beratung in 17 Fremdsprachen, in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache erfolgen.

Das Hilfetelefon „Gewalt an Männern“ berät ebenfalls kostenfrei, unter Telefon 0800 1239900. Im Hochtaunuskreis gibt es ferner die Männerberatung beim Diakonischen Werk Hochtaunus, Dieses steht für Beratungen in Krisenzeiten zur Verfügung, Telefon (06172) 597660.

Das Hilfetelefon für „tatgeneigte Personen“ (kostenlos und anonym) ist von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr unter der Nummer 0800 7022240 zu erreichen. Weitere Informationen im Internet unter www.bevor-was-passiert.de.

Positiv zu verzeichnen ist, dass es in Bad Homburg eine neue zusätzliche Beratungsstelle von Wildwasser e.V., als Ergänzung zum Angebot der Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“ in Oberursel und der Beratungsstelle „Lotte“ im Frauenhaus Bad Homburg gibt. Die neue Beratung „Soforthilfe-nach-Vergewaltigung“ hat in den Hochtaunuskliniken die Anlaufstelle ihre Arbeit aufgenommen.

Wie Heike Stein weiter berichtet ist in 2020 die bundesweite Nachfrage an fremdsprachlicher Beratung um 25 Prozent gestiegen, was eine schwierigere Situation vieler Frauen mit Migrationserfahrung vermuten lasse. Die Beratungen per E-Mail oder Chat stiegen um 15 Prozent. „Gerade bei häuslicher Enge und Isolation stellen Online-Kontaktwege eine wichtige Alternative zum Telefon dar“, so Stein.

Die häusliche Gewalt an Kindern hat in Zeiten der Corona-Pandemie zugenommen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik sind im vergangenen Jahr 152 Kinder gewaltsam zu Tode gekommen. 115 von ihnen waren zum Zeitpunkt des Todes jünger als sechs Jahre. In 134 Fällen erfolgte ein Tötungsversuch. Mit 4.918 Fällen von Misshandlungen Schutzbefohlener wurde eine Zunahme um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr registriert. Kindesmissbrauch ist um 6,8 Prozent auf über 14.500 Fälle gestiegen. Stark angestiegen sind mit 53 Prozent auf 18.761 Fälle die Zahlen bei Missbrauchsabbildungen. Eine starke Zunahme verzeichnet die Kriminalitätsstatistik für 2020 auch bei Verbreitung von Missbrauchsabbildungen durch Minderjährige. Hier hat sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die Missbrauchsabbildungen – insbesondere in Sozialen Medien – weiterverbreiteten, erwarben, besaßen oder herstellten, deutschlandweit seit 2018 mehr als verfünffacht, von damals 1.373 auf 7.643 angezeigte Fälle im vergangenen Jahr.

Die Kronberger Gleichstellungsbeauftragte appelliert: „Wir dürfen als demokratische Gesellschaft nicht die Augen verschließen und jede Übergriffigkeit müssen wir auf schärfte verurteilen, Menschen in Notsituationen helfen und dafür sorgen, dass die Istanbul-Konvention mit weiteren Unterschriften eine Verstärkung im politischen Raum erfährt und die bundesweite Koordinationsstelle, unter der neuen Bundesregierun eingerichtet werden kann.“

Oberursel

Internationaler Aktionstag zur Beseitigung gegen Gewalt an Frauen – Veranstaltungen in Oberursel

Oberursel zeigt Flagge gegen Gewalt an Frauen – anlässlich des internationalen Aktionstages weht vom 22. bis 29. November 2021 vor dem Oberurseler Rathaus wieder die blaue Fahne „frei leben“ als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

Die Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Oberursel,  Gabriela Wölki und Sabine Weil, der Verein Frauen helfen Frauen-Hochtaunuskreis e.V., das Frauennetzwerk Oberursel und die weltweit vertretene Service-Organisation Soroptimist International Deutschland machen mit weiteren verschiedenen Aktionen auf das Thema „Häusliche Gewalt“ und die Unterstützungsangebote in Oberursel und im Hochtaunuskreis aufmerksam.

Häusliche Gewalt ist nicht „nur“ schlagen – körperliche Gewalt. Sie kann sich auch in Form von psychischer, sexualisierter, ökonomischer und sozialer Gewalt zeigen. Oftmals vermischen sich die Gewaltformen. Gewalt beginnt oft schleichend und ist nicht direkt sichtbar. Die Folgen für die Betroffenen und die Gesellschaft sind allerdings sehr groß, da die Heilung einen sehr langen Prozess nach sich zieht.

Am Donnerstag, 25. November 2021, wird zwischen 14 und 17 Uhr in der Adenauerallee eine Plakatreihe gezeigt,  welche auf die verschiedenen Gewaltformen aufmerksam macht. Diese Outdoor-Ausstellung wurde im vergangenen Jahr von Gisela Kalow (SOROPTIMIST) und Anja Körneke (stellvertretend genannt für Frauen helfen Frauen-Hochtaunuskreis e. V.) konzipiert. Zusätzlich wird an einem Infostand über die einzelnen Gewaltformen, Zahlen zu häuslicher Gewalt und Warnsignale informiert.

Die Soroptimistinnen stehen in Kooperation mit dem Frauennetzwerk am Samstag, 27. November 2021, von 12 bis 18 Uhr mit einem Stand vor der Stadtbücherei: Im Rahmen der Orange Days, die am 10. Dezember, dem Tag der internationalen Menschenrechte, enden, werden sie auch in Oberursel auf die Benachteiligung von Frauen und besonders auf geschlechtsspezifische Formen von Gewalt aufmerksam machen. Unter dem Motto „Orange the World – Stand up for Women“ steht die in Deutschland nur unzureichend umgesetzte Istanbul Konvention im Mittelpunkt. Entsprechend liegt am Stand eine Petition aus, die die Bundesregierung auffordert, eine ressort-übergreifende Gesamtstrategie zu entwickeln, um Gewalt gegen Frauen zu verhüten und der Istanbul Konvention zu folgen. Hohe Bedeutung hat dabei die in der Istanbul Konvention geforderte umfassende Aus- und Weiterbildung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen aller Berufsgruppen, die mit Betroffenen und Tätern in Kontakt kommen, sowie die entsprechende Entwicklung von Curricula für Kindergärten und Schulen.

Hintergrund zum Aktionstag

1999 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, den 25. November zum „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“ zu erklären. Hintergrund für die offizielle Initiierung des Aktionstages war die Entführung, Vergewaltigung und Folterung dreier Schwestern und ihre Ermordung im Jahr 1960. Die Schwestern Mirabal waren in der Dominikanischen Republik durch Militärangehörige des damaligen Diktators Rafael Trujillo verschleppt worden, weil sie gegen ihn Widerstand geleistet hatten. Jedes Jahr finden zum 25.11 deutschlandweit Aktionen gegen Gewalt an Frauen statt. Ziel ist es, die Diskriminierung und Gewalt in jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen zu bekämpfen und sichtbar zu machen.

Zahlen zur häuslichen Gewalt

Das Ausmaß der Gewalt lässt sich gut mit Zahlen beschreiben. Immer noch ist in Deutschland fast jede vierte Frau einmal in ihrem Leben von Gewalt durch den Partner oder Ex-Partner betroffen. Es kann jede Frau treffen, unabhängig vom Alter, dem Kulturkreis, der sozialen Schicht oder der Lebensform.

In der Statistik zur Partnerschaftsgewalt vom Bundeskriminalamt (BKA), welche immer zum Ende des Jahres veröffentlicht wird, zeigen sich die Zahlen von Partnerschaftsgewalt, die zur Anzeige gebracht wurden. Folgende Zahlen sind aus dem Jahr 2019 und beziehen sich nur auf die weiblichen Opfer. Leider finden hier die Entwicklungen während der Coronapandemie noch keine Berücksichtigung.

114.903 Opfer von Partnerschaftsgewalt waren weiblich.

69.012 Opfer von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung waren weiblich.

28.906 Opfer von Stalking, Bedrohung und Nötigung in der Partnerschaft waren weiblich.

11.991 Opfer von gefährlicher Körperverletzung waren weiblich.

3.027 Opfer von Vergewaltigung, sexueller Nötigung und sexuellen Übergriffen in Partnerschaften waren weiblich.

301 Opfer von versuchten oder durchgeführten Mord und Totschlag waren weiblich. Diese Taten finden demnach fast täglich statt.

117 Frauen wurden im Jahr 2019 durch ihren Partner oder Expartner getötet. Das ist fast jeden dritten Tag.

Die Zahlen sind erschreckend hoch. Und das hier ist nur das sogenannte Hellfeld. Die Dunkelziffer wird noch weitaus höher geschätzt.

Wie erkenne ich, dass ich von häuslicher Gewalt betroffen bin?

Häusliche Gewalt entsteht schleichend. Sie beginnt meistens nicht sofort mit körperlicher Gewalt. Es ist ein Prozess, welcher zunächst oft unbemerkt abläuft oder nicht als Gewalt erkannt wird. So entsteht nach und nach ein Gewaltkreislauf, welcher dann oft über Jahre bestehen bleibt.

Es gibt Signale, die auf eine entstehende Gewaltdynamik hinweisen oder Anzeichen dafür sind, dass man bereits in einer Gewaltbeziehung lebt:

  • Die Betroffene versucht es ihrem Partner immer Recht zu machen.
  • Wenn er eifersüchtig ist, achtet sie darauf keinen Blickkontakt zu anderen Männern aufzunehmen oder Kontakte zu anderen Männern zu vermeiden.
  • Sie trifft sich nicht mehr mit Freundinnen, zieht sich zurück und meidet Kontakte zur Außenwelt.
  • Außenstehende Personen erfahren nicht, was in der Beziehung wirklich vorgeht.
  • Er versucht die Verantwortung für sein Verhalten von sich zu weisen, auf der anderen Seite traut die Betroffene ihrer eigenen Wahrnehmung nicht mehr.
  • Eigene Bedürfnisse und Ängste werden nicht angesprochen, aus Sorge vor seiner Reaktion.
  • Die Betroffene versucht Streit und Konflikte zu vermeiden, aus Angst vor seiner Reaktion.

Was kann ich tun, wenn ich von häuslicher Gewalt betroffen bin?

Es ist wichtig, dass alle Beteiligten Hilfe annehmen. Denn Gewalt endet nie von alleine. Wenn das Bauchgefühl sagt: „Hier stimmt etwas nicht“ – hören Sie drauf. Nehmen Sie erste Warnsignale war und holen sich Hilfe.

Auch das soziale Umfeld spielt eine entscheidende Rolle bei Partnerschaftsgewalt. Scham und Schuldgefühle sind groß. Noch immer ist es so, dass in vielen Köpfen das Bild herrscht, dass häusliche Gewalt Privatsache sind. Das ist nicht so, Partnerschaftsgewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Wenn eine Freundin, Nachbarin oder ein Familienmitglied von Gewalt betroffen ist, können auch die Bezugspersonen sich an eine Beratungsstelle wenden und eine vertrauliche Beratung erhalten. Es ist hilfreich, für die Betroffene da zu sein, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen oder zu überfordern.

Hier bekommen Betroffene Hilfe:

Beratungs-und Interventionsstelle Frauen helfen Frauen – Hochtaunuskreis e.V., Telefon 06171-51768 oder beratungsstelle@frauenhaus-oberursel.dewww.frauenhaus-oberursel.de oder auf Facebook

Frauenhaus Frauen helfen Frauen Hochtaunuskreis e.V., Telefon 06171-51600 oder fh@frauenhaus-oberursel.de

Männerarbeit/Täterarbeit der Diakonie Bad Homburg, Telefon 06172/597660 oder www.diakonie-htk.de

Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Oberursel, Telefon 06171/502152, E-Mail: frauenbuero@oberursel.de

Medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung für alle ab 14 Jahren: https://www.soforthilfe-nach-vergewaltigung.de

Lotte AWO Beratungsstelle in Bad Homburg, Telefon 06172-1370993 oder fh-beratungsstelle@awo-hs.org

Das beleuchtete Kreishaus in Bad Schwalbach. - Foto: Kreisverwaltung

Rheingau-Taunus-Kreis

RTK sagt NEIN zu Gewalt – Kreishaus beleuchtet

Ab Donnerstag, 25. November, dem „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen“, bis zum 10. Dezember 2021, dem „Internationalen Tag der Menschenrechte“, erstrahlt der Eingangsbereich des Kreishauses in Bad Schwalbach in einer orangen Farbe. „Orange ist die Vorstufe von Rot und bedeutet: Absolut letzte Warnung!“, betont Landrat Frank Kilian, der gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten Binia Ehrenhart-Rosenberger und Angela Spangenberg den Startschuss für die Aktion der UN-Kampagne „Orange The World“ gab. Kilian: „Von heute an werden weltweit öffentliche Gebäude, Denkmäler und Brücken orange beleuchtet, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Diesem Ansinnen schließt sich der Rheingau-Taunus-Kreis uneingeschränkt an: „Keine Toleranz für Gewalt und Aggressionen“. Auch die Kommunen Taunusstein und Walluf beteiligen sich an dieser Aktion und setzen damit ein eindeutiges Zeichen.

„Es ist nun wirklich Zeit ein resolutes Zeichen gegen Gewalttätigkeiten im Allgemeinen sowie gegen das Wegschauen zu setzen und ich freue mich besonders darüber, dass in diesem Jahr nicht nur das Kreishaus leuchtet, sondern zwei weitere Kommunen mitmachen“, ergänzt Binia Ehrenhart-Rosenberger. Was bereits vor Corona traurige Realität für viele Frauen, aber auch Männer war, nämlich Gewalt in der Partnerschaft, spitzt sich seitdem noch mehr zu. Die polizeiliche Kriminalstatistik 2020 für Hessen gibt dazu ein deutliches Bild: Im Bereich häusliche Gewalt ist im gesamten Bundesland ein Anstieg von knapp acht Prozent zu verzeichnen, im Rheingau-Taunus-Kreis sind es 34 mehr Fälle als im Jahr zuvor, was einen Anstieg von knapp 20 Prozent ausmacht.

Und im gesamten Bundesgebiet lässt sich bei der Partnerschaftsgewalt sagen, dass die Wut und Aggression an fast jedem dritten Tag eskaliert und eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet wird. Und alle 45 Minuten wird – statistisch gesehen – eine Frau Opfer von einer vollendeten oder versuchten gefährlichen Körperverletzung durch Partnerschaftsgewalt.

Kilian: „Da dem Kreis durch die AG Häusliche Gewalt solche Fälle bekannt sind, haben wir erneut entschlossen, an dieser Aktion, die schon 1991 vom „Women`s Global Leadership Institute“ initiiert wurde, zu beteiligen. Seit 2008 ist sie Teil der „UniTe to End Violence against Women“-Kampagne „Orange the World“ des Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Der Landrat weiter: „Mit dieser besonderen Aktion zeigen wir 16 Tage lang: Keine Gewalt an Frauen und Mädchen! Das Thema wird somit im wahrsten Sinne des Wortes besonders beleuchtet und uns allen vor Augen geführt. Auch in unserem Kreis zeigen wir hiermit deutlich, dass wir Gewalt in all ihren Formen, egal gegenüber welchen Personen, egal in welcher Form (z.B. auch Hassreden, Hetze, Mobbing) nicht dulden.“

„Leider“, so Binia Ehrenhart-Rosenberger, „wird häusliche Gewalt in vielen Teilen der Gesellschaft als Privatsache abgetan oder verharmlost. Wer näher hinschaut, kann die Anzeichen bei Freundinnen oder Arbeitskolleginnen erkennen. Die Personen befinden sich oft in einer Partnerschaft, die auf einer Abwärtsspirale von Eifersucht und Wutausbrüchen läuft und nicht selten in Gewaltexzessen endet“. So etwas dürfe keine Gesellschaft tolerieren und so sagt der Rheingau-Taunus-Kreis auch klar: „Häusliche Gewalt ist keine Privatsache, sondern es geht um Straftaten.“ Und dabei werde auch kein Unterschied zwischen Männer und Frauen, die als Täter auftreten, gemacht, so Binia Ehrenhart-Rosenberger.

„Die Farbe Orange ist also der allerletzte Warnhinweis. Gewalt zur Lösung von Konflikt geht nicht und muss geächtet werden“, betont Landrat Frank Kilian, der dem Team um Binia Ehrenhart-Rosenberger und Angela Spangenberg für ihre Initiative und die Umsetzung dankte.

Taunusstein

Gegen Gewalt an Frauen: Taunusstein leuchtet Orange

Taunusstein beteiligt sich an der Kampagne gegen Gewalt an Frauen „Orange The World“, einer Initiative der Vereinten Nationen. Am „Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen“, dem 25. November, wird die katholische Kirche Sankt Johannes Nepomuk am Dr.-Peter-Nikolaus-Platz in Hahn von 18 Uhr bis 23 Uhr in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde orange angestrahlt.

Ebenfalls vorm Rathaus wird zwischen dem 25. November bis zum 10. Dezember (Tag der Menschenrechte) die Fahne „Wir brechen das Schweigen“ mit der Nummer des bundesweiten Hilfetelefons 0800 116 016 wehen.

„Mit dem orangenen Licht an den Gebäuden thematisieren wir das öffentlich, was sonst hinter verschlossenen Türen stattfindet und oft wegen Scham oder Hilflosigkeit tabuisiert wird“, so Bürgermeister Sandro Zehner. Wichtig sei hinzuschauen, Hilfe anzubieten – aber auch als Betroffene Hilfe zu suchen und anzunehmen.

Jährlich steigen die Zahlen der Opfer durch partnerschaftliche Gewalt. Begünstigt durch die Corona-Pandemie, waren viele Opfer mit ihren Tätern eingesperrt. Opfer sind überwiegend Frauen und Kinder, die nicht wissen, wie sie der Situation entkommen können.

Zusätzlich zur Lichtaktion und der Beflaggung, werden in den meisten öffentlich zugänglichen Räumen der Stadt Plakate mit Abreißzetteln der Nummer des Hilfetelefons ausgehängt und kleine Informationskärtchen ausgelegt. Das Hilfetelefon ist sowohl für Betroffene als auch für Menschen, die Gewalt gegen Frauen erleben und unterstützen möchten, aber nicht wissen wie. Auf der Website www.staerker-als-gewalt.de gibt es weitere Informationen.

Hilfe und Unterstützung gibt es im Untertaunus außerdem hier:

Haus für Frauen in Not, Telefon 06124–729217, eMail
haus@caritas-wirt.de

Wildwasser, Telefon 0611–808619

Beratung Caritas, Telefon 06124-729229

Usingen

In Zusammenarbeit mit dem Verein ,Frauen helfen Frauen‘ e.V. werden am kommenden Freitag (26. November) ca. 40 Stühle auf dem Platz vor der Hugenottenkirche aufgestellt. Auf jedem vierten Stuhl wird ein Symbol für die 5 verschiedenen Formen der Gewalt an Frauen liegen. Häusliche Gewalt hat viele Gesichter. Sie ist Gewalt in engen sozialen Beziehungen zwischen Partnern/Partnerinnen oder Ex-Partnern/Ex-Partnerinnen. 

Häusliche Gewalt kann innerhalb oder außerhalb der Wohnung geschehen. Sie gibt es in allen sozialen Schichten, Altersgruppen, Kulturkreisen und Lebensformen.

Opfer von Partnerschaftsgewalt wurden im Jahr 2020 (jeweils vollendete und versuchte Delikte):

  • Opfer von Tötungsdelikten: 359 Frauen, 101 Männer
  • Opfer von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung: 72.013 Frauen und 19.199 Männer
  • Opfer von Bedrohung, Stalking und Nötigung: 29.301 Frauen und 3.721 Männer
  • Opfer von Freiheitsberaubung: 1.567 Frauen und 192 Männer
  • Opfer von gefährlicher Körperverletzung: 12.449 Frauen und 5.570 Männer

Mehr als die Hälfte der Opfer (51,2 Prozent) lebte in einem gemeinsamen Haushalt mit der tatverdächtigen Person.

Die Zahlen von polizeilich registrierter Partnerschaftsgewalt steigen seit 2015 kontinuierlich an. Das ist ein Indiz dafür, dass mehr Opfer Hilfe bei der Polizei suchen und Gewalttaten zur Anzeige bringen.

Die Zahl der Gewaltopfer in Partnerschaften stieg um 4,4 Prozent im Jahr 2020. (Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 23.11.2021)

Mit dem Verein ,Frauen helfen Frauen‘ bieten die Frauen in Usingen und Umgebung die Möglichkeit, sich beraten zu lassen und Wege aus verschiedenen Lebenslagen zu entwickeln.