Wo Anton Burger einst seine Staffelei aufstellte

Neue Info-Tafel am Eppsteiner Malerwinkel

13. Oktober 2021

Eppstein (ut). Manchem ist der „Malerwinkel“ in Eppstein noch ein Begriff. Aber viele Anfragen beim Verschönerungsverein Eppstein zeigen, dass die meisten Spaziergänger und Wanderer heute nicht mehr wissen, wo der Platz ist und warum er so heißt. „Das zeigt uns aber, dass wieder mehr Menschen wandern, um die heimatlichen Schönheiten zu erkunden“, freut sich Marga Weber, die Ehrenvorsitzende des Vereins. Zusammen mit Stadtarchivarin Monika Rohde-Reith hat sie rund 30 Info-Tafeln für historische Gebäude und sehenswerte Stätten entworfen, allein zwölf davon in der Eppsteiner Altstadt. Die Herstellung der Tafeln hat der Verschönerungsverein finanziert.

Ganz neu ist die Info-Tafel am Malerwinkel. Der so genannte Platz liegt im Kriegerwald, dort, wo sich der Theodor-Fliedner-Weg kurz nach dem Abzweig in den Bergpark Villa Anna und der Panaromaweg teilen. Der Theodor-Fliedner-Weg führt aufwärts in Richtung „Wingerten“, wo früher Wein angebaut wurde, und zweigt vorher noch als Fahrweg zum Neufville-Turm ab. Seinen Namen verdankt der Platz der Kronberger Malerkolonie, einer der frühesten Künstlerkolonien Deutschlands, die 1858 durch die Maler Anton Burger und Jakob Fürchtegott Dielmann in Kronberg im Taunus ins Leben gerufen wurde. Die Künstler stellten Ende des 19. Jahrhunderts gern ihre Staffelei hier auf, um die ganz besondere Perspektive auf die romantische Burgruine und das Städtchen festzuhalten. Bis 1907 stand hier, wie aus dem Protokollbuch des Verschönerungsvereins hervorgeht, eine Holzhütte. Sie war frontseitig offen, und ermöglichte es den Künstlern, ihre Malutensilien zu verstauen und ihre Arbeit auch bei schlechtem Wetter fortzuführen.

Heute laden Tisch und Bank dazu ein, sich hier auszuruhen und die wunderbare Sicht zu genießen. Der Verschönerungsverein Eppstein betreut die Anlage und sorgt durch Freischnitte dafür, dass die Sichtachse erhalten bleibt.