„Ein Hoch auf uns!"

„Kultur uff der Gass“ sorgt für Stimmung, Unterhaltung und ganz viel gute Laune

Von Eckard Steffin (Text) / Petra Pfeifer (Fotos) – 31. Mai 2021

Oberursel. Zeitgleich mit der Öffnung der Außengastronomie wurden auch die Aktivitäten der Initiative „Los geht’s“ sichtbar, eine Kooperation zwischen der Stadt Oberursel, der IHK und Fokus O. Und zwar durch das Projekt „Kultur uff der Gass“ zur Wiederbelebung von Oberursel nach dem monatelangen Lockdown. Damit sollte das gesellschaftliche Leben durch die neu konzipierte Veranstaltung mit Life-Auftritten von Künstler*innen aus dem Musik- und Kleinkunstbereich der Auftakt sein. Melden konnten sie alle Oberurseler Künstler, um sich zwischen 10 und 18 Uhr zu präsentierten.

Melodien zum Mittanzen und Mitsummen

Zu ihnen gehörten beispielsweise Vladimir Dindiryokov und Andres Rosales, die mit Gitarre und Flöte an verschiedenen Standorten zwischen Bahnhof und Marktplatz stimmungsvolle Kompositionen interpretierten. Sie sind übrigens Angehörige des Bridges Kammerorchester, ein gemeinnütziges Projekt, das Musiker*innen mit und ohne Flucht- und Migrationshintergrund zusammen bringt. Dadurch werden aus Fremden Freund*innen. Auf der Adenauerallee sorgten sie für die Untermalung des wieder beginnenden öffentlichen Lebens, das die Menschen dort zum Eis essen und die Kinder, wahrscheinlich nach dem Eis, zum Spielen auf der Wiese oder zum Mittanzen zu den Melodien nutzten.

Witz, Charme und Kontrabass

An der Ecke Vorstadt/Kumeliusstraße erhielt die Jazz und Acoustic Pop Band „Evas Apfel Mobile Band“  in auffälliger rot-weißen Kleidung für viel Aufmerksamkeit mit ihren Interpretationen von aktuellen Hits wie „Ein Hoch auf uns“, ursprünglich von Andreas Bourani, oder Waterfalls, von TLC, beziehungsweise „Über den Wolken“ von Reinhard Mai. Mit ihren Instrumenten Kontrabass, Gitarre, Flöte und einer eigenwilligen Rhythmus Box gaben sie den Songs sehr individuelle Arrangements und mit ihrem lebhaften, energiegeladenen Auftritt den Zuhörern ein tolles Life-Erlebnis.

Das Duo „T(w)o blue”, bestehend aus Wolfgang Lieberwirth und Tom „Jet“ Jeutter, unterhielt mit Witz, Gitarre, Kontrabass und einer bunten Mischung aus Rock’n’Roll, Schlager bis Blues. Bei „At the hop“ von Lindy Hop begannen einige Paare mit sichtlich guter Laune schließlich sogar zu Tanzen und sorgten auf diese Weise ebenfalls für eine spontane Unterhaltung der Zuschauer.

Märchenhafte Geschichten

Am Marktplatz konnte die Märchenerzählerin Angela Behrs Kinder und Erwachsene mit ihren Geschichten in den Bann ziehen. Neben bekannten Märcheninterpretationen brachte sie auch eigene Geschichten ein, zum Beispiel die von „Freddy, dem kleinen grünen Krokodil vom Nil“. Für sie gebe es einen magischen Ort in Oberursel und dort habe sie ein kleines grünes Köpfchen im Orschelbach erblickt, berichtete die Erzählerin ihrer gespannt lauschenden Zuhörerschar. Wie sich herausgestellt habe, gehörte er einem sehr kleinen Krokodil, dass sprechen konnte. Die Schilderung der Erlebnisse dieser Reise lockte immer mehr Zuhörer an.

Alles in allem ein gelungener Auftakt, den sowohl Akteure als auch Gäste bei herrlichstem Wetter. Woran werden sich die Menschen in hundert Jahren erinnern, wenn sie hören, dass es eine lange Pandemie mit Lockdown gegeben hatte? Die Eröffnung der Baumärkte oder das Aufblühen der Kultur? Wir wissen es nicht, aber an diesem Tag blühte die Kultur in Orschel und allen war anzusehen, dass es Spaß machte.