Im Schlosspark tut sich viel

„Goethes Ruh“ ist neu bepflanzt

Von Petra Pfeifer

Bad Homburg. Rund sieben Jahre ist es her, dass die Beetanlage „Goethes Ruh“ im Schlosspark das letzte Mal neu bepflanzt wurde. „In dieser Zeit haben sich manche Stauden gegenüber anderen mehr durchgesetzt“, berichtet Schlossgärtner Peter Vornholt. Vor allem die Duchesnea, die gelbblühende Walderdbeere, habe regelrecht gewuchert. Es wurde also höchste Zeit, mal durchzugreifen. „Wir haben alle Beete ausgekoffert und die Erde tiefgründig ausgetauscht“, so Peter Vornholt. Auch der obere Belag der Wege zwischen ihnen wurde abgenommen, mit Brandkalk und neuem Kies versehen: „Der Brandkalk sorgt für bessere Festigkeit bei wassergebundenen Wegen. Ein altes Rezept, mit dem wir hervorragende Erfahrungen auch im übrigen Areal gesammelt haben.“

Geblieben sind lediglich die Rosenbüsche, die die Beete dominieren und auch weiterhin dominieren sollen. Ansonsten hat sich das Schlossgarten-Team am Herbarium orientiert, dem sie entnehmen, was in früheren Zeiten Park angepflanzt wurde, und an den Pflanzen, die noch heute in Goethes Garten in Weimar gepflegt werden. „Er scheint eine Vorliebe für Primeln gehabt zu haben – es gibt dort über 30 Primel-Arten“, schmunzelt der Schlossgärtner. Beeinflussen ließ es sich darüber hinaus von dem Verzeichnis, das Landgräfin Elisabeth über die Parkbepflanzung anlegte. Denn Goethes Ruh ließ zwar ihre Schwiegermutter Landgräfin Caroline anlegen, doch von ihr gibt es keine solche Übersicht.

Insgesamt über 700 einzelne Pflanzen sind nun gesetzt worden. Allein 350 sind Fragarias: „Wir wollten keine steife Beetumrandung, daher haben wir wieder auf eine Erdbeere gesetzt, die sie einrahmen“, so Vornholt. Die gewählte Sorte schmecke nicht nur besser als die Duchesnea, sondern wuchere auch nicht so.

Noch ist es allein die Pulsatilla, die Küchenschelle, die ihre hübschen lila Blüten der Sonne entgegenstreckt. Doch wenn die Temperaturen steigen und die sonnigen Stunden mehr werden, dürften bald auch die weiß blühenden Perlkörbchen, die violetten Funkien, die kleine, blaue Kugelprimel, die die Rosensträucher umgibt, der weiße Teppichfingerstrauch, die gelbe Trollblume und die vielen anderen Stauden in voller Pracht erblühen.

Der erste Name der Vertiefung im Schlossgarten, die heute „Goethes Ruh“ genannt wird, trug  übrigens ursprünglich den Namen „Steinbruch“. „Hier sind aus dem Schieferfels Steine für den Bau des Schlosses entnommen worden“, weiß Peter Vornholt zu berichten. Noch heute ist an einer Seite der Vertiefung, die einige Zeit sogar als Kompostanlage diente, ein Felsstück zu sehen. Das im Osten errichtete Teehaus ist historisch belegt und wurde einst von Landgräfin Caroline beauftragt, doch handelt es sich hierbei augenfällig um einen Neubau: „Diesen verdanken wir einer Spende von Johanna Quandt, original wiederhergestellt wurde er von dem Bad Homburger Schreinermeister Anton Färber.“ Fertigstellung des kleinen Holzhauses war im Mai 2014.