Eine Wandersfrau auf dem Fernweg zum Bodensee – Teil 3

Jennifer Leuchtmann ist im Hegau angelangt

Von Petra Pfeifer, 28. September 2021

Schmitten. Jennifer Leuchtmann ist gelernte Erzieherin und selbständige Natur- und Umweltpädagogin, außerdem Waldbadepädagogin und Kinderyogalehrerin. Darüber hinaus ist sie aber auch begeisterte Wanderin und hat schon so manche Projekte in dieser Hinsicht verwirklicht oder ins Auge gefasst. Wie bereits berichtet, hat sie vor drei Wochen auf dem E1 den Weg nach Konstanz eingeschlagen. Gestern hat sie uns per Sprachnachricht einen dritten Zwischenbericht zugeschickt.

„Ich bin zwar in Deutschland, doch das Handy hat sich in ein Roaming-Gebiet der Schweiz eingeloggt und daher ist die Sprachnachricht die bessere Lösung im Moment“, erläutert die Wandersfrau und meint dann: „21 Tage bin ich jetzt unterwegs – ich kann es kaum glauben!“ Allerdings habe sei mittlerweile auch das Gefühl, dass es allmählich reicht. Zumal sie aktuell auch nicht auf dem E1 unterwegs ist: „Der war in dem Abschnitt, den er sich mit dem Westweg teilt, einfach zu voll geworden. Daher habe sie sich auch dazu entschlossen, über den Mittelweg nach Titisee-Neustadt zu laufen.

Dort hatte sie ursprünglich ein Hotel gebucht, doch irgendetwas ist dabei schief gelaufen. „Bei der dritten Pension hatte ich dann Glück und konnte ein Appartement für zwei Tage haben“, berichtet Jennifer Leuchtmann. Zwei Tage, die sie als Erholungspause genutzt hat: .“Ich bin in die Therme gegangen, habe viel geschlafen und das hat richtig gut getan!“ Anschließend habe sie aber auch gemerkt, dass sie langsamer geworden ist: „Ich laufe ‚nur‘ noch 20 Kilometer pro Tag.“

Die vielen Menschen auf dem Westweg und das damit verbundene Abweichen vom E1 haben auch dazu geführt, dass sie Schmittenerin mittlerweile über den Querweg die direkte Richtung nach Konstanz eingeschlagen hat: „Zwischendurch laufe ich aber auch mal nach Bauchgefühl, um andere Orte kennenzulernen.“ Da könne es durchaus geschehen, dass sie mal eine Stunde sozusagen „umsonst“ marschiert. „Doch mittlerweile, nach viel Regen, ist es mir eher wichtig Menschen und Plätze zu finden, wo ich übernachten kann.“

Denn das Wetter hat es vor allem am Sonntag nicht unbedingt gut mit ihr gemeint. Doch wo hat sie eigentlich im Verlauf der vergangenen acht Tage überhaupt genächtigt? „Von Dienstag auf Mittwoch auf einem Sportplatz in Neueneck und von Mittwoch war ich dann für zwei Tage in der Pension am Titisee“, zählt Jennifer Leuchtmann auf. Von Freitag auf Samstag konnte sie auf dem Gelände eines Reiterhofs in Stallegg nächtigen und am Samstag lernte sie eine gleichaltrige Frau kennen, mit der sie einen Teil des Schluchtensteigs bewältigte: „Sie hat mich in ihre Pension in Wutach mitgenommen, aber vor allem hat es auch mal wieder gut getan, mit jemandem gemeinsam zu gehen.“

Die beiden Wanderinnen liefen auch am Sonntag miteinander, als sie am Vormittag die Tiefausläufer zu spüren bekamen, die aus Frankreich heranzogen: „Wir sind in ein richtig heftiges Gewitter gekommen.“ Es sei nicht nur ein komisches Gefühl gewesen, bei dieser Wetterlage durch die Landschaft zu laufen. Da sie ihre Regenhose verkramt hatte, sei sie obendrein binnen kürzester Frist völlig durchnässt gewesen. Als die Sonne wieder herauskam, hätten sie erst einmal eine Rast eingelegt und ihre Sachen zum Trocknen aufgehängt. Richtig trocken wurden sie dann aber erst wieder, als sie im nächsten Ort (Blumberg?) ein Gästezimmer zur Verfügung gestellt bekam: „Es ist halt jeden Tag aufs Neue die Frage: Wo schlafe ich?“

Das Wetter sei auf jeden Fall wieder besser geworden und mittlerweile ist Jennifer Leuchtmann im Hegau: „Jetzt laufe ich noch ein Stück Hegau bis zum Bodensee.“ Was sie hier total überraschend fand, ist die Tatsache, dass hier sieben Vulkane stehen – „das wusste ich gar nicht!“ – und dass er relativ hoch gelegen ist. „Hier habe ich auch noch zwei oder drei Gedankenanstöße mitgenommen, doch insgesamt wirkt alles noch nach und zu Hause passiert dann bestimmt auch noch was“, sinniert Jennifer Leuchtmann.

Kontakt

Wer Jennifer Leuchtmann einen Gruß senden möchte, erreicht sie unter info@naturwerk-taunus.de.