„Herzensangelegenheit“ Testzentrum

Rasanter Anstieg bei den Bürgertests

Von Petra Pfeifer

Kelkheim. Vor gut einem Monat wurde das Testzentrum in Kelkheim eingerichtet, das der Initiative der Apothekerin Katherina Rack zu verdanken ist. Wie berichtet hatte sie die Idee, weil seit dem 15. Januar auch Apotheker nach einer Fortbildung die Tests durchführen dürfen, die Räume ihrer „Grünen Apotheke“ jedoch nicht hierfür in Fragen kamen. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und dem Main-Taunus-Kreis fand sich jedoch eine Ausweichmöglichkeit schräg gegenüber von der Apotheke und seither residiert das Zentrum in den farbenfrohen und munteren Räumlichkeiten, in denen bisher die Kinderkrippe „Kleine Strolche“ ihr Zuhause hatte. Als Partner fungiert die Firma InVitaGo, dessen Team seine Erfahrung in den Bereichen Labormedizin und -technik, Großevents in Sport und Kultur, Eventlogistik sowie medizinischer Projektentwicklung mitbringt und auch Testcenter in Dietzenbach und Mainhausen betreibt.

Ebenso heiter wie das Ambiente zeigt sich das Team, das hier für das Procedere rund um und für die Tests zuständig ist. Standortleiter Lorenz Menges und sein Kollege Julius Brücher, zuständig für die Akkreditierung, erläutern es gerne und werfen gleichzeitig einen Blick auf die zurückliegenden Wochen: „Bis zum 7. März kamen pro Tag ungefähr 30 bis 50 Testwillige zu uns.“ Diese Zahl habe ab dem 8. März – seither ist der Schnelltest, der zuvor 38 Euro kostete, kostenfrei – schlagartig zugenommen. Zunächst stieg die Zahl auf rund 150 Personen pro Tag und mittlerweile konnten schon 350 und sogar 450 Personen pro Tag gezählt werden, die den freiwilligen Test in der Frankenallee 10 machen ließen. Damit sind die Kapazitäten aber noch nicht ausgeschöpft. „Wir könnten pro Tag bestimmt über 800 Bürgertests durchführen“, versichert Lorenz Menges. Schließlich gebe es sowohl bei der Akkreditierung als auch bei den Abstrich-Stationen noch immer Plätze, die besetzt werden könnten. Das hängt allein vom Bedarf ab.

Um längere Wartezeiten zu umgehen, ist eine vorherige Anmeldung unter www.invitago.eu dringend notwendig. „Wer sich vorher angemeldet hat, kann in 180 Sekunden mit Akkreditierung und Test durch sein“, versichert Oliver Rack, der seine Frau Katherina organisatorisch tatkräftig unterstützt. Denn Vorangemeldete – auch sie müssen zum Datenabgleich ihren Personalausweis oder Reisepass dabei haben – erhalten einen QR-Code, den sie lediglich vor das Lesegerät im Empfangsbereich halten, um dann einen Patientenbegleitschein ausgehändigt zu bekommen. Auf diesem befindet sich ebenfalls ein QR-Code mittels dessen nach ungefähr 15 Minuten mit dem Smartphone das Testergebnis abgerufen werden kann. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sich den Befund mit den Abnahmedaten und dem Ergebnis ausdrucken und mit Reisepass-Nummer versehen zu lassen: „Das ist zum Beispiel für die Menschen wichtig, die verreisen möchten.“

Vorgesehen ist bisher, dass voraussichtlich am 1. Mai wieder eine städtische Kinderkrippe an Ort und Stelle einziehen wird. Doch sofern das Testzentrum weiter benötigt wird, wird eine neue Lösung erarbeitet. „Wir wandern auch weiter, wenn die Räume wieder gebraucht werden“, versichert Oliver Rack. „Für mich ist diese Initiative eine Herzensangelegenheit und wir werden weitermachen, solange es nötig ist“, setzt seine Frau Katherina hinzu. Ein Engagement, über das Bürgermeister Albrecht Kündiger sehr glücklich ist: „Ich bin beruhigt und dankbar, dass wir in diesem Testzentrum optimale Voraussetzungen für die kostenlose Bürgertestung haben.“

Übrigens sind allein die Schnelltest aktuell kostenfrei. PCR-Tests kosten wie bisher 75 Euro und sind nur dann kostenlos, wenn der Schnelltest positiv ausfällt, der Hausarzt wegen vorhandener Symptome eine Überweisung ausstellt oder das Gesundheitsamt einen solchen Test verordnet.