Sehr gute Wegbereitung durch interkommunale Zusammenarbeit

Der Radweg zwischen Hornau und Schneidhain ist eingeweiht

Von Petra Pfeifer

Kelkheim/Königstein. Wege können sich trennen, sie können aber auch verbinden. Der Weg zwischen Kelkheim-Hornau und Königstein-Schneidhain ist eindeutig eine Verbindung – und das gleich in zweierlei Hinsicht. Denn nun, nach seiner Sanierung, ist er nicht nur ein deutlich angenehmerer Rad- uns Spazierweg entlang des Brauchbachtals, sondern auch ein deutliches Zeichen von „gelungener interkommunaler Zusammenarbeit“, wie Kelkheims Bürgermeister Albrecht Kündiger bei seiner Einweihung versicherte. Auch Königsteins Rathauschef Leonhard Helm freute sich über die gute Kooperation: „Bei Radwegen ist eine solche Zusammenarbeit besonders wichtig, denn sie dürfen nicht an Gemarkungsgrenzen enden.“ Als überzeugter Radfahrer, betrachtet er das Fahrrad nicht nur als Freizeitvergnügen, sondern auch als ernst zu nehmendes Verkehrsmittel: „Wenn wir 30 bis 60 Prozent der Verkehrsteilnehmer auf das Rad bringen, haben wir viel gewonnen.“ Und Kündiger betonte: „Verbindungen, gerade abseits von Straßen, sind wichtig.“

Drei Jahre hat es gebraucht, den schadhaften Weg durch das Brauchbachtal auf einer Länge von gut eineinhalb Kilometern grundliegend zu sanieren. Begonnen wurde mit der Maßnahme im Jahr 2018 mit dem 850 Meter langen Abschnitt vom Beginn des Weges am Liederbachtal bis oberhalb des Braubachweihers. Für diesen ersten Abschnitt wurden rund 9000 Euro aufgewandt.

Im vergangenen Jahr wurde auf etwa 700 Metern Länge der weitere Wegeverlauf bis kurz vor Schneidhain saniert. Zunächst Büsche und Bäume mit einem Kostenaufwand von 3200 Euro von einem Ruppertshainer Fachbetrieb zurückgeschnitten, welche in den vergangenen Jahrzehnten in den Luftraum über den Weg hinein gewachsen waren.

Darauf aufbauend wurde auf einer Länge von 670 Metern der Wegeverlauf auf Hornauer Gemarkung mit Kosten von knapp 12.000 Euro neu geschottert und abgesandet.

Zum Abschluss der Gesamtmaßnahme wurde im November das etwa 30 Meter lange Steilstück im Bereich der Gemarkungsgrenze zu Schneidhain asphaltiert. Auf dieser Steilstrecke kam es in der Vergangenheit dazu, dass während jedem stärkeren Regen der Schotterbelag tiefer ausgespült und somit der Radverkehr gefährdet wurde. Deshalb wurde mit Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde entschieden, diesen kurzen Abschnitt zu asphaltieren. Hierfür sind Kosten in Höhe von rund 7500 Euro entstanden, wovon die Stadt Königstein im Verhältnis des betroffenen Gemarkungsgebietes einen Anteil von zwei Dritteln trägt.

Anstoß zu dieser Sanierung hatte Torsten Kleipa, Leiter des Amts für Sicherheit und Ordnung in Kelkheim, gegeben. Er ist ebenfalls passionierter Fahrradfahrer und weiß, das dieser Weg „rege genutzt“ wird. „Knackpunkt war vor allem das nun asphaltierte Steilstück mit den eingebauten Querrinnen.“ Die Unfallgefahr durch Wegrutschen oder verdrehte Lenker sei sehr hoch gewesen und „Löcher immer zu egalisieren, war keine langfristige Lösung“. Fördermittel des Landes habe es hierfür nicht gegeben. „Das Land fördert nur asphaltierte Wege und dann gibt es auch Bagatellgrenzen“, sagt Albrecht Kündiger.

Nächste Projekte in Richtung Radwegen stehen in beiden Kommunen bereits an: „Wir wollen den Weg ausbauen, der Fischbach und Ruppertshain verbindet“, verrät Kelkheims Bürgermeister. Und Leonhard Helm kündigte an: „Wir nehmen den Bangertweg in Angriff.“ Beides Projekte, die mit Landesmitteln bewältigt werden sollen.

Aber auch Gemeinsames soll weiter entstehen: „Wir müssen an der Querung der B455 arbeiten und wenn da die Frage der Beteiligung kommt, machen wir das gerne“, sagte Leonhard Helm. Ein Ansinnen, dem wohl nichts im Wege steht: „Auch wenn wir politisch unterschiedliche Ansichten haben, funktioniert die Zusammenarbeit gut“, betonte Albrecht Kündiger nochmals.