Ausstellung „Abstrahierte Landschaften und Körper “ vom 19. Juni bis zum 18. Juli 2021

Natur und Natürlichkeit als Inspiration

Künstler und ihre Arbeiten im Dialog

Von Petra Pfeifer, 18. Juli 2021

Bad Homburg. Die Beobachtung, dass sich Objekte aus zweierlei Hand und Geist zusammenfügen und zu einem harmonischen Ganzen werden, ist immer ein besonderes Erlebnis. Geschehen ist dies gerade bei der Installation der neuen Ausstellung in der Galerie Artlantis, zu der sich Andrea Wolf und Achim Taubmann zusammengefunden haben. Und während sie mit ihren Bildern und Stelen die Wände ziert, bespielt er mit Keramik-Skulpturen den Raum.

Aber es ist nicht allein diese Ergänzung, die den Charme der Schau mit dem Titel „Abstrahierte Landschaften und Körper“ ausmacht. Es sind ebenso die Farben und natürlichen Werkstoffe, mit denen beide Objekte schaffen, die zum mehrfachen und vor allem genauen Hinschauen verlocken. So kombiniert Andrea Wolf sowohl Acryl-Malerei und Fotografie als auch die unterschiedlichsten Materialien in ihren Stelen. Entdecken lassen sich Fäden und Moos, Federn und Gaze, Pferdehaar und Baumrinden, sogar Schlangenhaut und Stachelschwein-Stachel haben sie zu Arbeiten inspiriert.

Inspiration aus Feld, Wald und Flur

Die Verbundenheit und Vertrautheit mit Feld, Wald und Flur, wurzelt bereits in der Kindheit von Andrea Wolf. „Ich bin im badischen Odenwald, in der Fülle der Natur aufgewachsen“, verrät sie. Und so ist das bis heute geblieben. „Auf Spaziergängen bin ich ständig am Schauen und finde auf diese Weise Dinge, die mich inspirieren“, berichtet die Malerin, die darüber hinaus als Schauspielerin und Sprecherin arbeitet. Denn ihr Ziel sei nicht, etwas Konkretes zu schaffen, sondern vielmehr Substanzen einander zuzuordnen. Zu dem spielerischen Umgang mit ihren Arbeiten gehört darüber hinaus, dass sie ihnen keinen Namen gibt: „Ich möchte die Gedanken und Ideen der Betrachter nicht in eine bestimmte Richtung lenken.“ Und derweil der eine den roten Faden in einem Bild als eben einen solchen sieht, denkt die Schauspielerin in ihr womöglich eher an den Ariadne-Faden.

Ein spannender Verwandlungsprozess

Achim Taubmann hat seine Arbeit als Keramiker erst vor drei Jahren aufgenommen. „Vorher hatte ich eine Professur für Verkehrswesen in Berlin und war an einem Planungsbüro in Frankfurt beteiligt“, erzählt er. Als er dann in den Ruhestand wechselte, wollte der Kopfmensch sich mit etwas vollkommen Anderem beschäftigen: „Und da fand ich die Keramik ausgesprochen spannend.“  Grund sei der Verwandlungsprozess des ursprünglich weichen, formbaren Ausgangsmaterials zum harten Objekt nach dem Brennvorgang. Geprägt sind seine Arbeiten vom menschlichen Torso als Leit- und/oder Vorbild: „Ihn befreie ich von allem Überflüssigen und konzentriere mich dann auf die Oberfläche.“

Strukturen von Landschaft und Natur

Diese hat er zunächst komplett geglättet, um ihr dann mit Nägeln, Schrauben, Hölzern oder Messern regelrechte Schrunden zuzufügen. „Bei den hier zu sehenden Objekten habe ich mich von der Landschaft, zum Beispiel von frisch gepflügten Feldern inspirieren lassen“, so Achim Taubmann. Überhaupt sind es die Strukturen in der Natur, die strengen Formen darin, die aber auch weich sind, die ihn so faszinieren. Entgegen anderen Keramikern trägt er letztlich Engobe und Glasur zugleich auf, um den Tonkörper dann ein Mal bei 1100 Grad Celsius zu brennen.

Gezeigt wird „Abstrahierte Landschaften und Körper“ in den Räumlichkeiten der Galerie Artlantis, Tannenwaldweg 6 in Bad Homburg, vom 19. Juni bis 18 Juli. Öffnungszeiten sind freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bi 18 Uhr.  Eine Vernissage gibt es nicht, doch sofern es die Pandemie zulässt, findet am Sonntag, den 18. Juli, ab 15 Uhr die Finissage mit den Künstlern statt.