„Die Wanderung meines Lebens“

Gunter Lutzi ist wieder daheim

Von Petra Pfeifer, 21. Juli 2021

Hessen. Gunter Lutzi hat es geschafft! Drei Wochen pilgerte der ehrenamtliche Hospizhelfer zu insgesamt 25 Hospizen in Hessen, um für sie Spenden zu generieren und gleichzeitig auf die dort geleistete Arbeit aufmerksam zu machen. Dabei besuchte er auch die hiesigen Hospize in Taunusstein, Oberursel und Schmitten.

Start war am 27. Juni in „seinem“ Hospiz in Bensheim und dort hat sich am vergangenen Samstag nach über 800 Kilometern Strecke der Kreis wieder geschlossen. Mit aufsteigenden, bunten Luftballons und einer kleinen Feier wurde er dort willkommen geheißen. Gekommen war hierzu neben vielen anderen Gästen und – etappenweisen –  Wegbegleitern auch Staatssekretär Thomas Metz vom Hessischen Ministerium der Justiz. Er überbrachte sowohl einen Scheck als auch die Grüße von Ministerpräsident Volker Bouffier, der Schirmherr dieser aufsehenerregenden Initiative war. „Es ist wichtig, sich der Bedeutung der Hospizbewegung bewusst zu machen“, betonte Metz. Das betreffe sowohl den ambulanten als auch den stationären Bereich.

Landrat Christian Engelhardt hatte Gunter Lutzi auf der letzten Etappe von Viernheim nach Bensheim begleitet: „Da konnte ich erleben, wie sehr dieses Thema die Menschen aufwühlt.“ Dass Lutzi diesen Etappenlauf unternommen habe, habe vielen die Möglichkeit gegeben, sich damit zu beschäftigen: „Ich kann nur jeden auffordern, die Hospize zu unterstützen.“

Ein dickes Dankeschön auch von Claudia Mayer, Vorsitzende des HospizVereins Bergstraße. Sie war mit dem Läufer drei Tage zuvor auf der 21,4 Kilometer langen Strecke von Frankfurt nach Rodgau gewandert: „Du hast eine ruhige und außergewöhnlich freundliche Art, die Hospizarbeit zu erklären.“ Gleichzeitig habe sie gemerkt, unter welchem Druck er die vergangen drei Wochen gestanden habe. Und damit Geist und Körper nun schneller erholen, übergab sie ihm ein spezielles Entspannungsöl, das vom Team des Hospizes Bergstraße komponiert worden war: „Ich hoffe, es hilft wieder zur Ruhe zu kommen.“

Für den Vorstand der HospizStiftung Bergstraße und im Namen alles Hospiz-Gruppen sprach Renate Hannemann: „Alle haben Sorgen, dass die finanziellen Möglichkeiten erhalten bleiben.“ Dass Gunter Lutzi hiergegen im wahrsten Sinne des Wortes eingeschritten ist, dafür gab es ein aufrichtiges Danke im Namen der Stiftung.

Gunter Lutzi selbst sprach zunächst den Personen Dank aus, die ihn auf seiner letzten Etappe begleiteten. In den vergangenen drei Wochen habe er ganz besondere Menschen kennengelernt und: „Jedes der 25 Hospize ist einzigartig, aber alle strahlen Behaglichkeit und Liebe aus.“ Auch er sprach Dankesworte an. Zum Beispiel an Anika Frickel: „Du hast so viel gemacht, hast Hinz und Kunst, Hans und Franz kontaktiert. Das große Medienecho ist auch Dein Verdienst!“

Im persönlichen Gespräch fügt er an: „Körperlich war die Tour überhaupt kein Problem. Doch mental habe ich die Unternehmung total unterschätzt: Auch Positives kann zu viel sein.“ Er habe so viele tolle Menschen kennengelernt, daher: „Das war definitiv die Wanderung meines Lebens!“ Er freute sich, dass so viele Ziele durch diesen Pilgerlauf schon erreicht werden konnten: „Aufmerksamkeit zu erlangen, ist auf jeden Fall gelungen. Auch Barrieren konnten abgebaut werden.“ Besonders wichtig sei jedoch, die Spenden zu generieren. Denn grundsätzlich werden Hospize von den Krankenkassen finanziert, doch sie sind darüber hinaus verpflichtet fünf Prozent des Umsatzes durch Spenden einzubringen – je nach Projektwünschen, die von den Kassen nicht bezahlt werden, benötigen sie aber auch mehr. Was hier erreicht werden konnte, werde sich allerdings erst in ein paar Wochen erweisen.

Und was hat Gunter Lutzi als erstes gemacht, als er wieder nach Hause kam? Er lacht: „Erst einmal habe ich ein Bad genommen und mir dann ein schönes, kaltes Weizenbier genehmigt.“

Die Möglichkeiten zum Spenden

Wer spenden möchte, kann dies jeweils beim Hospiz in seiner Region machen. Für den Taunus:

Oberursel: Haus St. Barbara – Caritasverband f. d. Bezirk Hochtaunus e. V., IBAN: DE36 5125 0000 0001 1305 10

Schmitten: Hospizgemeinschaft Arche Noah, IBAN: DE70 5105 0015 0270 0520 53

Taunusstein: Hospiz  St. Ferrutius, IBAN: DE80 5105 0015 0555 5550 77

Bilder von der Strecke