Richtfest in Bad Homburgs Urseler Straße

Zwei Häuser "im Bereich des preisgedämpften Wohnraums"

Von Petra Pfeifer

Hochtaunuskreis. Wer seinen Blick derzeit aus der Ferne über die Stadt schweifen lässt, erkennt deutlich, dass in Bad Homburg eine rege Bautätigkeit herrscht. Allein aus Richtung der Zeppelinstraße lassen sich insgesamt fünf Baukräne ausmachen, die in Höhe mit Erlöserkirche und Weißem Turm wetteifern. An einer dieser Baustellen konnte in der vergangenen Woche bereits Richtfest gefeiert werden: an der der Mehrfamilienhäuser, die in der Urseler Straße 35 entstehen.

Bei herrlichem Sonnenschein, prickelndem Sekt und mit viel guter Laune versammelten sich hierzu Vertreter des Kreises, der Stadt, der Gemeinnützigen Wohnungsbau GmbH (GWH) und der beteiligten Gewerke. Da keine Zimmermänner an diesem Flachdach-Bau gewirkt haben, war Matthias Lanz, Geschäftsführer des Bauunternehmens Lanz, für den Richtspruch zuständig und ergriff als erster Redner das Wort. „Vom Flachdach bin ich hochgestiegen, um hier zu reden mit Vergnügen“, begrüßte er launig Bauherrn, Baugenossen und Gäste. Nicht unerwähnt in dem Segenswort blieben Architekt, Maurermeister und die Gesellen „mit den Hämmern und Kellen“. Dann aber war es soweit, und mit dem Wunsch: „Glück und Segen diesem neuen Haus!“ ließ er das Glas am Mauerwerk zerschellen – der Richtspruch war vollendet.

Landrat Ulrich Krebs, gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der GWH, begrüßte viele der Anwesenden aus Politik, Verwaltung und involvierten Institutionen mit Namen, unter ihnen Landtagsabgeordnete Elke Barth, der Erste Kreisbeigeordneter Thorsten Schorr, Kreisbeigeordnete Katrin Hechler sowie Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor. Er lobte: „Ich freue mich, dass die Politik Wort gehalten und hier bezahlbaren Wohnraum schafft.“ Es sei ein starkes Zeichen, das mit den Gebäuden gesetzt werde. „Ich hoffe, dass der Bau zügig voranschreitet und der Wohnraum Ende des Jahres übergeben werden kann“, so der Landrat mit Blick auf das ohnehin schon rasche Voranschreiten des Projekts.

Als „entscheidenden Meilenstein“ im Gesamtareal bezeichnete Oberbürgermeister Alexander Hetjes die Fertigstellung des Rohbaus der zwei Mehrfamilienhäuser im „Bereich des preisgedämpften Wohnraums“. Mit Blick auf die vorgesehene Beheizung über eine Kraft-Wärme-Kopplung, ein sogenanntes Quartierkraftwerk, sowie Solar- und Photovoltaikanlagen hob er zugleich die „Nachhaltigkeit bei behutsamer innerstädtischer Verdichtung“ hervor.

Karsten Valentin, Geschäftsführer der GWH, sprach zunächst den Handwerkern seinen besonderen Dank aus: „Trotz dieser Zeit haben Sie mit Fachkompetenz, Fleiß und Disziplin den Bau vorangebracht.“ Und in Richtung Bauteam lobte er das „sehr gute und schnelle Bauwerk in hoher Qualität“.

Das Bauprojekt

Im Rahmen der städtebaulichen Entwicklung entstehen in fünf kommunizierenden Baukörpern 49 Wohneinheiten mit bezahlbarem Wohnraum auf dem ehemaligen Gelände der Georg-Kerchensteiner-Schule (GKS) in der Urseler Straße 35. Die Wohnanlage mit Aufzügen umfasst zehn Ein-Zimmer-Wohnungen mit etwa 45 Quadratmetern, zwölf Zwei-Zimmerwohnungen mit rund 60 Quadratmetern, 19 Drei-Zimmer-Wohnungen mit circa 75 Quadratmetern sowie acht Vier-Zimmerwohnungen mit ungefähr 90 Quadratmetern Wohnfläche auf einer Fläche von circa 3.320 Quadratmetern. Alle notwendigen KFZ-Stellplätze sollen in einer im Untergeschoss errichteten Tiefgarage Platz finden.

Darüber hinaus erhalten die Erdgeschosswohnungen kleine Privatgärten, Innenhöfe sollen Aufenthalts- und Kommunikationsplatz für die späteren Nutzer der Immobilie werden.

Vorgesehen ist außerdem eine spezielle Dachbegrünung und die Beheizung des Gesamtkomplexes wird über ein sogenanntes Quartierkraftwerk erfolgen. Auch die Installation von Solar- und Photovoltaikanlagen ist vorgesehen. In Kombination soll dadurch erreicht werden, dass 70 bis 80 Prozent der gesamten Strommenge, die für die Wohnungen benötigt werden, vor Ort erzeugt werden.