Ausstellung „VorBilder“ vom 6. Juni bis zum 1. August 2021

Ein fotografischer Dialog

Von Eckard Steffin

Hofheim. Das Stadtmuseum Hofheim  zeigt unter dem Titel „VorBilder“ Fotoserien der Wiesbadener Fotokünstlerin Nicole Ahland und der Berliner Fotografin Sibylle Fendt  sowie Arbeiten von Marta Hoepffner (1912–2000) aus der eigenen Sammlung. Die Ausstellung bringt ausgewählte abstrakte sowie figurative Fotografien aus Hoepffners Werk in Dialog mit aktuellen Arbeiten der beiden Fotografinnen, die gemeinsam einen Bogen über 80 Jahre künstlerischer Fotografie spannen.

„Es ist schwer, solche Ausstellungen zu finanzieren und daher danken wir unseren Sponsoren“, so Herbert Fischer, zweiter Vorsitzender der Marta Hoepffner Gesellschaft für Fotografie. Die Ausstellung „VorBilder“ findet als Partnerprojekt im Rahmen von RAY 2021 Fotografieprojekte unter dem Oberbegriff Ideologien auf Initiative des Kulturfonds Frankfurt statt.

 Abstrakte, informelle Bilder

„Marta Hoepffner entwickelte ihr Werk in einer Zeit, die von Krieg und ideologischen Auseinandersetzungen geprägt war und insbesondere Künstlerinnen eine starke und glaubwürdige Haltung abverlangte“, führt Dr. Eva Scheid, Museumsleiterin, in das Thema der Ausstellung ein. Nach 1945 schuf Hoepffner Schwarzweißfotogramme im polarisierten Licht: Abstrakte informelle Bilder. Vor allem aber beschäftigte sich Marta Hoepffner seit Anfang der 1950er Jahre mit grundlegenden Studien zur Farbfotografie: Farb-Solarisationen, Farb-Relieffotografien und Farbfotogramme. Sie entfernte sich zunehmend von der abbildenden Fotografie und widmete sich ihren Farbfotogrammen in polarisiertem Licht. Von 1949 bis 1971 betrieb Hoepffner eine Fotoschule in Hofheim am Taunus.

Raum als wahrnehmungsbestimmendes Element

Nicole Ahland fokussiert in ihrer künstlerischen Arbeit den Raum als wahrnehmungsbestimmendes Element. In Anlehnung an Hoepffners Experimentierfreude bei gleichzeitig exakter kompositorischer Planung, zeigt sie eine mehrteilige Werkreihe von abstrakten, Raum beschreibenden Lichtmodulationen, in der sich fotografische Themen wie Silhouette, Reflexion, Brechung und Absorption in großer Abstraktion wiederfinden. Sie speichert Licht, hochsensibel, mal in großen Mengen, mal in kleinen Dosierungen. Menschen sind nicht zu sehen aber sie sind noch präsent. Während der Pandemie gab es keine Räume, in denen sich Menschen trafen. „Daher hat sie Raum und Licht in den Mittelpunkt gerückt“, so Ralf Dingeldein, Vorsitzender Höpffner Gesellschaft.

Geschlechterrollen hinterfragen

Sibylle Fendt begegnet Künstler*innen, die den Mut haben, bürgerliche Paradigmen zu durchbrechen, Geschlechterrollen zu hinterfragen und dies durch ihre Person und ihre Kunst zum Ausdruck bringen. In ihren Portraits möchte sie die Stärke und Kraft dieser einzigartigen Persönlichkeiten zum Ausdruck bringen. Dabei hat sie das Innere des Menschen im Blick und bezieht sich dabei auf Gesichter. „Fast alle Arbeiten sind neu und zeigen ausdrucksvolle, eigensinnige, starke Frauen, die mit Respekt und Wertschätzung fotografiert sind“, so Dingeldein.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (96 Seiten, 15 €) sowie eine exklusive Künsterinnenedition mit je zwei Arbeiten von Nicole Ahland und Sibylle Fendt in einer limitierten Auflage von jeweils 25 Exemplaren. Die Arbeiten sind handsigniert und können über die Website www.hoepffner-preis.de erworben werden und dienen zur Finanzierung des Projektes. Besuche mit einem Timeslot und Rahmenprogramm können im Museum gebucht werden.