Viele Aktionen geplant

Mit „Heimat Shoppen“ die Heimat stärken

9. September 2021

Hoch- und Main-Taunus-Kreis (es/pit). Schon seit längerem gibt es deutschlandweit die Aktion „Heimat shoppen“ in Gebieten, für die andere Industrie- und Handelskammern zuständig sind. In diesem Jahr hat sich auch die Frankfurter Institution dazu entschlossen, Kommunen und Gewerbetreibende in ihrer Region hierzu zu ermuntern und dabei zu unterstützen. „Wir fanden die Initiative schon immer gut und waren der Überzeugung, das jetzt der richtige Zeitpunkt hierfür ist“, so Dr. Alexander Theiss, Geschäftsführer Geschäftsfeld Standortpolitik bei der IHK Frankfurt.

Zusammen mit Präsident Ulrich Caspar, Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle und Reinhard Fröhlich, Geschäftsführer Unternehmenskommunikation, besuchte er die teilnehmenden Kommunen im Hoch- und Main-Taunus-Kreis: Eppstein, Hofheim, Kelkheim, Königstein, Kronberg, Neu-Anspach, Oberursel, Usingen und Wehrheim. Gemeinsam gingen sie den Fragen nach, was die Vorteile des regionalen Einkaufens im Vergleich zum Onlineshopping sind, wie die Gewerbe in der Region die Coronakrise überstanden haben oder was die Unternehmer jetzt von der Politik erwarten.

Schließlich ist das Ziel Initiative – der Startschuss für die „Heimat shoppen“-Aktionstage ist der 10. und 11. September 2021 –, die Bedeutung lokaler Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen für die Lebensqualität in den Kommunen stärker ins Bewusstsein zu rücken. Denn durch einen Einkauf vor Ort gestalten Kunden ihr eigenes Lebensumfeld positiv mit.

Station Kelkheim

„Wir haben Probleme, wenn die Einzelhändler aus den Städten verschwinden. Sie sind unverzichtbar für Innenstädte“, so Albrecht Kündiger, Bürgermeister von Kelkheim bei der Präsentation der IHK-Aktion „Heimat shoppen“ in Kelkheim. Rainer Brestel, Vorsitzender der Vereinigung Kelkheimer Selbstständiger (VKS), begrüßte die Anwesenden mit dem Hinweis, dass „solche Aktionen gut für den Einzelhandel und die Gastronomie sind, gerade nach der Pandemie“.

Bei der Vorstellung des Projektes in Kelkheim wurde dann die Chaivallier Wein Suit besucht, die heimische und exotische Weine aus Haiti anbietet. Dazu gehörte auch die Visite vom benachbarten Schoko Kasper mit seiner großen Auswahl an Schokoladen und Pralinen.

Station Kronberg

Treffpunkt in Kronberg war vor der Kronberger Bücherstube von Dirk Sackis. Gekommen waren Joachim Klinger, Vorstand Arbeitskreises Handel beim Bund der Selbständigen Kronberg (BDS), sein Stellvertreter Dirk Sackis, Bürgermeister Christoph König und Andreas Bloching, Wirtschaftsförderer bei der Stadt. „Wie wichtig Einzelhändler und Gastronomen vor Ort sind, ist wohl allen ganz besonders bewusst geworden, als viele von ihnen aufgrund der Pandemie geschlossen waren“, so IHK-Präsident Ulrich Caspar. Und es sei die Entscheidung der Kunden, ob es dieses Angebot gebe.

Bürgermeister König schloss sich dieser Meinung an und führte weiter aus: „Die vergangenen eineinhalb Jahre haben gezeigt, wie verletzlich dieses System ist. Aber auch, dass die Menschen bereit sind, sich umzustellen, damit Unternehmen unterstützt werden.“ Er lobte die Internetpräsenz des BDS: „Darauf befindet sich eine gute Übersicht, was wo zu finden ist.“

Gerne berichtete Dirk Sackis darüber, wie er mit der Bücherstube dem Lock-Down begegnete: „Wir haben eine Abholstation auf der anderen Straßenseite eingerichtet und das lief unheimlich gut, wir sind gar nicht nachgekommen.“ Parallel betreibt er Online-Handel, das heißt, der Kunde kann auf seiner Homepage bestellen und die Literatur bei ihm abholen: „Das bleibt auch künftig und wird sogar weiter ausgebaut.“ Dafür wird er künftig eine Abholstation im Hof einrichten.

Achim Klinger hat in seinem Delikatess-Geschäft festgestellt, „das Verbraucherdenken ist anders geworden“. Menschen, die sich im Homeoffice befanden, hätten bei ihm Essen abgeholt – und: „Wein ist sehr gut gelaufen.“ Er habe viele neue Kunden gewonnen, die auch treu geblieben seien, und dank der Mundpropaganda „kommen viele zu uns“.

Insgesamt habe die Gastronomie zwar viele Einbußen gehabt, doch Dank ihrer Kreativität habe sie einiges ausgleichen können: „Sehr viele Wanderer haben sich ein Take-away geholt“. Überhaupt sei der Tourismus sehr gewachsen.

Es gibt schon viele andere Initiativen

Dass es „nur“ neun Kommunen in den beiden Landkreisen sind – hinzu kommt jedoch noch die Stadt Frankfurt selbst -, betrübt Dr. Alexander Theiss nicht, er ist im Gegenteil zufrieden mit der Resonanz: „Viele andere haben schon in den Vorjahren eigene Konzepte entwickelt, die für ihre Stadt oder Gemeinde maßgeschneidert sind, die ihre Besonderheiten herausstellen.“ Außerdem hätte die Erfahrung anderer Kammern gezeigt, dass es im ersten Jahr schwierig sei, Begeisterung hierfür zu wecken.

Auf der Tour habe er auf jeden Fall festgestellt, wie groß die Bereitschaft in den Städten sei, sich zu engagieren. Und darüber hinaus habe er erfahren: „Gewerbevereine sind gewachsen, weil die Besinnung auf das stationäre Gewerbe gewachsen ist.“ Auch die Kreativität rund um „Heimat shoppen“ sei bemerkenswert: „Neu-Anspach will ein Late-Night-Shopping veranstalten, Kronberg Aktionstage, in Eppstein wird es eine Modenschau geben und in Hofheim werden die dazugehörigen Tüten von den Betreibern des Wochenmarktes verteilt.“ Kelkheim wiederum bietet am kommenden Samstag, 11. September, eine Kombi-Veranstaltung an, die Usinger veranstalten ein Gewinnspiel und in Oberursel werden gefüllte Heimat-Shopping-Tüten verteilt. An welchen Tagen sie das jeweils machen, ist den Kommunen selbst überlassen.