„Die Mitte macht’s!“

Kunst und Musik laden zum Entspannen ein

Von Petra Pfeifer – 30. Juni 2021

Kelkheim. Rhythmisches Trommeln schallt über den Marktplatz, erst langsam, dann immer schneller werdend und in einem Wirbel endend, ein anderes Mal in stets gleichbleibendem Tempo. Die Gruppe „An Ka Fo!“ mit ihrem Leiter Dr. Facko Traoré sorgt für einen markanten Auftakt des Kulturprogramms der Reihe „Die Mitte macht’s!“, das von der Stadt zur Belebung der Innenstadt initiiert wurde. Während bis zum 11. September hierbei die Kultur jeden Freitag ab 15 Uhr in den Mittelpunkt des Geschehens rückt, so bieten in dieser Zeitspanne jeweils montags von 17 bis 18 Uhr Sportvereine diverse Aktivitäten an.

Spontan Entschlossene trommeln einfach mit

Partner an diesem Nachmittag ist die Kulturgemeinde Kelkheim, die unter anderem auch den Trommelworkshop anbietet, aus dem „An Ka Fo!“ entstanden ist. Und da sitzen sie nun im Halbkreis und geben ihre Percussion-Darbietung auf Bougarabou, Djembé oder Dundun, verführen Passanten dazu, innezuhalten den Rhythmus wippend, hüpfend oder sogar tanzend aufzunehmen – und sogar zum Mitmachen. Denn hierfür sind auch Instrumente vorhanden. Traoré wiederum feuert alle gemeinsam immer wieder an. „Jeder Mensch kann trommeln“, ruft er den Zögerlichen zu und verrät die Übersetzung von „An Ka Fo!“: „Lasst und trommeln!“ Und als die Wolkendecke aufreißt wendet er sich lachend an Catherine Hueber-Weil, Vorsitzende der Kulturgemeinde: „Du bist wie eine Magierein und hast die Sonne geholt.“

Afrikanische Motive

Für das visuelle afrikanische Erlebnis sorgt derweil Ulla Hübner mit ihren Bildern. Ihre Acrylwerke zeigen Elefant, Löwe und schöne Menschen dieses Kontinents. Darunter das Bild eines Kindes, das sie hier, inspiriert von den archaischen Klängen der Trommler, direkt vor Ort gemalt hat. Auch sie kann sich über regelmäßige Besucher und Interessenten an ihrer Arbeit freuen und verrät darüber hinaus, glücklich über die Lockerungen: „Ende August werde ich wieder ausstellen können.“ Vom 29. August bis zum 11. September sind dann Arbeiten von ihr in der Alten Kirche zu sehen.

Integration mittels Chorgesang

Den Abschluss des kleinen, leutseligen Spektakels macht der Auftritt des Internationalen Ensembles unter der Leitung der Mezzo-Sopranistin Dzuna Kalnina. Ein Chor, der sich aus Geflüchteten zusammensetzt, die in der Unterkunft in Ruppertshain leben. Die Sängerin, die dem Ensemble der Kammeroper Frankfurt angehört, wurde vor fünf Jahren von Salomé Korschinowski vom Asylkreis Ruppertshain, die die dortigen Geflüchteten betreut, dazu animiert diese Sängergruppe zu leiten. „Das Integration pur“, sagte sich damals auch Dzuna Kalnina, denn jene Menschen, die aus ganz anderen Regionen der Welt stammen, seien die hiesigen Klänge völlig unbekannt. Sichtlich ist ihre Freude, wenn sie am Klavier die verschiedenen Lieder intoniert und ebenfalls mitsingt. „Kommt ein Vogel geflogen“ wird dargeboten, aber auch „O sole mio“ oder „When the Saints Go Marching In“. Darbietungen, die mit ordentlich Beifall honoriert werden.

Auf jeden Fall dürfte an diesem Tag Dr. Facko Traoré mit seiner Begeisterung über „Die Mitte macht’s“ vielen Kelkheimer*innen und ihren Gästen aus dem Herzen sprechen: „Diese Initiative ist super – danke an die Stadt.“

Ausblick auf den kommenden Freitag

Weiter geht das Kulturprogramm übrigens am kommenden Freitag, 2. Juli, unter der Überschrift „Mosaik live“, Barbara Kuhn, die einen solchen Kreativ-Kurs bei der Kulturgemeinde anbietet, wird zusammen mit Marliese Schindler zeigen, wie aus Glaskeramik-Bruchstücken ein Bild entsteht. Die Künstlerin Anja Gilles wiederum kommt mit einem Glasperlenbrenner und zeigt, wie ihre  Kunstobjekte entstehen. Wer möchte, kann bei dieser Gelegenheit auch Arbeiten von ihr erstehen.

"An Ka Fo!" in Aktion