Der Skulpturenpark in Eschborn-Niederhöchstadt

Zu jeder Jahreszeit besonders

Von Eckard Steffin (Text und Bilder)

Eschborn. Was macht man in dieser Jahres- und Pandemiezeit? Was bleibt, wenn Museen geschlossen sind und Kunstinteressierte aber dennoch auf Entdeckungstour gehen möchten?

Wir haben uns damit beschäftigt, welche Kunstwerke im öffentlichen Raum zu finden sind. Dort können wir uns derzeit noch recht frei bewegen und gleichzeitig entdeckt man auch seine Stadt beziehungsweise die Region. Nun haben wir uns von einer Veröffentlichung der Stadt Eschborn inspirieren lassen. Es gibt dort die Skulpturenachse, ein Teil von ihr ist der Skulpturenpark. In den Park kommt man sehr gut mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, ca. 10 Minuten vom Bahnhof Niederhöchststadt.

Empfangen wird man in diesem kleinen Park von einer Gruppe Menschen mit dem Titel „Das Versprechen“ von Günther Gruber. Sie stehen in einer besonderen Beziehung zueinander und hatte am nebligen Besuchstag eine besondere Wirkung. Der Nebel schmälert den Besuch nicht, sondern gibt ihm sogar eine ganz eigene Atmosphäre.

Etwas Besonderes ist die Skulptur von 2012 mit drei Affen von Laura Ford, die auf einer Mauer sitzen mit dem Namen A&E Monkey. Sie verkörpert „eine Anspielung auf das Böse“, dass die drei bekannten drei Affen, die nichts hören, sehen oder sprechen können. Nur bedeutet der Titel „Accident & Emergency Department“.

„Als Patienten der Unfall- und Notaufnahme, die doch der medizinischen Versorgung von Menschen dient, präsentieren die drei Tiere äußere Verletzungen und Schmerzen. Der erste trägt einen Gipsverband am Bein. Sein Nachbar hat seine Beine an den Körper gezogen und drückt eine Bandage an den geneigten, scheinbar schmerzenden Kopf. Und der dritte Affe trägt seinen gebrochenen Arm in einer Schlinge. Jeder zeigt eine individuelle Sitzhaltung, die Gelassenheit, entspanntes Warten, aber auch Anspannung, Resignation und Schmerz andeuten“, lautet der Begleittext und passt damit hervorragend in unsere Corona-Zeit.

Wer sich vorab informieren möchte, kann dies hier tun. Wer eher fürs persönliche Entdecken ist, kann an jedem der Kunstwerke einen QR-Code finden, durch den er mehr Informationen über die Werke und die jeweiligen Gedanken erfahren kann, die dahinter verborgen sind.

Übrigens kann in den Stadtbüchereien Eschborn und Niederhöchstadt der Katalog des Eschborner Skulpturenparkes ausgeliehen werden. Auf Anfrage kann er auch zu einem Preis von 15 Euro im Kulturreferat erworben werden. Erschienen ist der Katalog anlässlich des  zehnjährigen Jubiläums der Skulpturenachse im vergangenen Oktober und bildet deren Geschichte ab, zurück bis ins Jahr 1992 reicht. Insgesamt 25 Werke umfasst die Skulpturenachse heute. Über die Jahre haben sie sich zu einem festen Bestandteil des Stadtbildes entwickelt. Der reich bebilderte Katalog mit seinen anschaulichen Texten lädt zum Kennenlernen und Vertiefen der Skulpturenachse ein.