Gutenbergpresse wird zunächst saniert

Aufwerten des östlichen Eltviller Entrees: So könnte sich die historische Gutenbergpresse in Zukunft auf dem Gutenbergplatz einfügen. – Foto: Stadt Königstein

14. September 2021

Eltville (ut). Die historische Weinkelter neben dem unteren Burgtor dient den Gästeführer:innen auf ihrer Tour mit Besuchern durch die Altstadt stets dazu, die Erfindung Gutenbergs zu erklären. Die große Weinpresse soll auf den Gutenbergplatz umziehen. Dies hatte die Stadt bereits angekündigt. „Nun hat sich ein Zimmermann die Weinpresse genauer angesehen und festgestellt, welch wunderschönes Exemplar wir hier besitzen“, freut sich Bürgermeister Patrick Kunkel. Die Besichtigung durch den Holzfachmann hat jedoch auch ans Tageslicht gebracht, dass die alte Weinkelter an einigen Stellen eine Sanierung benötigt.

Deshalb wird die historische Gutenbergpresse in den nächsten Tagen in den Zimmermannsbetrieb transportiert, um sie dort zu sanieren. Erst nach der Sanierung und nach der Gestaltung des Gutenbergplatzes soll die barocke Weinkelter an ihren eigentlichen Bestimmungsort verbracht werden. Die Kelter findet voraussichtlich auf dem Gutenbergplatz am östlichen Ortseingang ihre neue Bleibe. „Wir erreichen damit mehrere Ziele“, erklärt der Verwaltungschef.

Die Stadt lässt im Herbst eine neue und moderne Toilettenanlage am Rheinufer bauen – und zwar genau neben dem unteren Burgtor. Für diese dringend benötigte öffentliche Toilette – als Ersatz für die nicht mehr vorhandene Toilette im Zwinger der Burg – müsste die historische Weinkelter ohnehin um ein paar Meter versetzt werden. „Damit sich am Rheinufer künftig nicht alles eng auf eng drängt, nehmen wir die Gutenbergpresse dort komplett weg“, sagt Kunkel.

Was ist das Ziel?

Die historische Weinkelter dient den Gästeführer:innen als Anschauungsobjekt, um die Erfindung Gutenbergs zu erklären. „Was liegt da näher, als die historische Weinpresse auf den nach dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Lettern benannten Platz zu überführen?“, sagt Kulturdezernentin Jutta Scholl (BLL).

„Auch hier spielen mehrere Überlegungen eine Rolle“, erklärt Jutta Scholl weiter: Mit der Gutenbergpresse zentral auf dem Grünbereich des Platzes schafft die Stadt Eltville am Rhein ein deutlich aufgewertetes Entree aus Richtung Walluf kommend. „Wir wollen die Kelter rundherum bepflanzen und damit den Gutenbergplatz als würdigen östlichen Eingang in die Stadt gestalten“, so die Dezernentin.

Ein weiterer Gedanke steht hinter dem Umzug der Weinpresse gerade an diese Stelle: Die Busse mit Gästen kommen auf dem Parkplatz an der Weinhohle an. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zum Gutenbergplatz. An der historischen Kelter könnte künftig der Treffpunkt für Gästeführungen und Treffpunkt für Gruppen sein.

Platzcharakter gewinnen

„Unsere Überlegungen gehen sogar noch weiter“, erklärt Bürgermeister Patrick Kunkel. Der Gutenbergplatz soll durch eine neue Verkehrsgestaltung deutlich an Platzcharakter gewinnen, indem der Verkehr quasi als Kreisel angeordnet werde. „Damit können wir die Straßenspange in der Mitte zurückbauen und deutlich mehr begrünen“, freut sich Kunkel. In der Mitte soll eine durchgängige Fläche entstehen, die im Zusammenspiel mit der Presse die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle erhöht. Bei der Bepflanzung sollen die Themen Rosen und Wein aufgenommen werden und der Besucher auf beide ortsbildprägende Gestaltungselemente aufmerksam gemacht werden. „Diese Kreisel-Planung für den Gutenbergplatz war gerade Thema in der Verkehrskommission und wurde dort einstimmig begrüßt“, berichtet Erster Stadtrat und Verkehrsdezernent Hans-Walter Pnischeck.

Die historische Gutenbergpresse soll in den nächsten Tagen abgebaut und weggeholt werden. „Wann wir sie dann auf dem Gutenbergplatz wiedersehen, steht heute noch nicht fest“, erklärt Kunkel. Eines sei jedoch sicher: Wenn die Presse an ihrem neuen Bestimmungsort aufgebaut wird, werde sie in neuem Glanz erstrahlen, so Kunkel. Die wertvollen Rosen aus dem Reinhard Pusch-Beet direkt an der historischen Kelter sollen für die Stadt erhalten werden.