Ausstellung im öffentlichen Raum

„sichtbar bleiben – Kunst lebt vom gesehen werden“

Erste Bilderstrecke von der Eröffnung

Von Eckard Steffin (Text) / Petra Pfeifer (Fotos) – 15. Mai 2021

Oberursel. Neben dem Handel und der Gastronomie ist auch die Kultur durch die Corona-Pandemie starken Einschränkungen unterworfen. Ausstellungen können nicht stattfinden, Theater und Konzertsäle sind geschlossen. Davon betroffen sind insbesondere auch die bildenden Künstler*innen, die ihre Arbeiten weder zeigen noch verkaufen können.

Auf Anregung der örtlichen Künstler hat die Stadt Oberursel (Taunus) mit dem Ausstellungsprojekt unter dem Motto „sichtbar bleiben – Kunst lebt vom gesehen werden“ einen kreativen Kontrast geschaffen, der den Künstler*innen eine Bühne im öffentlichen Raum bieten und ihnen dabei hilft, in dieser Zeit mit ihren künstlerischen Arbeiten wieder sichtbar zu werden. Die Ausstellung geht vom 15. Mai bis zum 7. August 2021. Insgesamt sind 21 Bildmotive in der ganzen Stadt zu sehen. Dazu sind die Wahlwerbetafeln der Kommunalwahl nicht abgerissen worden, sondern der künstlerischen Nutzung zugeführt worden. Damit hat jeder die Gelegenheit bei Spaziergängen oder im Vorbeifahren ein Stück Kunst zu erleben.

Vor dem Kunstwerk von Birgit Claudia Morgenstern, der zweiten Vorsitzenden des Kulturkreises Oberursel, Sprecherin der Künstlergruppe PrismO, wurde die Ausstellung von Bürgermeister Hans-Georg Brum eröffnet. „Dabei ermöglicht die Stadt Oberursel mit dem Kultur- und Sportförderverein Oberursel e.V. (KSfO)  Künstlerinnen und Künstlern, ihre Arbeiten auf großen Tafeln an öffentlichen Plätzen auszustellen“, so Brum. Gleichzeitig bedauerte er, dass die Vernissagen im Rathaus seit langer Zeit wegen der Pandemie nicht mehr stattgefunden haben. „In diesem Jahr werden wir aber wieder Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit ‚focus O‘ sowie dem Stadtmarketing haben und die Innenstadt damit attraktiver machen, auch wenn das Brunnen- und Weinfest in diesem Jahr nicht stattfinden können“, so Brum weiter.

Zu ihrem Bild erläutert Morgenstern: „Das Motiv ist mir bei einem Besuch in einem Pariser Museum während einer Ausstellung in den Sinn gekommen und durch weitere Beobachtungen in der eigenen Galerie verfeinert worden. Es zeigt Menschen, die ein Kunstwerk betrachten.“ Daneben hängt ein Foto von Günter Albrecht, Mitglied des ‚Photo-Cirkels im Kulturkreis Oberursel e.V.‘ , das die Bleiche am Hessentag, der vor 10 Jahren stattfand, darstellt.

Klaus Glatthorn, Vorsitzender des Kulturkreises Oberursel erläutert: „Im öffentlichen Raum wollen wir Betrachter ansprechen, die momentan keine Möglichkeit haben, Ausstellungen in geschlossenen Räumen zu besuchen und sich mit Kunst auseinanderzusetzen.“

An der Ausstellung beteiligen sich auch Jugendliche der ‚Portstrasse Jugend & Kultur‘  mit Graffitikunst an drei Standorten. „Eine Tafel an der Ecke Königsteiner-/Ecke Altkönigstraße“, so die leitende Sozialarbeiterin Stephanie Yam-Brenann, „wird als interaktive Wand gestaltet. Besucherinnen und Besucher sollen zum mitmachen angeregt werden.“ Mit der Fragestellung ‚Was machst du, wenn die Pandemie vorbei ist?‘, soll es für Passanten die Möglichkeit geben, direkt auf der Tafel zu notieren, worauf sie sich am meisten freuen, wenn die Corona-Pandemie vorbei ist. „Es geht den Jugendlichen um einen Anstoß für einen positiven Blick in die Zukunft“, erklärt Anne-Marie Höllein, pädagogische Fachkraft der Portstrasse.

„Diese Kunstaktion bietet so die Möglichkeit, wieder auf unser Oberurseler Kulturleben und auf die Bedeutung unserer Künstlerinnen und Künstler aufmerksam zu machen und soll zeigen, dass trotz Pandemie Kunst wieder öffentlich sichtbar wird“, bemerkte KSfO-Geschäftsführer Udo Keidel-George.

 „Die Bilder und Fotografien im Großformat fallen auf, bereichern die Stadt auf eine ganz eigene Art und Weise unser Stadtbild. Es lohnt sich also, beim nächsten Spaziergang die Schritte in Richtung der weithin sichtbaren Ausstellungstafeln zu lenken und beim vorbeischlendern genauer hinzuschauen“, so Brum abschließend.

Da die Werke von der Straße aus betrachtet werden können und die Stadtorte weit auseinander liegen, können die behördlichen Corona-Auflagen eingehalten werden. Für alle, die einen Rundgang planen, sind die Standorte  https://www.oberurselimdialog.de/projects-3 in Form einer digitalen Karte hinterlegt.

Zweite Bilderstrecke von der Eröffnung