In Kooperation mit hr2

Das Bridges-Kammerorchester bringt Debüt-CD heraus

Von Petra Pfeifer

Rhein-Main. Viele Menschen hierzulande hatten bereits das Vergnügen, Mitglieder von Bridges persönlich zu erleben. Zum Beispiel in transkulturellen Ensembles beim Orscheler Sommer, im Felsenkeller Rod an der Weil oder bei der Preisverleihung der interkulturellen Wochen 2020 des Hochtaunuskreises im Hessenpark. Seit 2019 besteht nun das gleichnamige Kammerorchester und hat als solches schon in Frankfurt, Offenbach, Hofheim und Wiesbaden gastiert – und für viel Begeisterung gesorgt.

Nun können Freunde dieses Klangkörpers sich darauf freuen, dessen sehr eigenen und überaus ansprechenden Interpretationen von Werken bekannter und weniger bekannter Komponisten auch zu Hause zu genießen: Am 10. Februar erschien die Debut-CD des Bridges-Kammerorchesters. Das Album “Identigration” wurde im August 2020 in Ko-Produktion mit hr2-kultur in der Festeburgkirche Frankfurt aufgenommen und präsentiert neun transkulturelle Eigenkompositionen und Arrangements im Zeichen einer heterogenen Gesellschaft.

In seiner einmaligen Besetzung mit Instrumenten aus Orient, Okzident, Fernost und Lateinamerika hat es neun Werke eingespielt. Fünf davon sind Eigenkompositionen, weitere vier sind Arrangements teilweise bekannter Titel aus den musikalischen Herkunftskulturen der beteiligten Musiker*innen. Alle Titel wurden von Mitgliedern des Orchesters maßgeschneidert für die einmalige transkulturelle Orchesterbesetzung arrangiert bzw. komponiert.

Damit stellt das Bridges-Kammerorchester seine Interpretation einer zeitgemäßen musikalischen Zusammenarbeit vor. Ob orientalische Vierteltöne, mongolischer Untertongesang, bulgarischer Volkstanz, europäische Barockmusik, arabischer Funk, Frankfurter Jazz oder kolumbianische Überraschung: das Bridges-Kammerorchester lässt in jedem CD-Titel seine Vielfalt und einen progressiven Umgang mit Musiktraditionen erklingen, der das Album in den Kontext unserer aktuellen, heterogenen Gesellschaft setzt.

Johanna-Leonore Dahlhoff, Künstlerische Leiterin und Flötistin von Bridges-Musik, erläutert: „Seit Beginn sind gegenseitiges voneinander Lernen und gemeinsames Experimentieren die Grundlagen dafür, wie bei Bridges Musiktitel entstehen. Gemeinsam entwickeln wir Ideen für Musikstücke, die Mehrfachidentitäten hörbar machen und zeigen, wie die Vielfalt unterschiedlicher Kulturen zusammenwachsen kann, ohne dass die oder der Einzelne ihre oder seine Identität aufgeben muss.”

Damit bereichert das Bridges-Kammerorchester die häufig eurozentristisch gehaltene Orchesterszene, indem es die geografische und musikkulturelle Diversität, die in Deutschland bereits seit Generationen gelebt wird, in seinen Konzertprogrammen und nun auch auf CD hörbar macht.

Zu der Musikauswahl erklärt Dahlhoff: „Jeder Titel auf unserer Debüt-CD steht im Zeichen des Albumtitels „Identigration”: das Wechselspiel von Identität und Integration ist es, was unsere Musik, unsere Kreativität und unsere Arbeitsweise ausmacht. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir bereits 10 Monate nach Orchestergründung ein Album aufnehmen konnten, das unsere Vielfalt, unsere Experimentierfreude und unseren Pioniergeist so klar abbildet.”

Das Album „Identigration” haben 28 freischaffende Bridges-Musiker*innen aus 14 Ländern mit den Dirigenten Harish Shankar, Nabil Shehata und Gregor A. Mayrhofer eingespielt. Ko-Produzent hr2-kultur stellte die Aufnahmetechnik sowie das Produktionsteam für Aufnahme, Mix und Mastering. Die CD ist – wie eingangs erwähnt – am 10. Februar erschienen und ab sofort für 22 Euro zzgl. Versandkosten zu bestellen unter bestellung@bridgesmusikverbindet.de.

Finanziert wurde die CD durch die Unterstützung von: Hessisches Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Amt für multikulturelle Angelegenheiten Frankfurt, Hans Jürgen Schade und weiteren Privatspender*innen und ist ausgezeichnet durch „kulturMut“ – die Crowdfunding-Plattform von Aventis Foundation und Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Freunde der Live-Auftritte können sich auch schon freuen. „Konzerte in Eschborn ist in Planung wie auch in der Stadthalle Oberursel und in Bad Soden“, verrät Anke Karen Meyer, Geschäftsführerin und Kulturmanagerin bei Bridges. Diese Auftritte sind jedoch abhängig von der jeweiligen Pandemie-Situation.

WEITERE INFORMATION ÜBER „BRIDGES – MUSIK VERBINDET“

Die Frankfurter Musikinitiative bringt seit 2016 Musiker*innen mit und ohne Flucht- und Migrationsgeschichte zusammen und hat seitdem über 150 Musiker*innen und Sänger*innen aus 25 Ländern zusammengebracht und über 300 Auftritte gespielt. „Bridges – Musik verbindet“ hat Angebote für Laien und Profis sowie im musikpädagogischen Bereich. Im 2019 gegründeten Bridges-Kammerorchester spielen ca. 25 freiberufliche Bridges-Musiker*innen. Das Bridges-Kammerorchester konnte 2020 trotz Corona-Einschränkungen drei vielbeachtete Konzertprogramme im Rhein-Main-Gebiet in Kooperation mit dem Kulturfonds Frankfurt RheinMain spielen. Im Jahr 2021 wird die Kooperation fortgesetzt. Mehr über „Bridges – Musik verbindet“ gibt es unter: www.bridgesmusikverbindet.de.

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