Ein Sommerfest fürs Weihnachtsgeschenk

HTK ist Fair Trade-Landkreis

Von Petra Pfeifer, 7. Juli 2021

Hochtaunuskreis. Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde der Hochtaunuskreis als Fairtrade-Landkreis ausgezeichnet. Eine Übergabe der Urkunde konnte aufgrund der Pandemie lediglich digital durch „TransFair – Verein zur Förderung des fairen Handels in der Einen Welt“ übergeben werden. Kein Wunder also, dass Annette Goy, Fachbereichsleiterin der Leitstelle Integration, die federführend die Koordination der Initiative innehatte, angesichts der Feier anlässlich der Auszeichnung auf offenem Feld humorvoll einen gewissen Fatalismus an den Tag legte: „Kurz zuvor dachten wir noch: Hilfe, Sonne! Dann befürchteten wir: Hilfe, Regen! Und schließlich sogar: Hilfe, Matsch!“. Gleichzeitig wollten sie sich von Petrus nicht beirren lassen, beschlossen: „Wir nehmen’s, wie’s kommt!“

Und der Wettergott hatte ein Einsehen. Nicht zu kalt, nicht zu heiß, ein wenig windig, aber vollkommen regenfrei konnten alle Beteiligten das Erreichte in fröhlicher, entspannter und optimistischer Atmosphäre – natürlich Corona-konform – endlich feiern. „Es waren drei Jahre harter Arbeit und als wir unser ‚Weihnachtsgeschenk‘ erhielten, haben wir nicht geahnt, dass wir über ein halbes Jahr die offizielle Übergabe verschieben müssen“, erinnerte sich Sozialdezernentin und Kreisbeigeordnete Katrin Hechler in ihrer Begrüßung. Gerne erläuterte sie in diesem Zusammenhang auch, wie es zur Wahl der Dairy-Farm der Familie Wien in Burgholzhausen als Ort der Feier kam: „Frau Wien unterstützt bereits seit Beginn der Initiative im Jahr 2018 den Hochtaunuskreis in seinem Bestreben Fairtrade-Landkreis zu werden. Es ist mir nun eine große Freude, dass wir hier bei Familie Wien zu Gast sein dürfen.“

Hinsichtlich der Auszeichnung versicherte Katrin Hechler: „Jetzt beginnt die Arbeit richtig. Wir müssen sehen, was alles geht, was uns weiter in diese Richtung bringt.“ Gleichzeitig hob sie hervor, dass bereits die Städte Bad Homburg und Oberursel als Fairtrade-Towns ausgezeichnet wurden und sich sowohl das Kaiserin-Friedrich Gymnasium, die Feldbergschule und die Integrierte Gesamtschule Stierstadt Fairtrade-Schulen nennen dürfen.

„Wir alle im Hochtaunuskreis tragen hiermit unseren Teil dazu bei, das Bewusstsein für die Notwendigkeit eines gerechten Welthandels zu stärken. In diesem Sinne soll unser Engagement auch fortgesetzt werden. Durch unser Handeln unterstützen wir die Umsetzung der Entwicklungsziele der UN. Der Beitritt zu der Initiative Rhein.Main.Fair e. V., die im Frühjahr als nachhaltige Metropolunion ausgezeichnet werden konnte war daher für uns selbstverständlich“, betonte Katrin Hechler abschließend.

Naheliegend, dass Annette Goy kurz darauf während ihrer kurzen Schilderung des Projektablaufs Steinbachs Bürgermeister Steffen Bonk und Friedrichsdorfs künftigen Bürgermeister Lars Keitel gleich mal in die Pflicht nahm. „Von Oberursel und Bad Homburg können anderen Kommunen lernen – das ist ein Auftrag!“, rief sie ihnen lachend zu und Bonk gab zurück: „Ist angekommen!“ Tatsächlich will die Wirtschaftsförderung Steinbach dieses Ziel bis Ende 2022 erreichen. Und Annette Goy versicherte: „Wir haben das unter Corona durchexerziert, es kann kaum üblere Begleitumstände geben. Daher: wir unterstützen unsere Kommunen und Schulen bei diesem Vorhaben.“

Ehrengast Gisela Stang, Vorsitzende von Rhein.Main.Fair e. V. gratulierte allen Beteiligten, dass sie trotz Corona den Zertifizierungsprozess durchgehalten hatten: „Wenn es überhaupt etwas Gutes hinsichtlich dieser Pandemie gab, dann die Tatsache, dass nie so viel über Lieferketten diskutiert wurde, wie zu dieser Zeit.“ Sie sei lang genug selbst Bürgermeisterin gewesen, um festhalten zu können, dass die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht mehr zu deligieren sind: „Wenn wir in den Kommunen die Transformation nicht hinbekommen, schaffen es andere auch nicht.“ Sie wies darüber hinaus darauf hin, dass Rhein.Main.Fair auch Projektträger der fairen Kitas ist.

Musikalisch umrahmt wurde das feierliche Ereignis von der Band ImPuls sowie als „Weltpremiere“, wie Bandleader Baye Cheikh Matala Mbaye den Gästen zurief, von der Combo Mato Triolo. Sie entführten mit unterschiedlichen Percussion-Instrumenten in den Senegal. Ihre Zuhörer vernahmen’s und wiegten oder klatschten bei den afrikanischen Rhythmen mit.

ImPuls sorgt für ordentlich "Fair Trade-Stimmung"

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